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Volle Drehzahl: Mit Haltung an die Spitze [Gebundene Ausgabe]

Uwe Hück
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (31 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Udo Lindenberg: "Wie die Lotusblüte beißt er sich durch den härtesten Asphalt - nach oben, der Sonne entgegen: Uwe Hück"

04.09.2012 / Handelsblatt: Kampfbereit für die Politik "Wer Hücks Autiobiografie liest, merkt schnell: Hier fühlt sich einer berufen, der als Kind ungerecht behandelt wurde, die Dinge politisch besser zu machen."

04.09.2012 / Der Tagesspiegel: Ein Leben bei Porsche und die Wurst auf dem Brot "Hück ist kein Schwätzer, sondern ein Schaffer, der sich für die Porsche-Kollegen ebenso einsetzt wie für schwierige Jugendliche und die SPD."

06.09.2012 / Die Zeit: Der Kämpfer will aus dem Ring "Mit der Geschichte seines Aufstiegs vom Sonderschüler mit Hilfsarbeiterperspektive zum einflussreichen Betriebsrat, der die Zukunft eines Großunternehmens mitgestaltet, will Hück jungen Leuten Mut machen."

08.09.2012 / Süddeutsche Zeitung: Robin Hood von Zuffenhausen "Lesenswert. Denn wie sich da ein Waisenkind hochgearbeitet hat an die Spitze der Wirtschaft ... das ist ungewöhnlich. Gerade in Deutschland."

09.11.2012 / Kurier: Vom Lackiererlehrling zum Porsche-Aufsichtsratsmitglied "Anregender Lesestoff."

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Uwe Hück, zweifacher Europameister im Thaiboxen, ist seit knapp dreißig Jahren bei der Porsche AG tätig. Heute ist er Konzernbetriebsratsvorsitzender und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender. Ehrenamtlich trainiert er Jugendliche im Thaiboxen und ist Botschafter der gemeinnützigen Initiative Respekt! Kein Platz für Rassismus GmbH. Uwe Hück verlor seine Eltern früh und wuchs unter anderem im heutigen Heilpädagogischen Kinder- und Jugendhilfezentrum Sperlingshof auf. Sein Teil des Bucherlöses fließt zu 100 Prozent als Spende an den Sperlingshof und an die Respekt!-Initiative.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Vorwort

Vorwort? Ich kann nicht von mir behaupten, einen guten Start ins Leben gehabt zu haben. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob der 22. Mai wirklich mein Geburtstag ist. Irgendwann im Heim haben sie es mir gesagt, so wie sie mir gesagt haben, dass ich keine Eltern mehr habe. Es gibt keine Geburtsurkunde, die mir verraten könnte, wer ich wirklich bin. Keine Briefe, keine Fotos, keine Erinnerungen. Also habe ich geglaubt, dass immer dann mein Geburtstag ist, wenn der große Kalender in der Halle wieder den 22. Mai anzeigte. Dass ich keine Eltern mehr hatte, wusste ich hingegen sehr früh. Wenn die anderen Kinder an Weihnachten von ihren Eltern abgeholt wurden und ich alleine in dem großen Haus zurückbleiben musste, wurde es wieder traurige Gewissheit: Ich, Uwe Hück, bin Heimkind und werde aller Voraussicht nach keine Chance haben in diesem Leben.

Sie sagten mir, dass ich früh meine Eltern verloren habe. Meinen Bruder Thomas haben sie später immerhin gemeinsam mit mir in Haus 3 im Sperlingshof untergebracht. Mein älterer Bruder Detlef musste in das ein paar Meter entfernte Haus 2. Ich weiß bis heute nicht, warum. Insgesamt waren wir fünf Geschwister, doch von der Existenz einer Schwester und eines dritten Bruders habe ich erst sehr viel später erfahren. Warum hatte man uns getrennt? Auch das habe ich nie in Erfahrung bringen können. Ich weiß auch nicht, ob es Detlef besser ergangen wäre, hätten wir in einer familienähnlichen Gemeinschaft gelebt. Manchmal unterhielten wir uns von unseren Fenstern aus, eine Beziehung zueinander aber konnten wir nie aufbauen. Geschwisterliebe hatte keinen Platz in dieser Notgemeinschaft, in der jeder seinen eigenen Kampf zu bestehen hatte. 1990 erhielt ich die Nachricht vom Selbstmord meines Bruders Detlef. Seinem Abschiedsbrief musste ich entnehmen, dass er keinen Platz in dieser Gesellschaft finden konnte. In all den Jahren war mir nicht aufgefallen, welche Probleme er mit sich herumschleppte. Das Band der Brüder wurde im Heim zerschnitten, ich hatte das Gespür für die Nöte von Detlef verloren. Ich war zu sehr mit mir selbst beschäftigt, das werfe ich mir heute noch vor. Hatte ich es wirklich nicht gemerkt? Hatte ich weggeschaut, hatte ich Detlefs Verzweiflung verdrängt? Hätte ich meinen älteren Bruder führen müssen? Quälende Fragen, die mich heute noch beschäftigen.

