Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hartmut ist wieder da, 26. September 2006
Hartmut und sein namenloser Mitbewohner (und Erzähler) sind wieder da. Noch immer wohnen sie in ihrer Bruchbude in Bochum auf der Wiemelhauser Straße direkt gegenüber von der jugoslawischen Frittenbude. Noch immer verbringen sie nicht unerheblich viel Zeit damit vor der Playstation zu sitzen.
Doch manches hat sich geändert. Susanne wohnt jetzt bei Hartmut, der noch immer seine Internet-Seelsorge anbietet. Doch eines Tages fällt den Ruhrpott-Weltverbesseren die deutsche Arbeitsmarktmisere auf. Tausende und Abertausende kriegen keine Jobs, weil sie überqualifiziert sind. Und so eröffenen Hartmut und sein Mitbewohner das weltweit erste "Institut für Dequalifikation". Hier werden Altphilologen zu Bauarbeitern, Ingenieure zu KFZ-Mechanikern und Künstler zu Anstreichern. Ganzheitlich und mit Jobgarantie.
Uschmann behält die Qualität des Vorgänger in meinen Augen aufrecht. Der Schreibstil fesselt einen sofort wieder und man kann es kaum erwarten, auf was für absurde Ideen Hartmut als nächstes kommt. Wem "Hartmut und ich" gefallen hat, der wird auch an diesem Buch seinen Spaß haben. Allen Neueinsteigern empfehle ich aber zuerst den Vorgänger zu lesen. Ich jedenfalls freue mich schon auf Teil 3.
Danke Oliver Uschman für diesen Roman. Ich kann wieder beruhigt schlafen in dem Wissen, dass da draußen noch Menschen wie Hartmut sind.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
einfach genial, 3. Februar 2007
dieses buch muss man lieben. ich habe es regelrecht verschlungen. und hinter seinem vorgänger muss es sich auch nicht verstecken.
was habe ich diesmal wieder herzhaft gelacht. dequalifizierung, darauf muss man erst einmal kommen. aber wo uschmann recht hat, hat er recht. jeder der augen im kopf hat, sieht doch, was los ist. das hier ist eine famos versteckte gesellschaftskritik, die zu ddr zeiten die stasie glatt einkasiert hätte. so sehr man über ups geplagte philologen lacht, ein bitterer nachgeschmack bleibt.
aber denoch hat das buch viele, eigentlich nur höhepunkte. und ich ist verliebt. soviel romantik gab es im vorgänger nicht, aber ich habe denoch mitgelitten und mitgebangt. ach, ich könnte das gesamte buch als höhepunkt aufzählen.
gut, es gibt leute, die können mit dem schluß nicht viel anfangen. gut, ist geschmackssache. aber ich konnte zum schluß niccht mehr vor lauter tränen. mit scheiße den staat aufmotzen. eh, auf solche ideen muss man erst einmal kommen.
lieber oliver uschmann. lenken sie sich durch nichts ab und schreiben sie und schreiben. ich warte, ob fortsetzung oder was neues. egal, hauptsache uschmann steckt dahinter.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gefletschte Zähne? , 25. Oktober 2007
"Das ist kein Lächeln, das sind gefletschte Zähne" steht auf der ersten Seite dieses Buches, ein Zitat der Crossover-Band Such A Surge. Die haben in den 90ern mit Liedern wie "Gegen den Strom" oder "Ideale" eine Menge Wind gemacht, waren aber nur ein Sturm im Wasserglas. Sie haben mitzuverantworten, dass revolutionäre Slogans zum Modescheiß für Skateboardvideos wurden, sinnentleert wie der Che Guavara, der heute in jeder Bar hängt. Dann lieber das Zitat von Sylvia Witt, nachdem die Wirtschaftsweisen "in Wirklichkeit Waisen waren" und man sich nur verhört habe. Das ist der Humor, mit dem dieses Buch sich der "Generation Praktikum" und ihrem Schicksal widmet.
Die Grundidee, mittels eines Institutes zur Dequalifikation Akademiker zu Malochern und so wieder lebensfähig zu machen, bildet nur den Kern für eine Menge Seitenwege. Uschmann zieht auch Mitgliedschaften-Jäger in der Fußgängerzone und ihre Mitleidstaktik durch den Kakao. Er geht den Betrügern der "Heimarbeit"-Anzeigen nach. Er lässt Nazis und Antifa bei einer Demo gegen Hartz IV aufeinandertreffen und sie feststellen, dass sie heute die gleichen Slogans haben. Dabei sitzen seine Figuren über der Demo, auf dem Balkon. Das ist auch der Ort, wo Uschmann sitzt. Er inszeniert sich selbst durch seine Motive als Desillusionierten, der die ganzen politischen Kämpfe kennt, aber nicht mehr mitmachen will.
Ist "Voll beschägftigt" ein linkes, ein rebellisches Buch? Oder ist es Turnschuh-Protest? Die Antwort gibt am ehesten das Ende, das uns als Botschaft mitgibt: Mache, was du willst, folge deiner Passion, scheiß egal, ob sich damit was verdienen lässt. Zugleich zeigt es die Malocherwelt, vor allem die von UPS, mit einer gewissen Sympathie, trotz aller Unterstellungen, die Menschen dort seien vor allem Onkelz hörende Proleten. Es kommt selten genug vor, dass Proleten (im eigentlichen Sinne des Wortes) überhaupt mal eine Rolle in der sogenannten Popliteratur spielen. Ebenso wenig soziale Wirklichkeiten oder politische Debatten. Allein deshalb ist dieses Ding eine echte Überraschung, auch wenn es außer dem eigenen Streben nach Glück keine Lösung anbietet. Es zeigt aber, dass dieses Streben eher nicht im System funktioniert, sondern mit einem Bein im "Außen". Das ist doch was.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|