Leider ist der hier vorliegende persönliche Leidensbericht Monika Falkenraths wenig hilfreich für Betroffene und Interessierte.
Die Borreliose wird hier dämonisiert und der Kampf gegen "das Böse" beginnt. Die Waffen: Völlig irrational zusammengewürfelte naturheilkundliche Verfahren, die nach dem Scheitern der schulmedizinischen Therapie endlich Linderung bringen.
Das Ansinnen Monika Falkenraths, die Naturheilkunde als Alternative zu schulmedizinischen Verfahren zu bewerben ist durchaus sinnvoll, bringt sie doch viele gute Ansätze mit, die sehr gut gegen Borreliose (und viele andere Leiden) eingesetzt werden können. Ich selbst empfehle meinen Patienten auch die Borreliose-Nosode (= eine Art homöopathische Impfung) und viele hier beschriebene Verfahren zur Stärkung des Immunsystems.
Sehr bedenklich finde ich einfach die Art, wie 1. Borreliose gesehen wird (nicht an allem ist die Borreliose schuld - auch wenn man sich das vielleicht "wünschen" würde, häufig ist sie eine Art Sündenbock...) und 2. alle möglichen Verfahren völlig unreflektiert und gleichzeitig angewendet werden.
Man sollte Krankheiten nicht dämonisieren, denn so gewinnen sie nur noch mehr Macht und sorgen dafür, dass übersteigerte Ängste entstehen, die im Heilungsprozess äußerst kontraproduktiv wirken können. Auch sollte man einen vernünftigen Zugang zu unterschiedlichen Therapieansätzen suchen. Wenn eine Sache nicht klappt, kann man das nächste Verfahren versuchen - nicht verzweifeln! Es gibt IMMER und für JEDEN eine Möglichkeit. Darauf muss man vertrauen. Deshalb sollte man aber nicht ALLE Verfahren GLEICHZEITIG und völlig irrational anwenden. Freilich stellen sich Erfolge ein, wenn man mit unzähligen Therapien dem Immunsystem unter die Arme greift. Das sollte auch Ziel jeder Therapie sein - nämlich den Körper selbst zum Heiler zu machen. Wenn man aber Therapien zum Götzen seines Lebens erhebt und nur noch damit beschäftigt ist, geht dabei aber einfach viel Lebensqualität verloren (diesen Eindruck hatte ich sehr stark bei diesem "Pamphlet wider die Borreliose"), die auch eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit der Genesung spielt. Es ist auch nicht jedem möglich zu einer reinen Quelle nach Luxemburg zu fahren etc. Leider vermittelt die Autorin aber allzu oft den Eindruck, dass man all dies tun muss, was zu großer Frustration und gesteigerten Ängsten bei betroffenen Lesern führen kann. Deshalb empfehle ich das Buch auch nicht meinen Patienten.
Borreliose-Erkrankte sollten beim Versagen der konventionellen, antibiotischen Therapie (die entgegen der Behauptung der Autorin sehr wohl sehr vielen Menschen helfen kann - aber eben auch ab und an versagt) auf alle Fälle auf naturheilkundliche Verfahren zurückgreifen. Alles, was dem Immunsystem auf die Sprünge hilft, bringt Erfolg! Also nicht aufgeben und darauf vertrauen, dass es für jeden das richtige Verfahren gibt - und man findet es auch, wenn man es sucht.
Das Buch beschreibt den Weg von Frau Falkenrath, ist also sehr subjektiv - und deshalb wenig hilfreich. Schade...