Die 16-jährige Hanna hat immer ein eher ruhiges Leben geführt. Ihr Alltag ist ordentlich aufgeteilt zwischen Schule, Schülerzeitung und ihren ebenso braven Freunden. Das alles ändert sich schlagartig, als sie Theo kennenlernt. Die erste Liebe stellt Hannas Leben auf den Kopf. So stört es sie zwar etwas, dass in Theos Clique oft und gern Alkohol getrunken wird, aber seinetwegen macht sie mit und genießt sogar das schwummerige Gefühl in ihrem Kopf, mit dem sich Theos Küsse noch viel besser anfühlen. Erst, als sie nach einer Party halbnackt in Theos Bett aufwacht und keine Ahnung hat, was passiert ist, zieht sie die Notbremse. Keinen Alkohol mehr! Doch kann sie das wirklich durchhalten?
"Voll im Rausch" ist ein nettes Buch für Teenager. Es liest sich schnell und einfach und versucht, die Gefahren des Alkohols realistisch darzustellen. Dies gelingt allerdings nicht immer. Meiner Meinung nach ist die Schilderung (genau wie Hanna selbst) immer noch ein bisschen zu brav. Um Jugendliche zu erreichen, müssten die Folgen von Hannas Alkoholkonsum drastischer geschildert werden. Vor allem die oben erwähnte Szene, in der Hanna in Theos Bett aufwacht, liest sich viel zu langweilig. Theo versichert seiner Freundin, es sei nichts gelaufen, und sie glaubt ihm das einfach. Das ist unrealistisch. Wo ist Hannas Panik? Wo sind die Angstvorstellungen, was alles passiert sein könnte? Wo ist das verzweifelte Warten auf ihre nächste Periode? Entweder soll Hanna wirklich als ausgesprochen naiv dargestellt werden, oder die Autorin hatte keine Lust, sich ausführlicher mit dem Thema zu befassen. Das ist eine verpasste Chance, mit der sich das Buch vielleicht aus der Mittelmäßigkeit der anderen Problemromane für Teenager hervorgehoben hätte. So ist es einfach nur ein Buch von vielen - nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut.