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Die Vollidioten / Geht in Ordnung sowieso genau / Die Mätresse des Bischofs. Romantrilogie
 
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Die Vollidioten / Geht in Ordnung sowieso genau / Die Mätresse des Bischofs. Romantrilogie [Gebundene Ausgabe]

Eckhard Henscheid
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 1023 Seiten
  • Verlag: Haffmans (1995)
  • ISBN-10: 3251002813
  • ISBN-13: 978-3251002818
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,4 x 5,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 294.166 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Autorenporträt

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Henscheid, Eckhard dt. Schriftsteller *14.9.1941 Amberg (Oberpfalz) Die Vollidioten, 1973 Mit feinem Gehör für Idiome und Sprachmetastasen kartografiert Eckhard Henscheid seit den 1970er Jahren Soziotope und gesellschaftliche "Orchideenhäuser" der Bundesrepublik Deutschland. Henscheid wird der "Neuen Frankfurter Schule" zugerechnet, einer Gruppierung, die, wiewohl sie Theodor W. R Adornos "Kritische Theorie gern erwähnt, mit der philosophischen "Frankfurter Schule" um Adorno, Max R Horkheimer, Herbert R Marcuse u.a. vor allem den städtischen Standpunkt gemeinsam hat. In Frankfurt arbeitete Henscheid für die Satireblätter Pardon und Titanic, Letzteres wurde von ihm mitbegründet; mit einem Roman über die Kulturszene der Stadt (Die Vollidioten) betrat er 1973 die literarische Bühne. Spätere Buchveröffentlichungen befassen sich u.a. mit Franz R Kafka, dessen Amerika-Fragment Henscheid weiterschrieb (Roßmann, Roßmann, 1982). Henscheids Schaffen geht dabei über das eines Satirikers als Humorist hinaus. Seine Polemiken ebenso wie die immer auch analytische Charakterisierung seiner Protagonisten durch ihren Sprachgebrauch zeichnen das Bild ihrer Zeit und erinnern in ihrer Detailtreue an die französischen Gesellschaftsromane des 19. Jahrhunderts. Wo Henscheid scheinbar Groteskes oder Absonderliches beschreibt, oszilliert diese Darstellung immer hin zum Hyperrealistischen: Werbesprache, Kneipenwitze und Spontisprüche kombiniert er mit dem hohen Ton des traditionellen Romanciers, mit dem er auch nüchterne, beinahe vulgäre Handlungsorte als Idyllen beschreibt. Mit Karl Kraus (1874-1936)wiederum scheint Henscheid den Glauben an die moralische Kraft einer Sprachlehre zu teilen (Dummdeutsch, 1985). In diesem Sinne sammelt und dokumentiert er (vor allem in der Titanic) über lange Zeiträume und in allen Medien sprachliche Fragwürdigkeiten wie übermäßigen Bindestrichgebrauch bei Nachnamen, falsche Genitiv-Apostrophe oder die Inflation des "Kultur"-Begriffs

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Lothar Müller-Güldemeister TOP 500 REZENSENT
Ich habe nur "Die Vollidioten" gelesen und nur auf dieses Werk beziehen sich die folgenden Ausführungen.

