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Es sind nur sechzehn Opernwerke von Antonio Vivaldi komplett erhalten. Sein Nachlass ist bis heute zu großen Teilen im Ungewissen, verschollen, vergessen. Nur aus aus Dokumenten, Briefen und Werklisten weiß man von der Existenz zahlreicher Kompositionen, die seit fast 300 Jahren niemand mehr gehört hat. Insgesamt hat Vivaldi ungefähr 50 Opern geschrieben. Das ist nur ein Bruchteil im Vergleich zu seinen Solokonzerten. Bis heute ist Vivaldi als Opernkomponist nicht wirklich ein Begriff, kein Verglich zu Händel oder selbst zu seinem venezianischen Vorgänger Claudio Monteverdi, dessen Opern regelmäßig gespielt werden.
Ottone in Villa war Vivaldis allererste Opernkomposition und stammt aus dem Jahr 1713. Die Geschichte ist eher erotisch und sinnlich als heroisch. Vivaldi war damals der führende Geiger Italiens, wahrscheinlich wollte er eine Geschichte vertonen, die ins sündige, freilebige Venedig seiner Zeit passte, wo die Kirche nicht die Zensurmacht hatte, wie im restlichen Italien. Vivaldi war genauso wie Händel als Opernimpresario selbst Konzertunternehmer, musste mit seinen Stücken private Theater mieten und finanzieren. Daraus erklärt sich die eher oberflächliche, sehr auf Effekt ausgelegte Behandlung der Arien, in der die menschliche Stimme wie ein Instrument herausgestellt wird. Die Oper zeigt betörend schöne Barock-Musik eines ehrgeizigen Maestros, voller Rhythmus und anmutiger Melodien, deren Einfallsreichtum für zehn Opern gereicht hätte. Doch die Opulenz bleibt hier Leichtigkeit.
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