Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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34 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
zurück aus der Vergangenheit - Almodovars Ode an die Frauen, 24. September 2007
Man darf immer wieder gespannt sein, was der spanische Meister-Regisseur Almodovar sich als Nächstes ausdenkt. War sein letzter Streich "La Mala Educacion" noch ein tiefschwarzes Psychodrama mit Film Noir-Elementen, präsentiert er mit "Volver" einen federleichten, bunten und sinnlichen Reigen mit einer geradezu wundervollen Penelope Cruz in der Hauptrolle. Cruz, die schon in Almodovars "Alles über meine Mutter" und "Live Flesh" kleinere Rollen übernahm, spielt eine Frau aus dem Arbeiterviertel, die ohne Wissen des Besitzers ein stillgelegtes Restaurant eröffnet, während ihre Schwester überraschenden Besuch erhält - und zwar von der tot geglaubten Mutter der beiden. Besagte Mutter wird gespielt von Carmen Maura, und für einen Besuch aus der Vergangenheit hätte es in einem Almodovar-Film keine schönere Besetzung geben können als eben jene Hauptdarstellerin seiner frühen Erfolge "Das Gesetz der Begierde" und "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs". Nach letzterem Film trennten sich die Wege der beiden (laut Almodovar) wegen persönlicher Differenzen. Nun ist sie zurückgekehrt, als Schauspielerin und als Filmcharakter. Deutlich älter, weiser, ruhiger und ein bisschen geisterhaft. Sie ist ein wichtiger Teil in diesem Ensemble der starken Frauen (Männer sind hier lediglich Beiwerk, ähnlich wie in "Alles über meine Mutter"), das niemand besser inszenieren kann als Almodovar.
Hat man als Zuschauer anfangs ein wenig Mühe, den vielen Geschichtsfäden und Backstories zu folgen, entwickelt "Volver" schnell einen Sog, der nicht mehr loslässt. Am Ende ist man be- und gerührt, hat viel gelacht, ein wenig geweint, viel erfahren und nimmt im besten Fall die positive Stimmung des Films mit in seinen Alltag. Man stellt erstaunt fest, wie gut man sich gerade bei einem Film unterhalten hat, dessen Themen (unter anderem) Krebs, Mord, Tod und Inzest sind, aber eben auch Freundschaft, Solidarität unter Frauen sowie die ganz spezielle Liebe zwischen Mutter und Tochter. Eine klassische "Liebesgeschichte" gibt es im Film nicht, so entzückend Penelope Cruz auch aussieht. Ein Mord findet statt, spielt aber keine größere Rolle. Ein "Geist" erscheint, und niemand wundert sich. Wie das alles zusammengeht, das weiß nur Almodovar. Er ist für mich momentan der einzige Regisseur weltweit, der sein eigenes Genre immer wieder neu erfindet, den man nie kopieren kann, mit einer unglaublichen Fähigkeit, eine Geschichte so zu erzählen, wie nur er es kann. Es grenzt geradezu an ein Wunder, dass er in einer so von finanziellem Erfolg abhängigen Filmlandschaft seit Jahren ein persönliches Meisterwerk nach dem anderen abliefert. Verschleißerscheinungen sind gottseidank nicht erkennbar. Dafür darf man als Cineast dem Spanier unendlich dankbar sein - und gespannt auf sein nächstes Werk.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Frauen aus Madrid, 17. Oktober 2009
Spanische Frauen wie die rassige Raimunda (Penelope Cruz) müssen schon eine ganz besondere Spezies sein: mit drei Jobs am Rande der Vollauslastung, der Mann arbeitslos, die Tochter gerade in der Pubertät und die Schwester betreibt gleich mal illegal einen Friseursalon im eigenen Bad zwischen Toilette und Badewanne. Zu allem Überfluss fällt schließlich der gestressten Senora auch noch eine Leiche in die Hände, die ordnungsgemäß aus Platzmangel in einem Kühlschrank verstaut werden muss. Und auch die Mutter, zu der die temperamentvolle Dame kein gutes Verhältnis hatte, verabschiedet sich ins Jenseits. Das heißt nicht so ganz, denn es gibt noch ein ungelöstes Familiengeheimnis, das für einigen Trubel sorgt. So kehrt die rüstige Dame als Geist noch einmal zu ihren beiden Töchtern zurück, um sich mit ihnen zu versöhnen. Ein unbändiger Lebenswille und heißblütiges spanisches Temperament, das sich selbst dem Tod nicht fügt. So sind sie eben, die Frauen aus Madrid.