Die Erlebnisse des Protagonisten und seiner Bekanntschaften im Frankfurter Westend, im Umkreis der "Pardon"-Redaktion, der linken Szene in Frankfurt und vor allem der Kneipe "Menz" (auch "Krenz" bzw. "Opas letzte Pinte" genannt) innerhalb eines Zeitraums von wenigen Wochen sind von geradezu grausamer Banalität. Dass eine Figur des Romans (leicht zu identifizieren als Wilhelm Genazino) einen "Verein zur Abschaffung der Sexualität wegen unerträglicher Banalität der dabei anfallenden Vorgänge" gegründet hat, scheint keine zufällige Parallelität zu sein. Doch Henscheid betrachtet all diese Vorgänge (hauptsächlich den, dass sich ein Schweizer namens Jackopp in eine kleine dralle Pardon-Mitarbeiterin verliebt, ohne dass dies Folgen hat, und dass der Ich-Erzähler sich von einem Pumpgenie namens Kloßen wider bessere Einsicht um manchen Zwanzigmarkschein erleichtern lässt) mit einer solchen Mischung aus scheinbar kulleräugiger Naivität und abgefeimtester Distanz, die mich ich jedesmal bei der Lektüre erneut fast vor Vergnügen schreien lässt. Wie er es schafft, dieses Vergnügen über einen ganzen Roman ohne jede Handlung zu transportieren, das zu analysieren wäre des Schweißes eines Germanistik-Doktoranden wert, aber vielleicht will ich es auch gar nicht wissen, sondern es nur genießen. Allerdings glaube ich, dass man schon eine spezielle Art von Humor haben muss, um dieses Vergnügen zu teilen. Frauen, das ist meine Erfahrung, finden das Buch doof.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Komik und Literatur 19. Februar 2007
Ich habe soeben "Die Vollidioten" und vor einem Jahr "Geht in Ordnung..." gelesen. Da beide Werke recht ähnlich sind, kann man sie durchaus gemeinsam besprechen.

Es erzählt jeweils ein junger Mann, der um die dreißig sein dürfte, und zwar von allem, was seinen Zeitgenossen und ihm so im Alltag einer provinziellen Kleinstadt widerfährt. Die Kumpanen sind einfach gestrickte Stammtischbrüder, deren Hauptbeschäftigung im Besuch von Wirtshäusern besteht. Außerdem stellen sie jungen Damen, sog. "Büchsen", nach. Es geht stets darum wer mit wem, und wer welche Information wann und wie an wen weitergegeben hat. Außerdem schuldet jeder jedem irgendwie Geld. Wer aber wem und welche genaue Summe, darüber herrscht Uneinigkeit und alle Versuche, diese Angelegenheiten zu klären, sind zum scheitern verurteilt.

Die Handlung ist eigentlich völlig Banane. Die Art und Weise aber, mit welcher Begeisterung Henscheid seinen Helden von Nichtigkeiten und Kleinstadtspießern erzählen, deren Handlungen immer ernst- und gewissenhaft erklären lässt, gehört zum komischsten, was ich kenne. In "Geht in Ordnung" treibt er das noch etwas weiter. Die Komik entsteht auch durch Henscheids ausgefeilte, oft brillante Sprache. Und wie er aus Durchschnittstypen, die man aus jeder Bierschwemme kennt, große Figuren der Literatur macht, ist einfach phänomenal. Für mich gehört Eckhard Henscheid zu den größten Nachkriegsautoren, weil er wie kein anderer Literatur und Komik verbindet.
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19 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Was soll man da schreiben. Henscheid ist eben Henscheid. Wer nach einem Handlungsfaden im herkömmlichen Sinn sucht, sollte das Buch erst gar nicht anfassen. In allen drei Romanen geht es im Grunde um das Beschreiben bestimmter Charaktere (und was für welche!) und entsprechender zwischenmenschlicher Beziehungen, die, was die Personen und die Handlungsorte betrifft, jeweils anders verpackt sind. Immer wieder treffen die selben Menschen in/an den selben Lokalitäten zusammen. Immer wieder geht es um die gleichen Themen und auch die handelnden Personen gleichen sich auffallend über die Romane hinweg. Irgendwann ist man mit einem Roman durch und fragt sich verwirrt und irgendwie konsterniert, was jetzt eigentlich passiert ist und was das ganze für einen Sinn macht. Und doch! Die "Prosa" Henscheids ist so verquert und gegen alle Konvention, seine Wortschöpfungen so haarsträubend, sein ganzer Stil so rücksichtslos offen, daß es schon wieder Spaß macht. Ich persönlich warne allerdings davor, die Trologie "am Stück" zu lesen. Nicht jeder Leser ist reif für eine Überdosis Henscheid. Dazu muß man entweder Henscheid-Fan oder sehr belastbar sein. Am besten beides.
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