Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Liberaler Schlachtruf, 17. November 2003
Michael Moore ist es gelungen mit seinem neuen Werk einen weiteren Höhepunkt seiner Karriere zu setzen. Der Titel ist leider unglaublich schlecht ins Deutsche übersetzt und erweckt den Eindruck dass es sich nur um einen Aufguss von Stupid White Men handelt - vollkommen falsch. Das in seinem unverwechselbaren, beinahe britisch anmutenden, Stil geschriebene Werk ist ein Schlachtruf für Liberalismus und Gerechtigkeit und gegen politische Unmoral. Detailliert zitiert er beispielsweise öffentlich zugängliche Quellen die über Verbindungen der Bushs zum Bin Laden Clan berichten, oder faßt die Statements der Regierungsmannschaft über irakische Massenvernichtungswaffen im Zeitraffer zusammen. Sämtliche Aussagen sind mit genauer Quellenangabe zitiert und im Anhang erläutert. Fassungslos ob der unglaublichen Dreistigkeit dieser offensichtlichen Lügen starrt der Leser auf die Zeilen des Buches, selbst wenn er bereits vorher nicht gerade das beste Bild der derzeitigen amerikanischen Administration hatte. Den größten Teil des Buches widmet Moore allerdings der Frage warum die liberale Mehrheit des Landes regelmäßig konservativ wählt obwohl sie in vielen Punkten eine andere Gesinnung haben. Nein, ich stehe nicht unter Drogeneinfluß und jawohl, sie haben richtig gelesen! Michael Moore beweist dem Leser, daß die Amerikaner mehrheitlich liberal sind, obwohl sie den Begriff selbst verabscheuen. Warum in aller Welt also sind dann die Republikaner an der Regierung? 4) Weil die Demokraten jede konservative Partei in Europa rechts überholen würden. Liberal gesinnte Politiker stehen in den USA laut Moore nicht zu seiner Gesinnung, daher gelten sie als Feiglinge und die Bürger wählen das kleinere Übel, also konservativ. In seiner gewohnt flapsigen Art schreibt der Autor daß er kotzen könnte wenn er daran denkt daß Nixon der letzte liberale Politiker der USA war. Warum er das so sieht ist im Buch zu erfahren. 5) Konservative Kreise in den USA verbreiten Angst und Schrecken unter der Bevölkerung um sie davon abzuhalten ihren eigenen Interessen gemäß zu handeln. Im Schatten von 9/11 und ständiger Berichterstattung über Verbrechen in den Medien (bei rückläufigen Verbrechenszahlen) wurden zum Beispiel die Bürgerrechte massiv eingeschränkt und Steuererleichterungen für die Superreichen durchgesetzt. 6) Weil sie hoffen auch einmal in den Club der Reichen zu gehören. Im Kapitel „Horatio Alger must die" versucht Moore die Legende vom amerikanischen Traum zu zerstören und die Leser zum Kampf für ihre Rechte HEUTE zu ermutigen. Am Ende gibt Moore noch Tips wie man mit einem konservativen Schwager sprechen sollte um ihn davon zu überzeugen daß mehr soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz auch in seinem Interesse wären. Und er appelliert an jeden einzelnen zu seiner Überzeugung zu stehen und politisch aktiv zu werden. Ob man Michaels Moores politische Einstellung teilt oder nicht, dieses Buch ist in jedem Fall lesenswert. Die hervorragend recherchierten Fakten helfen die wahre Mentalität der Amerikaner und die derzeitige politische Situation im Lande besser zu verstehen. Ist das Buch politisch ausgewogen und kommen beide Seiten gleichwertig zu Wort? Selbstverständlich nicht! Moore ist ein Grüner und macht aus seiner politischen Einstellung keinen Hehl. Dennoch ist das Buch kein Pamphlet sondern ein pointierter Weckruf an den gesunden Menschenverstand seiner Mitbürger und beinhaltet den sehnsüchtigen Wunsch amerikanische Ideale wie Mitgefühl, Freiheitsliebe und Offenheit zu leben. Dude where's my country erfüllt darüber hinaus eine wahrhaft patriotische Mission. Nämlich den Lesern außerhalb der USA zuzurufen: Wir sind nicht so! Wir sind mehrheitlich keine stumpfsinnigen, kaltherzigen, schießwütigen Cowboys denen alle Anderen egal sind. Nach dem außenpolitischen Eskapaden der letzten Monate ist man als Europäer nach der Lektüre des Buches von unglaublicher Freude und Dankbarkeit erfüllt. Dankbarkeit darüber, daß die Amerikaner die man persönlich kennen und schätzen gelernt hat keine Dissidenten waren sondern der Normalfall. Die Mehrheit! Fazit: Moore hat ein Werk geschaffen, das neben ernsten politischen Anliegen auch den Unterhaltungswert nicht zu kurz kommen läßt. Diese beißende Satire strapaziert regelmäßig die Bauchmuskeln und läßt den Leser noch Tage später immer wieder über die politischen Aspekte nachdenken. Einfach großartig, ein Meisterwerk!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
