Das Buch hat nur die Größe eines Taschenbuches und hat auch nur 128 Seiten. Kann es da seine Ziele erreichen? Um es vorweg zu nehmen: Wer schon einige Jahre Volleyball spielt oder sogar Trainer ist, wird kaum etwas interessantes darin finden. Es ist ein wenig mit dem allerdings noch viiiel schlechteren Buch von Olaf Krohn „Beach-Volleyball" vergleichbar. Trainingsformen bzw. Übungen gibt es in beiden Büchern gar nicht.
Es ist nur interessant für Leute, die bisher nur im Sommer am Strand Beachvolleybälle geworfen haben oder Volleyball nur aus dem Fernsehen her kennen.
Das Buch bietet einfach nur einen kurzen Einblick in das Geschehen des Volleyballs zur Zeit.
Viele Themen werden angerissen, nichts geht allzu sehr in die Tiefe und manchmal sind es sogar schlechte ausgewählte oder falsche Informationen.
Inhalt:
-Historische Hintergründe: (William G. Morgan) - leider sind hier viele Fehler drin. Man hat nicht mit einem Basketball Mintonette gespielt!!! Außerdem waren es keine Basketballer, sondern Geschäftsleute, denen das Spiel Basketball zu hart gewesen wäre. (siehe „Volleyball-Weltgeschichte" von Christian Brandel).
-Spieler und Trainer: (Angelina Grün, Sylvia Roll, Hanka Pachale, Stefan Hübner, Wolfgang Kuck und Trainer Stelian Moculescu)
-Volleyballverbände: (FIVB, CEV, DVV, Landesverbände und Adressen)
-Grundlagen: Regeln, Spielfeldgröße, Bälle, Bekleidung, Schiri-Handzeichen (so schlecht erläutert wie im original Regelbuch)
-Techniken: kann man gleich überspringen. Jedes andere Volleyballbuch bietet hier mehr. Für Anfänger sei hier „richtig Volleyball" zu empfehlen.
Oberes Zuspiel: „Das frontale Abspiel aus dem Stand...hat den Nachteil, dass das Ziel für einen Gegner vergleichsweise leicht zu erahnen ist." -> Mir wird gleich schlecht. Warum nicht gleich Wörter wie laterales Zuspiel oder aerobe Kraftausdauer im Buch verwenden? Im Text wird auch nicht erwähnt, dass man über der Stirn pritschen soll. Denn erst das ermöglicht das verdeckte Zuspiel.. . Da muss man nicht erst Zuspiel im Sprung praktizieren, um den Block zu täuschen.
Noch schlechter wird mir bei den (fünf) Bildern zum Aufschlag von oben. Das erste Bild beginnt schon damit, dass der Ellenbogen des Schlagarms direkt über der Schlagschulter steht... . Also der Aufschläger hot die Kraft zum Schlagen nicht aus einer Rotationsbewegung der Schulter und des Ellenbogens, sondern nur aus dem Trizeps!!!
Außerdem soll man den Ball nicht wie im Buch beschrieben über der Stirn, sondern über der Schlagschulter treffen.... .
-Beschreibung der Spezialisten: Angreifer, Zuspieler, Libero
-Grundaufstellung und Spielsysteme: Es wird gleich damit angefangen, dass es zwei Zuspieler oder einen Zuspieler mit einem Diagonalspieler gibt.
Als klassischer Annahmeriegel wird die W-Austellung gezeigt. Allerdings stehen alle fünf Spieler hier fast in einer Linie nebeneinander in der Mitte des Feldes. Fliegt ein Ball auf die Grundlinie, würde kein Spieler den Ball erreichen... .
Schön ist jedoch, dass auch die Angriffsicherung angesprochen und per Bild unterstützt wird. Aber mit Photo wie im Buch „richtig Volleyball" wäre es viel schöner.
Es werden auch Abwehrsysteme aufgezeigt. Also wie sich die Spieler hinter den Blockspielern aufstellen müssen.
Aber wie ausführlich es in diesem Buch in allen Themen doch manchmal geht zeigt, welche Arten von Trainer und Schiedsrichterscheinen man in Deutschland machen kann (Fachübungsleiter, C, B, A und Diplom-Trainer).
Fazit:
Falsche Informationen viele Sterne abzug, keine eMail Adresse für Verbesserungsvorschläge für kommende Bücher noch 1 Stern abzug. Für die schönen Bilder und ansonsten doch engagiertes Interesse den Neulingen Volleyball nahezubringen gibt es dennoch insgesamt zwei Sterne.
Dennoch für völlige Neulinge sicherlich trotzdem interessant, weil kompakt. Für Trainer gänzlich unnötig.
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