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Volksfeinde: Ein Schlagabtausch [Gebundene Ausgabe]

Michel Houellebecq , Bernard-Henri Lévy
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

28. September 2009
Ein Duell in Worten. Zwei der sicht­barsten literarischen Gestalten Frankreichs begegnen sich zum Schlagabtausch: Bernard-Henri Lévy und Michel Houellebecq. Der »Philosoph ohne Ideen, aber mit Beziehungen« trifft auf den »Nihilisten, Reaktionär, Zyniker, verschämten Frauenfeind« wie Houellebecq das ungleiche Paar gleich zu Beginn gewohnt schonungslos charakterisiert. Lévy kontert: »Ich muss schon sagen, Sie gehen ganz schön ran, lieber Michel, mit ziemlich enormen, schön provozierenden Geständnissen.«
Ihr furioser Briefwechsel betreibt gnadenlose Selbstanalyse. Zwei narzisstische Persönlichkeiten fragen sich, womit sie den Hass der Öffentlichkeit verdient haben, sie kommen auf ihre Väter zu sprechen, auf die verachteten Journalisten und Literaturkritiker und sezieren das eigene Image mit einer so klugen Koketterie, dass man nur bewundernd staunen kann.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: DUMONT Literatur und Kunst Verlag; Auflage: 2 (28. September 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3832195181
  • ISBN-13: 978-3832195182
  • Originaltitel: Ennemis publics
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 366.406 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein Debattenbuch, das nicht politischer und nicht persönlicher sein könnte (...) Mit ihrem klugen und bisweilen traurigen Briefwechsel haben die beiden bewiesen, dass man in tabuloser Offenheit und gleichzeitig respektvoll miteinander umgehen kann." SPIEGEL "Ein schöner Fall von Philotainment. Die französischen Stars Bernard-Henri Levy und Michel Houellbecq liefern sich ein unterhaltsames Brief-Match." DIE ZEIT "Richtig lesenswert (...) Ein Streit, wie er aktueller nicht sein könnte." DIE WELT "Aufregend und amüsant zugleich." RHEINLANDPFALZ Erstklassige philosophische Auseinandersetzung NEUE PRESSE

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von Tohu und Bohu 3. Januar 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Tohu und Bohu, die im ersten Satz der Bibel bezeichnete Fassungslosigkeit und Einsamkeit, sind so etwas wie das Leitmotiv des Bandes, der sich auf Seite 137 auch darauf bezieht. Volksfeinde dokumentiert den Briefwechsel, der zwischen dem 26. Januar und dem 11. Juli 2008 zwischen Bernard-Henry Levi und Michel Houellebecq geführt wurde. Bei aller Unterschiedlichkeit der beiden Protagonisten eint sie neben der regionalen Herkunft (beide wuchsen teilweise, wenn auch zeitlich versetzt, in den nur 10km entfernten Orten Esbly und Crécy-la-Chapelle auf) vor allem dass Gefühl, dass die Mehrheit der Bevölkerung ihnen ablehnend, gar feindlich gegenübersteht. Die dass Lesevergnügen trübende dramatische Selbstinszenierung beider als 'feuerfest' (202) und abseits der Gesellschaft stehend geschieht zu Beginn noch mit fröhlicher Ironie ('Unsere Namen tauchen nicht einmal im Abspann von Ratatouille auf' (6), später steigt das Bedrohungsgefühl stetig. Man wähnt sich von der Kritik verfolgt in einem 'literarischen Atomkrieg' (202), wobei Kritik auch mal als 'Exocet-Rakete (ein nicht zu treffsicheres, aber einst marktgängiges Produkt der französischen Rüstungsindustrie) in den Kopf' (Levi, 204) und Kritiker als 'nicht besser als diejenigen, die unter der Nazidiktatur ihr Unwesen trieben' (Houellebecq, 228), bezeichnet werden. 'Volksfeind' variiert deshalb offenbar den Titel der ab 1789 von Jean-Paul Marat herausgegeben Zeitung 'Der Volksfreund'.
Während Camus und Sartre Anfang der 1950er Jahre einen im Buch ebenfalls erwähnten, in der von Sartre gegründeten Zeitschrift Les Temps Modernes öffentlich geführten Streit in aller Schärfe ausfochten, üben sich Houellebecq und Levi in ausnehmend freundlichem Ton im literarischen Federmessen, bei dem fortwährend Zitate und literarische Bezüge über das Netz geschlagen werden. Wie Houellebecq es auf Seite 150 formuliert: Weiß man nicht weiter, wirft man die heisse Kartoffel zurück. Es ist eine Art Hütchenspiel zu zweit.
Die gegenseitige Debatte steht dabei im Hintergrund, beide Protagonisten üben sich im freien Assoziieren nach selbstgewählten Stichworten des jeweils Anderen. Das ist kein Makel. Neben einem Einblick in de Gedankenwelt beider Autoren bilden die Briefe ein Kompendium aus Gedanken vorwiegend französischsprachiger Literatur und Philosophie. Gastauftritte haben dabei Spinoza, Pascal, Comte, Levinas, Sollers, Baudelaire, Aragon, Sartre, Camus, und Flaubert, aber auch Dostojewski, Nietzsche und Schopenhauer, um nur einige zu nennen. Die Lektüre sei jedem, der es bis zu dieser Lesenotiz geschafft hat, empfohlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mag Sarah Krampl TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Michel Houellebecq wurde 1958 in La Reunion (Afrika) geboren und verbrachte seine Jugend in Algerien, in Obhut seiner Großmutter. Bald zog er nach Frankreich, studierte auf der technischen Hochschule, wurde Landwirtschaftsingenieur und arbeitete einige Jahre im Landwirtschaftsministerium beziehungsweise als Informatiker. Seine erste Ehe, aus der der Sohn Ètienne (geboren 1981) hervorging, wurde nach kurzer Zeit geschieden. Er lernte dann seine zweite Frau Marie-Pierre-Gauthier kennen. Heute lebt er alleine abwechselnd in Irland und Südspanien.
Michel Houellebecq wird heute als Provokateur im Sinne Celine "Die Reise ans Ende der Nacht" betrachtet. Er wendet sich in seine Romane gegen die narzisstische westliche Konsumgesellschaft und beschreibt die heutige frustrierte sexuelle Welt. Sein Denken weist eine Nähe zu den französischen Moralisten La Rochfoucauld und Chamfort auf.
2010 erhielt er den Prix Goncourt für sein neuestes Werk "La carte et le territoire", das am 16.3.2011 in Deutsch unter dem Titel "Karte und Gebiet" erscheinen wird.
Houellebecq hat bereits vier Romane veröffentlicht: "Ausweistung der Kampfzonen" (2000); "Elementarteilchen" (2001); "Plattform" (2001) und "Die Möglichkeit einer Insel" (2005).