114 von 148 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Im Westen nichts Neues, 19. Oktober 2003
Von Ein Kunde
Worum geht es in dem Buch? Ganz einfach...wie werde ich George W. Bush los? Dies ist das erklärte Ziel von Michael Moore, George Bush spätestens bei der Wahl 2004 aus dem Weißen Haus zu haben. Natürlich ist es schwer einfach hinzugehen und ihn an seiner Krawatte rauszuschleifen, auch wenn das viele gerne tun würden. Mr. Moore verlässt sich stattdessen darauf was er mit am besten kann: ein Buch schreiben, mit dessen Hilfe er die Bevölkerung Amerikas aufrütteln will, Bush junior 2004 nicht wieder zu wählen. Und wie lassen sich die Leute am besten überzeugen - mit der Wahrheit...und einem Brief von Gott!!! Wie schon in „Stupid White Men" haben Michael Moore und seine Mitarbeiter keine Mühen gescheut und wahrscheinlich wieder tagelang Quellen studiert um den Leser Fakten vor Augen zu führen, die viele wahrscheinlich nicht für möglich hielten. Diese sind wie schon in „Stupid White Men" wieder unglaublich und erstaunend. Im Gegensatz zum Vorgänger sind die Argument meiner Meinung nach noch mehr auf andere Länder übertragbar, da es halt auch um den 11. September und seine Folgen geht. Allerdings kann man auch wieder viel über die Amis lachen und grübeln. Man sollte von dem Buch jedoch nichts Neues erwarten. Es ist ein typisches Michael Moore Buch, in seinem bekannten lustigen, teilweise einfachen und polemischen Schreibstil. Dies werden wieder viele kritisieren, aber wenn ich was ausführliches und anspruchsvolles lesen möchte, kaufe ich mir halt ein anderes Buch. Allerdings habe ich auch einen kleine Kritikpunkt gefunden: hieß es in „Stupid White Men" Noch, dass die Amerikaner sich keinen deut für die Umwelt interessieren, heißt es plötzlich das sich 83% Gedanken um die Umwelt machen!? Was ich ebenfalls vermisse ist, warum Mr. Moore nicht selbst kandidiert oder nicht geholfen hat eine eigene Opposition aufzubauen...ok er ist beschäftigt, aber immer nur darauf zu hoffen das die 2 Millionen Amerikaner die seine Bücher lesen auch das machen was er sagt, ist wohl zu wenig. Im Endeffekt ist es allerdings wieder ein sehr unterhaltendes Buch, im Stile seiner Vorgänger, wenn auch ein wenig schlechter da es nichts wirklich Neues beinhaltet.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
30 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Deutlich besser als "Stupid White Men", 27. Dezember 2003
Mit diesem Werk legt nun Moore alles ab, was ich an "Stupid White Men" zu kritisieren hatte. Dort habe ich bemäkelt, dass es klischeehaft sei, dass es die Realität vereinfache und mittels Verallgemeinerungen Vorurteile schüren würde. Alle diese Schwächen finden sich hier nun nicht mehr. Weiters hat Moore ganz offensichtlich seine Recherche verbessert. Ein weiterer Kritikpunkt wurde ebenfalls erledigt: Der größte Teil dieses Buches richtet sich nicht bloß an US-Amerikaner, sondern ist für den politisch interessierten Europäer durchaus relevant. Hatte ich "Stupid White Men" noch zu gute gehalten, dass es witzig geschrieben ist - so muss man nun sagen, dass genau dies Michael Moore hier noch um ein vielfaches besser gelingt. Mit viel Sarkasmus - aber auch durchaus satirisch - geht er auf viele Probleme des aktuellen US-Amerika ein. Die Darstellung, das Buch wäre eine Abrechnung mit George W. Bush, ist viel zu einfach - Moore hat hier eine bittere Kritik am aktuellen US-Amerika geschaffen. Dennoch bleibt immer erkennbar, dass er für dieses Land steht, es ist eben kein Buch, das antiamerikanisch ist - und das ist gut so. Vieles stimmt nicht mit diesem Land, dennoch ist es nicht das Feindbild, das so mancher darin gerne sehen möchten. Ganz im Gegenteil, sollte uns das vorliegende Werk zum Nachdenken auch über unsere Gesellschaft verleiten. Inhaltlich beschäftigt er sich zunächst mit den Hintergründen des Kriegs gegen den Terror und gegen den Irak und den Lügen, die von der Bush-Administration zur Rechtfertigung vorgebracht werden. Danach versucht er zu klären, warum eine Mehrheit (Unter- und untere Mittelschicht) permanent einer Minderheit die sie unterdrückt die Stimme gibt. Schließlich (und nun wird es rein US-amerikanisch) macht er sich auf die Suche nach dem idealen Gegenkandidaten um eine Wiederwahl der Republikaner zu verhindern. Wie gesagt, sauber recherchiert, witzig geschrieben, nicht klischeehaft und in der Darstellung differenziert, daher: eine klare Empfehlung für dieses Buch.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
|