Die künstlerische Produktivität des venezianischen Barockmeisters Antonio Vivaldi grenzt ans Wunderbare: Er schrieb nicht nur hunderte von Konzerten, Sakralwerken und Sonaten sondern auch an die hundert Opern, von denen wir etwa fünfzig kennen. Erst nach und nach gelangt der immense Schatz von Vivaldis Bühnenwerken an die Öffentlichkeit. Der spätere Opernerfolg Bajazet erlebte 1735 in Verona seine Uraufführung - wie alle großen Opern in verschwenderischer Pracht, die auch in der überaus farbigen Musik spürbar ist. Am Pult der Produktion, die jetzt bei Virgin Classics erscheint, steht einer der erfolgreichsten Vivaldi-Interpreten unserer Zeit: Fabio Biondi, der hier erstmals eine Opernaufnahme für Virgin Classics leitet.
Es ist ein faszinierender Stoff, den Vivaldi seinen Veroneser Zeitgenossen bot und der noch später andere Kollegen wie etwa Händel (in dessen Tamerlano) faszinieren sollte: Der osmanische Sultan Bajazet, besiegt vom tartarischen Eroberer Tamerlano, wird in eine tragische Liebesgeschichte verwickelt, aus der ihn scheinbar nur der Selbstmord retten kann. Die Handlung hat Vivaldi mit musikalischen Einfällen garniert, die zu den wertvollsten Schätzen seines bisher kaum erschlossenen Œuvres zu rechnen sind. Ein Glücksfall der Welt-Ersteinspielung ist die Besetzung: Fabio Biondis Ensemble Europa Galante begleitet Stars wie Patrizia Ciofi, Vivica Genaux, David Daniels, Ildebrando d'Arcangelo und Marjana Mijanovic