Bernard-Henri-Lèvy, geboren 1948 in Algerien, begann als französischer Journalist, studierte Philosophie und gilt heute als einer der größten politischen Intellektuellen Frankreichs. Ein Jahr lang bereiste er die USA, um die Kultur dort kennen zu lernen und darüber zu schreiben. Von Francois Mitterand (Regierungszeit 1981-1995) wurde er zum Vorsitzenden der staatlichen Filmkommission ernannt. Seit 1993 ist er in dritter Ehe verheiratet. Eine Tochter aus erster Ehe ist selbst Schriftstellerin. Lèvy wird oft mit Sartre verglichen, über den er 2002 ein Buch schrieb "Sartre. Der Philosoph des 20. Jahrhunderts". Ein weiteres Buch, das sehr kritisch betrachtet wird, ist das bereits 1984 erschienene "Das Testament Gottes".

Zwei der meist umstrittendsten politische Intellektuelle Frankreichs haben beschlossen, gemeinsam ein Buch - bestehend aus Briefwechsel des Jahres 2008 - zu veröffentlichen.
Sie schreiben sich abwechselnd Briefe, in denen sie ihre Gedanken über sich selbst, die Welt, die Kultur, die Gesellschaft, Gott und über Literatur und Film ausführlich niederlegen.
Auch persönliche Kindheitserinnerungen kommen zum Tragen, und man erfährt näheres über das Verhältnis von Michel Houellebecq mit seiner Mutter Lucie Ceccaldi, die vor kurzem ein Buch geschrieben hat. In den Briefen stehen soziale Fragen neben dem eigenen Schicksal der Autoren als Außenseiter der Gesellschaft.
Mir hat das Buch insofern gut gefallen, als dass die neuesten Gedanken zu unserer Welt und Umwelt zur Sprache gebracht werden. Die Intellektualität und Wichtigtuerei wirkte sich auf mich ganz und gar nicht störend aus, im Gegenteil, ich finde es gut, dass es noch Menschen gibt, die ihr Dasein "dandyhaft" gestalten, das hat etwas Aristokratisches und Sublimes an sich, im Gegensatz zu den heute häufig vorkommenden Massenschriftstellern, die Themen ohne Tiefgang und ohne eigenen Gedanken behandeln und nur eine mittelmäßige Literatur produzieren. Ich finde außerdem nicht, wie viele Kritiker oder Rezensenten behaupten, dass Houellebecq und Levy besonders eitel schreiben. Dieses Buch ist ein Dialog zwischen zwei Menschen die ähnliche Themen in ihren Gedanken behandeln und die ein ähnliches Leben als politische umstrittene Intellektuelle führen. "Volksfeinde" sei all jenen empfohlen, die mehr über das Leben und Denken dieser zwei Autoren erfahren möchten.

