Das gesamte "Gerät" macht einen soliden Eindruck, und ist stabil und ordentlich verarbeitet. Das Anschlusskabel ist mit 2 Metern schön lang. Das sollte für die wohl allermeisten Zwecke ausreichen.
Die Slave-/Masterfunktion lässt sich mit einem Schalter einfach abschalten, so dass man die Steckdosenleiste auch als normalen Verteiler benutzen kann. Die Schaltschwelle verstellt man mit einem Kreuzschraubendreher. Das Einstellrad ist nicht schwergängig, hat aber auch nur soviel Spiel, dass man gerade eben einen Widerstand spürt. Im Gegensatz zu einigen Billigleisten lässt sich Schaltschwelle schon bei 8 Watt aktivieren und geht dann rauf bis 80 Watt. Zumindest bei meinem Computer ist es damit möglich, alle Slave-Dosen auszuschalten, wenn sich Festplatte und Grafikkarte des Computers schlafen legen. Ob gerade dieser Effekt aber bei anderen auch funktioniert, hängt natürlich vom Rechner selbst ab.
Etwas verwirrend sind die Leuchten, die in der Mitte des Geräts eingelassen sind. Die Lämpchen für Erdungskontrolle und Überspannungsschutz leuchten bei mir so zart, dass man schon genau hinschauen muss. Leuchtet dazwischen die Lampe für die Slave-Dosen mit voller Kraft, erkennt man kaum noch ein Glimmen.
Sehr schön finde ich die Möglichkeit, hier auch gleich Netzwerk-, Fernseh- und Telefonkabel anschließen zu können, die dann ebenfalls vor Überspannungen geschützt werden. Ich hatte hier zunächst befürchtet, dass darunter der Datendurchsatz im Netzwerk leiden könnte. Das ist aber zum Glück nicht der Fall.
An einigen wenigen Dingen muss ich aber rumnörgeln:
Es gibt keine Möglichkeit, das doch recht große Vieh an die Wand zu bringen. Ein simples Loch auf der Rückseite hätte hier ja schon gereicht, damit man die Leiste zumindest an einen Nagel hängen könnte. Nun liegt das gute Stück auf dem Boden.
Die Steckdosen liegen recht nah beieinander. Bei den Schukosteckern entspricht der Abstand sicherlich dem allgemein üblichen Maß. Die beiden lütten Euro-Buchsen liegen allerdings dann doch etwas arg beieinander. Wer hier das Mini-Netzteil eines Handys einstöpselt, kann den danebenliegenden Steckplatz schon fast vergessen. Mit einer zusätzlichen 3-fach Steckdose aus dem Baumarkt ist das Problem natürlich lösbar, schick ist das dann aber nicht mehr.
Was ebenfalls negativ auffällt, ist der hohe Eigenverbrauch: Selbst, wenn gar keine Geräte angeschlossen sind, verbrät die Steckdosenleiste ganze 4 Watt. Das ist sogar dann der Fall, wenn die Slave-/Masterfunktion abgeschaltet ist. Sicherlich ist diese Leiste nicht dem Premiumsegment entsprungen, aber diese 4 Watt hätten wirklich nicht sein müssen.
Insgesamt sind die paar Mängel aber übersehbar. Insofern gibt es von mir 4 Sternchen.
Ein allgemeiner Hinweis an die Sparfüchse:
Es gibt einen Haufen preisgünstiger Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz. Bei den allermeisten sind nur Stromstärken bis 6000 Ampere abgesichert. Ein handelsüblicher germanischer Durchschnittsblitz hat aber schon 20.000 Ampere. Natürlich wandern die nicht alle durch eine einzelne Steckdose. Wer seine Elektrogeräte aber wirklich vor einem Blitzschlag schützen will, sollte sich damit nicht zufrieden geben. Diese Vivanco-Leiste arbeitet bis 30.000 Ampere. Auch das noch nicht viel, aber für den Preis schonmal richtig gut.
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Nachtrag am 19.08.2011:
Durch einen Kommentar zu dieser Rezension wurde ich auf die Kosten aufmerksam gemacht, die diese Steckdosenleiste durch die unnötigen 4 Watt Stromverbrauch verursacht (genaueres dazu in den Kommentaren). Addiere ich nun zum Kaufpreis die über die Jahre entstehenden Stromkosten, komme ich zu einem unverhältnismäßig hohen Effektivpreis, für den ich mir auch gleich eine Steckdosenleiste aus dem oberen Preissegment hätte kaufen können. Unter diesem Gesichtspunkt kann ich wahrlich keine Kaufempfehlung mehr geben und reduziere meine zuvor vergebenen 4 Sterne auf 3.