1990, im Jahr von Detlefs Tod, wurde ich Betriebsrat bei Porsche.

Ich hatte mich hochgeboxt.

Kapitel 1 Heimjahre

Heimjahre?Meine Kindheit verteilte sich auf insgesamt drei Heime im süddeutschen Raum. Meine Erinnerungen an diese Zeit sind diffus, vieles habe ich gelernt auszublenden. Verdrängen als Überlebensstrategie. Ich würde heute noch leiden, wenn ich mich an alles erinnern könnte, was damals passiert ist. Missbrauch, Züchtigung und Erniedrigung habe ich mit der Löschtaste aus meinem Leben entfernt. Man sagt zwar, Zeit heilt alle Wunden, mein Weg aber führte nur über ein konsequentes Vergessen. Alles ließ sich bis heute nicht verdrängen, damit allerdings habe ich umzugehen gelernt.

Schon im ersten Heim war Gewalt ein tägliches Thema, Konflikte wurden vorzugsweise durch Schlägereien gelöst. Wenn du als kleiner Kerl in diese Gruppen zufällig zusammengewürfelter Schicksale kommst, musst du verdammt schnell lernen. Wie du deine Portion Essen sicherst, bevor sie dir ein anderer wegnimmt. Wie du überlebst in diesem System der Sklaverei, in dem schon Sechsjährige Verhaltensmuster zeigen, die auf Ausbeutung und Erniedrigung der anderen abzielen. Wie du dich wehrst gegen diese Kinder aus zerrütteten Familienverhältnissen - Vater Schläger, Mutter Alkoholikerin, die Geschwister sexuell missbraucht, der Onkel im Knast.

Sechs Heimkinder in einem Zimmer, sich selbst überlassen, nach eigenen Regeln lebend. Die Kleinen waren die Sklaven der Größeren. Sich ohne Erlaubnis im eigenen Zimmer hinzusetzen, konnte schon einen Faustschlag ins Gesicht bedeuten. Im Schatten der Macht überforderter und liebloser Erzieher herrschte eine strenge Hierarchie der Kinder. Essen holen, Schuhe putzen, Boden saubermachen: Die Älteren ließen sich bedienen und ich war einer von den Jüngeren. Irgendwie überlebte ich die ersten Jahre im Heim, irgendwie. Es gibt keine Fotos, die meine Erinnerungen an diese Zeit auffrischen könnten. Ich kann mich an keine Freunde erinnern, nicht mal an Namen. Ich weiß nur, dass ich etwa acht Jahre alt gewesen sein muss, als ich in die erste große Krise geriet. Es ging mir schlecht zu dieser Zeit und es war niemand da, der mir hätte helfen können. Zum ersten Mal kamen Selbstmordgedanken auf. Wozu weitermachen in dieser Hölle? Einen Sinn in meinem jungen Leben hatte ich noch nicht erkennen können. Die Situation schien aussichtslos: Hast du versucht, mit den Erziehern zu sprechen, hatten sie keine Zeit für dich. Bist du in dein Zimmer gekommen, hast du Prügel bezogen von deinen Mitbewohnern.

Ich glaube, in dieser Zeit hatte ich dieses kindlich-naive Versprechen abgegeben, an das ich mich heute immer wieder erinnern muss. Ich sprach mit Gott. Was ich damals als Achtjähriger nicht mal ahnen konnte, sollte eine Maxime meines weiteren Lebens werden. Noch heute halte ich mich streng an dieses Gelübde von damals. Die bescheidene Heimpädagogik, die uns täglich traktierte, hatte ihre Wurzeln in christlichen Grundsätzen. Auch wenn es fast wie Hohn erscheinen mag: In dieser oft feindseligen Umgebung hatten die Erzieher uns mit Gott bekannt gemacht. Wir mussten das alte und das neue Testament lesen und so wusste ich von der möglichen Existenz eines Gottes, obwohl ich kaum lesen konnte. In meiner kindlichen Fantasie suchte ich einen Verbündeten und da kam mir Gott gerade recht. Ich schaute zum Himmel und sagte: "Wenn es dich da oben wirklich geben sollte, dann sieh zu, dass ich groß und stark werde, damit ich mich um diesen Mist hier kümmern kann." Heute habe ich den christlichen Glauben für mich längst durch die Lehren und Weisheiten Buddhas erweitert. An mein Versprechen Gott gegenüber aber halte ich mich immer noch.

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