"Vixen" war nicht das erste Buch von Bruen, das ich gelesen habe, und die Geschichte um ein Gauner-Trio, das versucht, durch Erpressung zu schnellem Reichtum zu gelangen, war sicher auch nicht mein letzter Bruen.
Allerdings konnte ich mit der Figur des Inspector Brant von der Londoner Polizei, der in diesem Roman im Mittelpunkt steht, auf Anhieb nicht ganz so viel anfangen wie mit dem Protagonisten von Bruens "Jack Taylor"-Reihe. Was mir jedoch grundsätzlich zusagt, ist Bruens Schreibe und die Nähe seiner Plots zum sogenannten film noir - Klartext: Auch in Bruens Büchern kommen Leute vor, die Polizeiabzeichen tragen, aber ob die deshalb "die Guten" sind, sei dahingestellt. Brant jedenfalls ist jemand, gegen den Kriminaler Schimanski aus der "Tatort"-Reihe schon fast zahm wirkt. Allerdings sind auch Brants Gegenspieler nicht zimperlich; vor allem nicht die kaltschnäuzige Angie, deren Bösartigkeit sogar ihre abgebrühte Anwältin beeindruckt.
"Vixen" ist eine von harten Kerlen und noch härteren Frauen bevölkerte, mit gehörigem Tempo erzählte Geschichte; Langeweile hat hier nicht eine Seite lang eine Chance. Wer auf der Suche nach der idealen Lektüre ist, mit der er sein Schulenglisch auffrischen kann, sollte sich aber vielleicht nach einem anderen Buch umsehen oder sich zumindest darauf einstellen, dass das Patois von Bruens Figuren sehr farbig ist.
Fazit: Rasant erzählte Kriminalgeschichte, die mich bis zur Schlusspointe immer mal wieder an Geschichten von Cornell Woolrich und anderen Vertretern des klassischen "Hardboiled"-Genres hat denken lassen - eine gewalttätige Story mit farbigen Figuren, die Lust darauf macht, mehr von Bruen zu lesen.