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Vom Ende der Anonymität
 
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Vom Ende der Anonymität [Broschiert]

Christiane Schulzki-Haddouti
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert
  • Verlag: Heise Medien; Auflage: 2 (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3882291923
  • ISBN-13: 978-3882291926
  • Größe und/oder Gewicht: 23,6 x 16,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.179.123 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Um Abhörmaßnahmen, staatliche Überwachung und geheime Datenbanken mit Einträgen zu so genannten erfassten Personen ranken sich viele Legenden. Doch welche Maßnahmen wirklich unter den vordergründigen Motiven der Verbrechensbekämpfung von Verfassungsschutz und Geheimdiensten erhoben werden, wird aus guten Gründen vor dem Normalbürger geheim gehalten. Vom Ende der Anonymität deckt auf -- mit vielen sorgfältig recherchierten und bisher unveröffentlichten Informationen über die geheimen Mittel des Staates sich selbst zu schützen.

Mit dem Schengener Abkommen zur polizeilichen Zusammenarbeit in Europa wurde das SIS (Schengener Informationssystem) eingeleitet. Der Grundstein für die grenzüberschreitende Observation aller "Personen, die unter dem Verdacht stehen, eine Straftat begangen zu haben" war gelegt, Systeme wie das SIS-erweiternde Sirene, das Asylsuchende und andere mit Fingerabdruck erfassende Eurodac und die Fotodatenbank FADU folgten. Zugriff haben die nationalen Polizeibehörden und Geheimdienste sowie die gemeinsame europäische Polizeieinheit Europol. Weiterhin existieren internationale Schnittstellen zu Behörden und Überwachungssystemen wie Interpol sowie Enfopol und Echolon, mit dem weltweit jede Telekommunikation -- ob per Telefon, Fax oder E-Mail -- überwacht und mitgeschnitten werden kann.

Vom Ende der Anonymität ist eine Sammlung von Texten aus dem bekannten netzaktiven Onlinemagazin Telepolis und die Essenz der jahrelangen und öffentlichkeitswirksamen Berichterstattung über Enfopol. Durch das Zuspielen von Geheimdokumenten und daran ansetzende Recherchen gelang es der Herausgeberin dieses Buches, Christiane Schulzi-Haddouti, in Zusammenarbeit mit anderen Journalisten durch das Veröffentlichen aktueller geheimer Informationen die Ratifizierung des Systems Enfopol, in dem Daten aus der Überwachung jeglicher Kommunikation über Mobilfunk bis zu Chats im Internet weltweit für "ermächtigte Einrichtungen" zugänglich gemacht werden sollten, vor dem eurpäischen Parlament zu verhindern.

Neben den Berichten über Enfopol gibt es weitere Artikel aus erster Hand. Nicky Hager etwa, der das hochgeheime, von der US-amerikanischen NSA (National Security Agency) eingesetzte Echolon aufdeckte und damit sogar dem Geheimdienst seines eigenen Landes neue Informationen bescherte, beschreibt den Verlauf seiner Ermittlungen. In weiteren Artikeln beschreibt der deutsche Geheimdienstexperte Erich Schmidt-Eenboom, wie seit Jahrzehnten deutsche Dienste im Verbund mit den USA und Frankreich Fernmeldeaufklärung betreiben, bringt Wayne Madsen Licht in die Überwachungsstrukturen der US-Regierung und erläutert Tony Geraghty die Aktivitäten in Großbritannien, das über die weltweit höchste Dichte von Überwachungskameras verfügt.

Vom Ende der Anonymität ist ein politisches Buch. Es sorgt für Transparenz, wo Regierungen ihren Bürgern sie betreffende wichtige Informationen zu ihren Aktivitäten vorenthalten und ohne ihr Wissen kontrollieren, Daten erheben und weitergeben. Dabei sind die Ausführungen teilweise äußerst spannend geschrieben und bei allem journalistisch korrekt aufbereitet. Beschrieben werden nicht nur die Fakten, sondern auch die Wege und Quellen der Informationsgewinnung. Die technischen Aspekte der Überwachungssysteme werden ebenso erläutert wie die hintergründigen Strukturen, in denen sie eingesetzt werden, die Bewertungen werden argumentativ gründlich ausgearbeitet, Konsequenzen durchdacht aufgezeigt. Diesem Buch ist ein möglichst großer Leserkreis zu wünschen, denn letztlich schützt nur der öffentliche Diskurs vor rechtsstaatlichem Fehlverhalten. Und Telepolis sei mit dem Schritt in die gedruckte Welt eine weitere Gratulation ausgesprochen! Auf weitere Titel darf man gespannt sein. --Oliver Busch -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Nicht nur Telefone und Handys, sondern auch Videokameras, E- Mails, Internet- Logfiles, Satellitentelefone und Prepaid- Cards wollen Strafverfolger und Geheimdienste fär Überwachung und Abhärmassnahmen nutzen. Die Pläne werden von Expertengruppen hinter verschlossenen Tären diskutiert und in letzter Minuten bekannt gegeben.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
...wer glaubt, daß "wer sich nichts zu schulden hat kommen lassen" Überwachung nicht zu fürchten braucht dem lege ich das Vorwort nahe: In Dänemark sind während des zweiten Weltkriegs weit weniger Juden deportiert und getötet worden als in Norwegen. Warum? Weil in Norwegen detaillierte Informationen über die jüdische Bevölkerung vorlagen - in unterschiedlichen Institutionen, sogar bei den Rundfunkanstalten. Natürlich hatte in Norwegen niemand vor, diese Informationen gegen die Juden zu nutzen, es war ja nicht illegal Jude zu sein. Bis die Daten in falsche Hände fielen.

