Willigis Jäger spricht im Vorwort des Buchs von Helga Simon-Wagenbach von der Notwendigkeit, den heutigen Menschen glaubwürdige Antworten auf die Frage nach Sinn zu geben. Plausibel zeigt die Autorin mögliche Koordinaten. Sie vereint Erfahrungswissen, das sowohl durch Praxis und Ausbildung (Yoga und Zen) getragen ist, mit Quellenstudium und breitem Wissen unterschiedlicher Traditionen. Fern von jeder dogmatischen Engstirnigkeit belegt Helga Simon-Wagenbach, was das Wesen des "Integralen" ausmacht: Es ist der gemeinsame Kern der mystischen Traditionen. Das klingt abgehobener als es ist. Kein Leser wird sich in irgendeinem theoretischen, philosophischen Dickicht verheddern, ungeachtet aller sauber gearbeiteten und prägnant formulierten Referenzen.
Helga Simon-Wagenbach erliegt nicht der Versuchung, all jenen schnelle "Ergebnisse" zu versprechen, die auch mal ein wenig meditieren wollen.
Ihre Empfehlung, sich trotzdem auf den Weg zu machen, leuchtet nach Lektüre des Buchs einmal mehr ein. Gerade im Verzicht auf Schnellschuss-Ekstasen, wie sie einem doch aus vielen anderen Büchern aus dem Bereich Yoga, Zen, Spiritualität entgegen springen (und die man nicht "der Sache selbst" anlasten sollte...), liegt eine wesentliche Stärke des Buchs. Helga Simon-Wagenbach nimmt - wie Willigis Jäger - den Ansatzpunkt des "heutigen Menschen" Ernst. Über Theorie, Strichmännchen zur Verdeutlichung bestimmter Übungen zur Atemachtsamkeit und kluge Verfolgung des roten Fadens (mystische Erfahrung) zeigt sie die Möglichkeiten, zu "vollenden, was du bist".