Bitterböse und mit viel Humor geht es zu, wenn Ralf Kramp die Schwächen seiner Mitbürger aufs Korn nimmt und dabei schonungslos die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet. Denn ein in Frischhaltefolie eingewickelter Kopf des Ehemannes oder ungestüm ausgeführte Messerattacken sind nicht gerade das, was man einen sauberen Mord nennen könnte. Da hat doch sein Herr Schledl in "Marikas Wanne" eine viel bessere Idee, wenn er den Keller vorsorglich mit dreizehn Zehn-Liter-Kanistern Schwefelsäure bestückt, um seine Holde in der neuesten Errungenschaft baden zu lassen. Ob perfekt vorbereiteter Mord oder Affekthandlung. Letztlich ist es völlig egal, warum er ein Verbrechen geschehen lässt. Denn gerade die Stümperhaftigkeit der Protagonisten gepaart mit vielen, unkontrollierbaren Gefühlen sind es, die das Besondere an den Geschichten von Ralf Kramp ausmachen. Gut beobachtet und lebensecht herausgearbeitet, bringt er nicht nur die Motivation des Täters auf den Punkt, sondern versteht es, die Umstände der Tat nachvollziehbar zu beleuchten. Dabei sind nicht alle seine Schilderungen originell und einmalig. Auch alt bekannte Mordgelüste werden neu aufbereitet und kurzweilig dargeboten. Eine bunte Mischung, die für jeden Geschmack etwas bereit hält und schafft es einmal eine der Geschichten nicht, den Leser zu begeistern, so gelingt es der nächsten ganz bestimmt.
Fazit:
Angenehm kurzweilig und mit bitterbösen Wendungen gespickt, präsentiert Ralf Kramp eine Auswahl von mörderischen Kurzgeschichten und trifft damit wirklich "Voll ins Schwarze".