Veronica Ferres spielt die Dorfpolizistin Lena Jörning. Ihre Schwester, die sie seit zwölf Jahren nicht gesehen hat, treibt auf einmal mausetot unter dem Eis. Schnell wird klar, dass es Mord war, dass Evelyn als Prostituierte gearbeitet hat und dass unter den Männern, mit denen sie geschlafen hat, auch Lenas Verlobter Bruno war...
'Vom Ende der Eiszeit' - das klingt schön und soll auch offensichtlich das duplizierte Thema des Films sein. Es taut - in der Natur und in der festgefrorenen Seele Lenas, die damals vor 12 Jahren nicht den Mut gefunden hat, zusammen mit ihrer Schwester dem engen Dorfleben und dem (so wird es zumindest vage angedeutet) Missbrauch des später krebskranken Vaters zu entfliehen. Was leider nicht auftaut, ist die mit zunehmender Spieldauer immer lähmendere Statik des ganzen Geschehens. Was als vielversprechendes Porträt einer ganz normalen Frau beginnt, endet als tranig-tränenreicher Schwermutlangweiler in bester deutscher Depri-Tradition.
Ein wenig Pepp bringen wenigstens Detlev Buck und Konstanze Breitebner als zwischen zynischem Realitätskommentar und überpointierter Ironie angelegtes Ermittlerduo. Und Martin Feifel spielt den trauernden Ehemann der Toten mit zu Herzen gehender Trostlosigkeit. Ganz nett ist auch der Kunstgriff der verschachtelten Zeitebenen - inklusive zwischengeschnittener Videoaufzeichnungen, die dem Zuschauer die tote Schwester nahebringen und die Inszenierung angemessen auflockern. Zuletzt zu Veronica Ferres: Dass sie die Figur der Lena Jörning als "ganz große Charakterrolle" (O-Ton) empfindet, schlägt sich leider nicht angemessen in ihrem Spiel nieder. Dabei hilft ihr das Drehbuch allerdings auch nicht, zumal am Ende eine dieser beliebten kathartisch-optimistischen Erlösungsszenen steht.
Das Ganze ist eben trotz aller Ambition wohlwollend solide, aber ganz sicher keine neue oder brillante Unterhaltung. Und den augenblicklichen Preis schon gar nicht wert.