Ich habe soeben "Die Vollidioten" und vor einem Jahr "Geht in Ordnung..." gelesen. Da beide Werke recht ähnlich sind, kann man sie durchaus gemeinsam besprechen.
Es erzählt jeweils ein junger Mann, der um die dreißig sein dürfte, und zwar von allem, was seinen Zeitgenossen und ihm so im Alltag einer provinziellen Kleinstadt widerfährt. Die Kumpanen sind einfach gestrickte Stammtischbrüder, deren Hauptbeschäftigung im Besuch von Wirtshäusern besteht. Außerdem stellen sie jungen Damen, sog. "Büchsen", nach. Es geht stets darum wer mit wem, und wer welche Information wann und wie an wen weitergegeben hat. Außerdem schuldet jeder jedem irgendwie Geld. Wer aber wem und welche genaue Summe, darüber herrscht Uneinigkeit und alle Versuche, diese Angelegenheiten zu klären, sind zum scheitern verurteilt.
Die Handlung ist eigentlich völlig Banane. Die Art und Weise aber, mit welcher Begeisterung Henscheid seinen Helden von Nichtigkeiten und Kleinstadtspießern erzählen, deren Handlungen immer ernst- und gewissenhaft erklären lässt, gehört zum komischsten, was ich kenne. In "Geht in Ordnung" treibt er das noch etwas weiter. Die Komik entsteht auch durch Henscheids ausgefeilte, oft brillante Sprache. Und wie er aus Durchschnittstypen, die man aus jeder Bierschwemme kennt, große Figuren der Literatur macht, ist einfach phänomenal. Für mich gehört Eckhard Henscheid zu den größten Nachkriegsautoren, weil er wie kein anderer Literatur und Komik verbindet.