Wohlgeformte und üppige Frauen, leckeres Essen und eine sehr komplexe Story über drei Frauengenerationen, die finstere Schatten der Vergangenheit aufarbeiten: Pedro Almodovar führt den Zuschauer in seine Heimat der La Mancha zu seinen Wurzeln zurück. Während er einst noch Frauen am Rande des Nervenzusammenbruches schilderte, haben diese Damen des 21. Jahrhunderts alles im Griff, egal was kommt. Der Lidstrich und die wilde Turmfrisur sitzen stets, egal ob dass nun im Job beim Putzen, beim frenetischen Wuseln auf dem Dorffriedhof, beim Kleintransporter fahren, beim Servieren im Restaurant oder beim Leichenrecycling inklusive Kühlschrank mit Spitzhacke und Spaten nächtens im Wald ist. Männer als Protagonisten werden in dieser Welt Almodovars zu kleinen Abstechern degradiert bzw. werden vor vollendete Tatsachen gestellt, laufen im wahrsten Sinne des Wortes ins offene Messer, erfahren nebenbei am Telefon, dass ihr Restaurant gekapert wurde und reichen allenfalls noch für einen kleinen Flirt an der Durchreiche aus. Auffallend ist dabei wie Almodovar seine sinnliche Muse Cruz mit applausträchtigen Einstellungen des sensationellen Dekolletees (das dann auch schon mal aus der Vogelperspektive frontal beim Abwasch abgefilmt wird) ihrer sanften Augen und den femininen Rundungen in figurbetonter Mode überzeichnend in Szene setzt. Weiblichkeit als Pracht in allen Farben. Aber auch nuancenreiche Interieurs kommen nicht zu kurz. Es ist ein leicht-lockerer Film zwischen schmunzelnder Ironie und flamboyantem Melodram, mit subtil gesetzten Pointen, grotesken Übertreibungen und einigen Klischees, der ziemlich direkt und schonungslos ist und dennoch einige tiefer gehende moralische Abgründe aufdeckt. Passend untermalt wird das Ganze von einem verspielten stimmigen Soundtrack.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
auch oma hat leichen im keller..., 6. April 2007
raimunda lebt mit ihrer tochter paula in madrid, wo sie ihren versoffenen ehemann paco durch gelegenheitsarbeiten erhält - bis zu dem tag, an dem paco durch einen "unfall" in die tiefkühltruhe des nachbarrestaurants gerät...
raimundas etwas komische schwester sole, lebt von einem illegalen frisiersalon den sie in ihrer wohnung betreibt.
die eltern der beiden schwestern sind vor jahren bei einem brand ums leben gekommen.... ihre letzte lebende verwandte ist eine alzheimerkranke tante, die es irgendwie schafft, alleine in einem großen haus in la mancha zu leben .
allerdings behauptet sie, dass ihre verstorbene schwester irene sie pflegt.
- als die alte tante stirbt, beginnt irene den anderen familienmitgliedern zu erscheinen ...
mein almodovar lieblingsfilm ist nach wie vor la mala education aber volver ist durchaus auch großartig !
vor allem penelope cruz (erinnert wirklich in manchen szenen stark an sophia loren !)zeigt ihre klasse neben carmen maura (die geisternde oma), lola duenas (als sole) und den anderen tollen mädels...ein überaus charmanter film über frauen mit außergewöhnlicher vergangenheit und einer außergewöhnlichen art der problembewältigung...
ich bin ja sowieso der meinung, dass alle almodovar-filme in eine vernünftige filmsammlung gehören !
diesen kauf bereut sicher niemand
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