"Vol. 2" ist, wie der Name schon sagt, der zweite Teil der "Lifetime"-Reihe von Jay-Z. Nach dem sensationellen "Reasonable Doubt", ein Street-Album erster Güte, und dem daraus resultierenden Erfolg, rutschte Hova jedoch immer mehr ins kommerzielle ab. Das brachte ihn in der Szene zwar um seinen erarbeiteten Respekt, doch da sich "Vol. 1" und "Vol. 2" so gut verkauften, war Jigga, auf Grund der vielen $-Zeichen in seinen Augen und dem Klingeln der Kassen in seinen Ohren, blind und taub für Kritik. Sicherlich muss man den Kritikern teilweise recht geben, denn die Texte sind teilweise wirklich sehr flach, überheblich und materiel, woran Tracks wie "Money, Cash, Hoes", "Paper Chase" oder "Money Ain't A Thing" keine Zweifel lassen. Allerdings muss man auch sagen, dass die Beats doch recht gut geworden sind und auch Iceberg mit seinem schlichten, aber dennoch coolen Flow einen ganz guten Job abliefert. Das Album beginnt verhalten mit der Single "Hard Knock Life". Der Beat ist zwar recht gut geworden, doch S.Carter rappt irgendwie gelangweilt und auch der Kindergesang im Refrain nervt nach einer Weile ganz schön. Richtig geil finde ich "Nigga What, Nigga Who". Der Beat bringt die Boxen an ihre Grenzen und der Jigga-Man rappt einfach verdammt gut. Auch "Money, Cash, Hoes" mit DMX, das von Swizz Beatz produziert wurde, ist ein Glanzpunkt. Der Name verleitet einen zwar zu negativen Vorurteilen, doch auch hier gilt für Beat und Rap das Selbe wie bei den Vorgängern. Einzig DMX rappt nicht ganz so gut wie sonst. Echt gut ist auch "Can I Get A.." mit Ja Rule und Amil, das eigentlich vom "Rush Hour" Soundtrack stammt, aber auch hier mit draufgepackt wurde. Das Instrumental ist verdammt groovig und Jay und Ja rappen so verdammt lässig und gut darüber, dass es den Song zum Highlight des Albums macht. "It's Like That" erinnert stark an "Reasonable Doubt". Der Beat ist sehr schlicht und leise, auch Jay-Z rappt eher ruhig und mit etwas deeperen Lyrics. Insgesammt auch ein verdammt guter Track. Zu diesen sehr gut gewordenen Songs kommt dann noch eine Anzahl an gelungenen Liedern: "Ride Or Die", eher ruhig, aber dennoch gut anzuhören; "A Week Ago", wieder ruhig und chillig, aber aus einem Song, bei dem Legende Too Short mitwirkt, hätte man definitiv mehr machen müssen; "Coming Of Age", auf "Reasonable Doubt" einer DER Hits, die Fortsetzung wirkt leider teilweise einfallslos, auch Memphis Bleek rappt lange nicht so gut wie 2 Jahre zuvor; "Paper Chase" mit Kollegin Foxy Brown, deren Freundschaft er mit Erzfeind Nas teilen muss, ist ganz gut geworden, aber kein Vergleich zu "Sunshine"; "Money Ain't A Thing", was soll bei einem Track mit JD auch anderes herauskommen? Flache Texte, aber dennoch ein sehr guter Partytrack. Mit "If I Should Die", "Reservoir Dogs" und "It's Alright" hätten wir noch ein paar schwächere Songs, was aber auf Grund der starken anderen nicht besonders ins Gewicht fällt. Insgesammt gilt für "Vol. 2" das Selbe, wie bei fast allen anderen Alben von Jay-Z: gut, aber nicht so gut wie Nas. Für Jigga-Fans sicherlich ein Must-Have, alle anderen sollten vorher lieber mal reinhören.