Dieses Vorwort alleine hat den Kaufpreis für mich schon gerechtfertigt. Die Fakten, die im Anschluß daran aufgezeigt wurden sind tatsächlich erschreckend. Vor allem, wenn diskutiert wird, ob nicht alle Männer in einer Gendatenbank erfasst werden sollen... ...denn wer weis schon, durch wen diese Informationen in... sagen wir 50 Jahren verwendet werden könnten um mich dingfest zu machen, und vor allem aus welchen (politischen? religiösen? 50 Jahre sind verdammt lang, meine Gene ändern sich aber nicht!) Gründen.

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Wer sich längere Zeit mit Themen wie Geheimdienste, Spionage, Kontrolle der Massen auseinandergesetzt hat, wird in diesem Buch die Bestätigung bekommen das im Hintergrund Fäden gesponnen werden, die zwar unter dem Motto " Verbrechensbekämpfung " verkauft werden , letztendlich aber nur der absoluten Kontrolle aller Vorgänge dienen. Und das nur für die Mächtigen dieser Welt. Otto Normal weiss davon nichts - woher denn auch, denn auch die Medien sind schon unter der Kontrolle ein paar weniger. Globalisierte Kontrolle - das Endziel, nichts entgeht Big Brother mehr. Welcome to the Future!!!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian von Montfort HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Sie werden auch noch in 6 Monaten auf wenige Meter genau da lokalisiert werden können, wo Sie gerade jetzt sitzen. Wie? Ganz einfach: Ihr Handy ist ein fast perfekter Peilsender und die Telefongesellschaften speichern Ihre Daten. Falls Sie in England leben, werden sie mit 50%iger Wahrscheinlichkeit gerade gefilmt, überall woanders nimmt der Trend auch zu. Sie telefonieren? Handy-Gespräche werden zu 100% durch Echelon gescannt, Gespräche über Satellit (alle Auslandsgespräche) ebenfalls. Ihre eMails, Faxe, Banküberweisungen usw. werden gescannt, dieser Text ist wegen seiner wunderbaren Stichwörter garantiert persönlich gelesen worden. Die Technik ist ungeheuerlich weit, die Filter ausgefeilt, und die Datenschutz-Gesetze eine Farce - manche Abhörstationen haben sie als Witz im Eingang aufgehängt. Mal unabhängig davon, ob Sie das gut finden, sollten Sie auf jeden Fall informiert sein - vielleicht wollen Sie lächeln, wenn Sie nach oben in eine Satelliten-Kamera gucken.

Dieses Buch ist von einem weltweiten Team von aktiven Journalisten und Bürgerrechtlern recherchiert worden und bis oben hin voller brisanter Information. Was man bislang eher als Gerücht ahnt, ist hier en détail dokumentiert. Ich hätte mir zwar eine etwas markantere Struktur gewünscht - so wird am Anfang sehr lang und etwas trocken auf die Historie eingegangen. Der Status Quo, die technischen Möglichkeiten und die möglichen Auswirkungen sind erst am Ende über verschiedene Artikel verteilt dargestellt. Tipps zum Schutz der eigenen Privatsphäre wären auch einen Artikel wert gewesen, sie ergeben sich aber nur indirekt (persönliches Gespräch ist sicherer als Telefon, Telefon besser als Handy, gesprochenes Wort besser als eMail, codierte Mails besser als uncodierte usw.). Es werden aber zahlreiche weitere Quellen und Verweise angeführt, so dass man sich informieren kann.

In dieser Form habe ich das Thema so professionell nirgendwo besser behandelt gesehen. Ein paar Pädophile und Terroristen berechtigen anscheinend, die gesamte Weltbevölkerung völlig zu durchleuchten. Keiner weiß, was mit der Information sonst noch so passiert. Sie werden es wahrscheinlich merken, wenn es zu spät ist und Sie irgendwo wegen Namensverwechselung nicht mehr einreisen dürfen oder Ihrer Firma ein wichtiger internationaler Auftrag vor der Nase weggeschnappt wird. Für alle, die an ihrer "Privatsphäre" interessiert sind, aber auch Webmaster, die ihre Firma vor Wirtschaftkriminalität, Patentklau etc. schützen wollen, eigentlich ein Pflichtkauf.

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