Einige der besten Sätze des Buches:

Niemand gibt einen Pfifferling auf sein theoretisches Überleben im Gedächtnis der Menschheit (nicht einmal ich, der ich Bücher schreibe)

Natürlich will ich als Autor überdauern; andererseits habe ich aber auch nicht gelogen, denn diesem Überdauern würde ich jederzeit ein echtes, körperliches überleben, so körperlich wie nur irgend möglich, vorziehen.

Ich möchte Ihnen ganz einfach sagen, dass wir heute in unseren postmodernen Kulturen zu dieser Prähistorischen Urzeit der Menschheit zurückgekehrt sind.

Die Trennung zwischen öffentlichem Bereich und Privatleben, zwischen Mensch und Werk? Das alles ist viel zu kompliziert geworden, mit derlei Skrupeln belastet man sich heute nicht mehr.

Ich glaube, dass intuitive Momente einfach Momente einer unvorhersehbaren extremen Spannung des Verstandes sind, in denen die Gedankengänge unglaublich schnell ablaufen, ohne dass etwas davon (weder Beweisführungen noch Prämissen) ins Bewusstsein gelangt.

Ein Satz von Schopenhauer: "Man erinnert sich an sein eigenes Leben kaum besser als an einen Roman, den man irgendwo gelesen hat."
(Michel Houellebecq)

Erstens hat die Meute Angst.
Das vergisst man allzu leicht, wenn man sieht, wie wütend, wie wild, wie hungrig und tatendurstig sie ist.

Und ich glaube, dass sie stimmt. Ich glaube, dass die Menschen nicht so böse wären, wenn sie nicht in erster Linie von einer tief verwurzelten, unstillbaren, animalischen Angst beseelt wären.

Aber dessen ungeachtet glaube ich, dass man immer richtig liegt, wenn man denkt, dass die Bösen in erster Linie verängstigt sind. Richtig liegt man allein schon deshalb, weil es schlicht zutrifft: Sie fürchten das Leben, den Tod, ihre Geister, ihre Phantasmen, das in ihnen getötete Kind, dessen Leichnam sie noch in sich tragen, die Gemeinheit der anderen, ihre Einsamkeit, ihr Begehren, ihr Nicht-Begehren, ihre verborgenen Schwächen, die kein Buch je ergründet hat, ihren Anteil am Wahnsinn oder ihren Konformismus, ihre hoffnungslose Mittelmäßigkeit und ihre zerstörten Ambitionen, den Krieg aller gegen alle oder die ewige Ruhe, von der sie wissen, dass sie am Ende dazu verdammt sein werden.

Zweitens ist die Meute schwach.

Vor allem deshalb, weil sie beseelt ist von Neid, Hohn, Ressentiment, Hass, Unterlegenheitsgefühl, von Boshaftigkeit, Grausamkeit, Schadenfreude, Verachtung, von allem, was Spinoza las trübsinnige Leidenschaften bezeichnet, denen er zugleich letztgültig attestiert, dass sie einem keine Stärke, sondern Schwäche verleihen; dass sie kein Hinweis auf Macht, sondern auf Machtlosigkeit sind; dass sie das Ich schwächen; dass sie seine Handlungsfähigkeit einschränken; dass sie ihm einen niedrigeren Grad der Vollkommenheit und eine Kampflust zweiter Ordnung verleihen.

Die Freude macht klug und stark; die Boshaftigkeit ist ein Gift, und dieses Gift tötet über kurz oder lang.

Und drittens ist die Meute dumm.

Ich erinnere Sie daran, dass es einmal mehr Baudelaire war, der dieses Programm am besten beschrieben hat, als er die zwei Rechte benannte, die er in die Liste der Menschenrechte aufgenommen wissen wollte - das Recht, sich zu widersprechen, und das Recht, fortzugehen

... die Surrealisten sagten, "einen gewissen Punkt im Geist gibt, von dem aus das Leben und der Tod, das Reale und das Imaginäre, die Vergangenheit und die Zukunft, das Vermittelbare und das Unvermittelbare, das Oben und das Unten nicht mehr als Widerspruch wahrgenommen werden".

(Bernard-Henri-Lèvy)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nabelschau zweier Narzißten 6. Mai 2012
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Die zwei Namen erzeugen vielleicht zu hohe Erwartungen. Nur selten ist das intellektuelle Niveau auf einem Level, dass die Lektüre interessant werden könnte. Dann flacht es gleich wieder ab. Penetrante Höflichkeit und übertriebener gegenseitiger Respekt, was soll dabei schon Großartiges herausschauen? Im Grunde haben die beiden einander nichts Wesentliches zu sagen. Schade.
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