Aus der Amazon.de-Redaktion
Wer Möller auf seiner PR-Tour durch den deutschen Talkshowdschungel erlebte, verfiel augenblicklich dem Charme, mit dem er für seine neue Heimat warb. Gängige Vorurteile (Autoklau, Tristesse pur, etc.), werden gelangweilt abgeschmettert, nur um sie durch andere, eigene, zu ersetzen. So den notorischen Aberglauben, von dem die polnische Bevölkerung in ihrer Gesamtheit fast schon voodoohaft erfasst ist. Möller liefert Beispiele gelebter polnischer Alltagsanarchie, die uns Deutsche als bedauernswerte obrigkeitshörige Hackenschläger dastehen lassen. Auch der ehemalige Sprachcoach in Möller gibt keine Ruhe. Lustige, aber hoffnungslose Vokabelübungen durchziehen sein Buch, ein linguistisches Desaster, das jeden deutschen Rachenraum übel malträtiert. Ledigleich die Lehnwörter aus dem Deutschen wie Gancegal, Hochsztapler und Szajs, erweisen sich als halbwegs brauchbar. Nebenbei lebenswichtig! keine Scherze treiben über Papst Johannes Paul II.
Bescheidenheit, Abwesenheit von Aggressionen, gänzlich unerwarteter schwarzer Humor. Dazu der Reiz der polnischen Frauen, von Heine schon als Weichselaphroditen verehrt. Attribute, die Möller den Abschied von der deutschgrauen Ellbogenmentalität versüßten. Der Mann schafft das Positivbild einer liebenswert-schrulligen Gesellschaft, dass man noch beim Lesen die geistigen Koffer zu packen beginnt. Es lebe Polen! Vorschlag zur Güte: Wer, auch in den heiklen Fragen unserer unseligen Vergangenheit, derart sensibel, aber ohne falsche Betroffenheit die Herzen unserer Nachbarn aufschließen konnte, sollte doch gleich den Botschafterposten auf der offiziellen Ebene bekommen. Ein besserer ließe sich ohnehin nicht finden! Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Pressestimmen
"Seine vergleichende Ethnologie ist ebenso informativ wie unterhaltsam. Und immer mit einem Augenzwinkern versehen. Erzähltalent stellt er in skurrilen Kapiteln unter Beweis, wenn er etwa beschreibt, [...]. Auf polnisch gesagt: Dieses 'Büchlein' ist lesenswert." (Wolfgang Schneider, Börsenblatt, 13.3.08)
"Im Westen sind seit Adenauer die Franzosen unsere Freunde, aber im Osten? Wer etwas über Polen erfahren möchte, sollte mal zu Viva Polonia von Steffen Möller (Scherz) greifen, ein witziger, lexikonartiger Erfahrungsbericht eines deutschen Gastarbeiters in Polen." (Matthias Koeffler, Buchmarkt, 1.4.08)nartiger Erfahrungsbericht eines deutschen Gastarbeiters in Polen.« (Matthias Koeffler, Buchmarkt, 1.4.08)