Die Neuseeländerin Anne Geddes hat sich einen großen Namen gemacht was die künstlerische Fotographie von Kindern (speziell Kleinkindern) angeht. Dieses Werk toppt alle bisher von ihr erschienen Werke um Längen. Bereits mit "Willkommen" dachte man besser geht es kaum noch, aber glücklicherweise kann man sich täuschen.
Ehe ich zum Inhalt dieses Buches komme, noch ein paar Worte zu dem Werk von Anne Geddes allgemein. Sie arbeitet meist mit Fotomontagen und bringt so die Bilder der Kinder in ungewöhnliche Umgebungen ein. Dies kann z.B. sein, dass sie Hühnereier fotografiert und mitten unter diesen Eiern ein als Küken verkleidetes Kind platziert, das in der Größenrelation zu den Eiern passt. Ihr Einfallsreichtum ist hierbei grenzenlos. Sie selbst sagt zu ihrem Werk: "Die Fotografie ist meine Stimme und meine Art, den Bedürfnissen und der Würde derjenigen Kinder Ausdruck zu verleihen, die überall auf dieser Erde unter den verschiedensten Umständen leiden. Meine Absicht ist, Babys in der reinsten Art und Weise darzustellen - nicht nur zu zeigen, wie niedlich sie sind, sondern zu betonen, dass sie verletzliche, zarte und sehr kostbare Wesen sind."
Mit "Vollkommen" nun wird sie diesem Ziel wesentlich gerechter als mit allen ihren bisherigen Werken. Im Unterschied zu den älteren Werken, stellt sie nun Neugeborene (anstelle von Kleinkindern) und teilweise auch Schwangere dar. Anders als in den bisherigen Werken ist die Versetzung der Kinder in fremde Umgebungen nicht mehr die treibende Kraft für die Genialität in den Bildern. Hier nun ist es die absolut perfekte Komposition des Bildes, das die Zartheit der Kinder spürbar macht. Bei sehr vielen dieser Bilder möchte man seine schützende Hand über das zerbrechliche Wesen halten. Dieses Buch ist ein absolutes Muss für jedermann der Anne Geddes kennt und mag - wer sie noch nicht kennt, wird sie nach Ansicht dieses Buches mögen.