Der rote Faden dieses Albums ist die Nationalhymne. Laibach bedienen sich bei 14 Ländern, nehmen Texte und Melodien derer Hymnen und basteln daraus Klangcollagen, die eine Mischung aus moderner Klassik und Elektronik darstellen. In den meisten Stücken singen Gastsänger in Originalsprache, ansonsten tönt Laibach-Sänger Milan Fras in tiefbrummender, slawisch angehauchter Stimme Kritisches und Nachdenkliches zu den Situationen der einzelnen Länder. Das sind die Fakten.
Noch zwei Details vorneweg: auf dem Cover prangen Schafe, in Aquarell gezeichnet. Das sieht lieblich aus, aber der Albumtitel „Volk“ verrät, wer mit den Schafen gemeint ist. Nun hat „Volk“ aber noch eine zweite Bedeutung: im Slowenischen, und von dort kommen Laibach, bedeutet „volk“ (gesprochen „fouk“) ganz einfach „Wolf“. Das sind Laibach, gerne zweideutig, gerne unbequem.
In einer anderen Kritik wurde geraten, die CD zu kaufen, bevor sie auf dem Index landet. Ich vermute, der Schreiber bezog sich auf die Textstelle „Deutschland, Deutschland über alles in der Welt“. Dazu muß man wissen, daß es nicht verboten ist, diese Textstelle zu singen. Daß man es aber lassen sollte, wenn man nicht in der rechten Ecke landen will, ist eine andere Geschichte.
Laibach waren für mich immer Inbegriff harter Elektronik, interessant, aber kaum anzuhören. Diese Scheibe ist nun anders, mag damit eingefleischte Laibachfans verschrecken, aber das Werk interessant für andere machen, die mit solch radikaler Musik nichts anfangen können.
Viel Klavier, viel Streicher, Chöre auf der einen Seite, Elektronik und Beats auf der anderen Seite vermischen sich zu getragenen Klangteppichen.
Wer die Norweger „Ulver“ kennt und vor allem schätzt, wird an diesem Werk seine Freude haben, denn die Musik schlägt manchmal in die gleiche Kerbe. Zum Schmunzeln ist es da, daß auch „ulver“ „Wölfe“ bedeutet…