Gleich ein Dutzend mal fletscht uns das Konterfei von Volker Pispers auf seinem Buch „Volkerkunde" (con anima) an, und wir denken einmal mehr: „Mensch, warum war der Volker damals nicht im Cast von ‚Am Anfang war das Feuer'?" Glücklicherweise ist der Inhalt des anlässlich seines 20jährigen Bühnenjubiläums neu aufgelegten und erweiterten Werkes nicht so dumpf eitel wie die Verpackung: Pispers gibt einen Querschnitt aus seinen diversen Kabarettprogrammen der Jahre 1985-2002, wobei eines auffällt: Pispers hat sich im Laufe der Jahre gesteigert. Hat man sich durch die überraschungsarmen, witztechnisch schmalbrüstigen und mit fragwürdigen Aussagen jonglierenden Texte der 80er gequält (z.B. „Softimacho", „Demoland", „Zeit zum Schreiben"), nimmt Pispers in den 90ern allmählich Fahrt auf, um in den vergangenen Jahren zunehmend ätzend zu werden, im positiv-subversiven Sinne. Seine Texte über den Irak-Krieg, über Bush und Konsorten sind präzise, analytisch-sezierend und voller böser Anspielungen. Der reife Pispers ist ein deutscher Michael Moore, der in einer Liga mit Matthias Deutschmann, Heinrich Pachl und Gerhard Polt spielt. Da wünscht man dem Pispers eine Volkerwanderung in sein aktuelles Programm „...bis neulich"!