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42 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
COLDPLAY - VIVA LA VIDA OR DEATH AND ALL HIS FRIENDS - COLDPLAY entwickeln ihre Musik konsequent weiter, 19. Juni 2008
Angefangen haben COLDPLAY auf PARACHUTES noch als Independent-Band, die aber schon zu großen, eingängigen Melodien fähig war. Bei A RUSH OF BLOOD TO THE HEAD liehen sie sich ein wenig U2-Feeling und schafften damit den Durchbruch. X&Y fiel dagegen fast rein poppig aus und machte die Jungs um CHRIS MARTIN zu Superstars. Da läge es vom Kalkül doch nahe, den Weg weiter zu beschreiten und "X&Y 2" aufzunehmen. Doch gerade das haben COLDPLAY nicht gemacht - sie sind nicht den sicheren Weg gegangen. Stattdessen haben sie sich mit ihren vergangenen Erfolgen die Freiheit erarbeitet, das zu machen, was sie wollen. Klar ist, sie machen jetzt keine komplett verkopfte Musik wie RADIOHEAD (warum auch, die Band gibt es bereits) und sie haben auch sonst das Rad der Musik nicht neu erfunden. Viel mehr haben CHRIS MARTIN (Gesang, Klavier), JONNY BUCKLAND (Gitarre), GUY BERRYMAN (Bass, Keyboards) und WILL CHAMPION (Schlagzeug) ihren Sound erweitert, neue Einflüsse hinzugefügt und daraus einen schmackhaften Musik-Shake gezaubert, namens VIVA LA VIDA OR DEATH AND ALL HIS FRIENDS.
Die gravierendste Veränderung ist schon mal der Gesang: sang CHRIS MARTIN früher meist in sehr hohen Lagen, so setzt er auf VLVODAAHF mehr seine natürliche" Stimme ein. Für mich ist das ein Pluspunkt, es klingt einfach entspannter und natürlicher - zudem dürfte es seine Karriere länger erhalten, denn das hohe Singen ist auf Dauer extrem strapaziös für die Stimmbänder. Die zweite wichtige Veränderung sitzt auf dem Produzenten-Stuhl und hört auf die Namen BRIAN ENO (unter anderem U2, PETER GABRIEL) und MARKUS DRAVS (unter anderem ARCADE FIRE). Die Beiden haben COLDPLAY offenbar dazu gebracht, darüber nachzudenken, was sie mit ihrer Musik wollen: größtmöglichen Erfolg oder aber doch lieber selbst zufrieden sein?
COLDPLAY entschieden sich offensichtlich für letzteres. Da wird geklatscht, mit Flamencorhythmen experimentiert, zudem öffnete sich die Band für Einflüsse der Weltmusik und lässt die Gitarre schon mal nach Sitar klingen. Aber die Musik lässt immer wieder Platz für große Melodien und Hymnen, für die die Band bekannt ist. Aber immer nur kurz, um dann einen musikalischen Roadblock zu setzen und den Hörer zu überraschen. Dies ist alles nicht wirklich neu, aber es gibt der Musik etwas von ihrem Zauber zurück. Es ist unberechenbarer als X&Y, weniger direkt als A RUSH OF BLOOD TO THE HEAD aber eingängiger (im Sinne von Zugänglich) als PARACHUTES.
Insofern ist VIVA LA VIDA OR DEATH AND ALL HIS FRIENDS eigentlich "DAS" COLDPLAY-Album, da es Stil-Elemente der Vorgänger übernimmt, modifiziert, mit neuen Aspekten versieht, neue Ansätze wagt und den Zuhörer auf eine Reise durch den Musik-Kosmos mitnimmt, die er so schnell nicht vergessen wird. Sollte BRIAN ENO einen ähnlichen Erfolg beim nächsten U2-Album haben, dann hätte er schon zwei der großen Pop-Gruppen davor bewahrt zu Selbst-Plagiaten zu werden.
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87 von 116 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das große Ganze, 6. Juni 2008
Mit Erwartungshaltungen ist das ja meist so ein Ding. Meist werden die künstlich aufgebaut, durch die Presse, durch die persönliche Bindung zur Band oder durch die Band selber. Im Falle von Coldplay und dem lang erwarteten Album Nr. 4 treffen quasi alle Faktoren zu. Setzt die erfolgreichste Band des 21. Jahrhunderts (also bis jetzt) ihre Erfolgssträhne weiter fort? Was ist mit der erwarteten und angekündigten Neuerfindung? Und mich persönlich interessiert natürlich, ob mich eine meiner Lieblingsbands, die ich wirklich seit Beginn ihrer Karriere verfolge, mich noch mal begeistern kann trotz des schwachen Vorgängers X&Y" und ihres Bekanntheitsstatus. Fragen über Fragen, aber die Antwort fällt glücklicherweise positiv aus. Viva La Vida or Death and all his Friends" ist sicher nicht das größte Album aller Zeiten oder die Offenbarung, aber ein mehr als zufrieden stellender nächster Schritt in der spannenden Entwicklung dieser Band. Klar, Coldplay klingen immer noch nach Coldplay, allerdings erweitert Viva La Vida" das bisherige Spektrum ihres Sounds um einige nette Aspekte. Besonders die Größe... U2-Produzentenlegende Brian Eno holt aus Coldplay endlich den großen Sound raus, den sie auf X&Y" versucht hatten, der ihnen aber (noch) nicht gelingen wollte. Seien wir ehrlich... kein Mensch hat ein zweites Parachutes" erwartet oder irgendwelche dunkle New-Wave-Musik. Viva La Vida" ist klassische Coldplay-Musik. Warm, melancholisch, gefühlvoll, diesmal mehr denn je mit einem Hang zur Größe, mit dem Gespür für Hymnen, große Gesten und Gefühle. Endlich klingt das von der Musikpresse oft als größte Band der Welt bezeichnete Quartett auch nach diesem Etikett. Dieses Album betrachtet das große Ganze und will viel. Und Coldplay schaffen auf wundersame Art und Weise die Balance zu halten, dass es nicht zu viel wird. Ein warmer Opener namens Life in Technicolour" eröffnet das Album und gibt die Richtung vor. Wärme, Liebe, Euphorie, gepaart mir etwas Melancholie. So kann man das ganze Album beschreiben. Die warmen, euphorischen Momente, wie das gewaltige Loves in Japan" oder das entspannte Strawberry Swing" wechseln sich ab mit melancholischen Momenten, wie 42" oder Cemetries of London". Diese Gegensätze werden am besten in den beiden Titelstücken Viva La Vida" und Death and all of his Friends" deutlich. Dieses Album umfasst alle Aspekte. Der markanteste Song des Albums, das hymnische Lost!" bringt das ganze auf den Punkt. Just because I'm losing, doesn't mean I'm lost". Leben, Sterben, Trauer, Freude. Es lebe das Leben. Dieses Konzept ziehen Coldplay durch und das gibt "Viva La Vida" eine thematische und auch musikalische Geschlossenheit, wie keinem Coldplay Album vorher. Ich benutze mal nicht den Begriff Konzeptalbum". Ebenfalls positiv fällt die hohe Musikalität des Albums auf. Die etwas glatten Formatradionummern, die es auf X&Y" gab, fehlen glücklicherweise. Zwar sind Songs wie Violet Hill", Viva La Vida" oder eben Lost!" potentielle Hits, aber sie versuchen es nicht krampfhaft. Vor allem versuchen Coldplay sehr oft, nicht unbedingt, wie Coldplay zu klingen, so dass unnötige Clocks" oder Trouble"-Kopien glücklicherweise entfallen. Viel Streicher, Synthieflächen und Einflüsse von Weltmusik (ja, wirklich) lassen geben dem Album die nötige Vielfalt und Farbe. Das 10-Track Format täuscht übrigens. Insgesamt haben sich noch 3 Hidden Tracks auf dem Album versteckt, was den Eindruck mindert, es handle sich hierbei um ein kurzes Album. Als Gesamtfazit kann stehen bleiben... Coldplay haben wirklich fast alles richtig gemacht und mit Viva La Vida" das Album gemacht, dass sie schon vor 3 Jahren hätten veröffentlichen sollen. Kann man ihnen am Ende doch noch was vorwerfen? Hmm, vielleicht höchstens Brian Eno, der sie teilweise etwas zu stark nach U2 klingen lässt, aber vermutlich hat die Band es so gewollt und eine Diskussion, wo hier musikalische Einflüsse liegen muss man jetzt auch nicht lostreten. Es bleibt festzuhalten, dass dieses Album sehr gut ist und keine wirklichen Aussetzer hat. Auch für eine Band wie Coldplay keine Selbstverständlichkeit. Das Coldplay am Ende wohl nun endgültig die Welt beherrschen werden, dabei aber immer noch so klingen, zeigt, dass musikalische Qualität und breiter Erfolg sich nicht unbedingt im Weg stehen müssen. Warum es gerade Coldplay geschafft haben, das zeigt Viva La Vida" ... sie haben einfach musikalisch einiges drauf. Ob man es mag oder nicht. Ich mag es!
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Farbe steht ihnen gut!, 24. Juni 2008
von schwarzweiß zu Farbe überzugehen",- das war der Wunsch von Sänger Chris Martin. Nach dem ersten hören des Albums sehnte ich mich zurück zu "schwarzweiß".
Nachdem ich nun das Album ein paarmal am Stück gehört habe, - muss ich sagen, die "Farbe" steht Coldplay wirklich sehr gut!!!
Wie bei allen guten Alben, entwickelt sich "Viva La Vida" bei jedem hören weiter. Coldplay haben sich weiterentwickelt und ich hoffe das diese Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist.
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