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Visual Style in Cinema: Vier Kapitel Filmgeschichte
 
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Visual Style in Cinema: Vier Kapitel Filmgeschichte [Taschenbuch]

David Bordwell , Andreas Rost , Mechtild Ciletti
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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David Bordwell
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

David Bordwell ist bekannt für seine legendären Bücher über Filmtheorie und Filmgeschichte. An den Einführungen Film History und Film Art kommt kein Filmstudent vorbei. Umso verwunderlicher ist es, dass bis jetzt noch keines seiner Standardwerke auf Deutsch erschienen ist. Genauso legendär wie seine Bücher sind Bordwells Vorträge. Unter 60 Dias macht er es nicht. Diese anschaulichen Filmausschnitte sind auch die Grundlage für das erste nun in Deutsch erschienene Buch von Bordwell: Visual Style in Cinema. Genau genommen enthält es vier Vorträge, die Bordwell 1999 in München gehalten hat.

"Visual Style" bedeutet für Bordwell in erster Linie Montage- und Einstellungsanalyse. Ohne große Umschweife zeigt Bordwell, welche Techniken der Zuschauerführung sich seit dem Stummfilm entwickelt haben. Dabei greift Bordwell auf Altbekanntes zurück. Prototypisch wird die russische "konstruktive" Montage-Schule gegen die "analytische" Tradition der amerikanischen Schule gestellt. Neben der Montageart ist das zweite Paradigma die Einstellungslänge. Und es scheint so, als sei Bordwell ständig auf der Suche nach denjenigen Regisseuren, die ihre Szenengestaltung nicht schnellen Schnitten zum Opfer fallen lassen, sondern in der Lage sind, den Zuschauer mit tiefenperspektivischen Inszenierungen und der Kunst des optischen Versteckspiels zu fesseln. Nicht zuletzt deswegen orientiert sich Bordwell auch an den Filmbeispielen von Orson Welles, Antonioni und denen des japanischen Kinos (allein dieses Kapitel ist eine Extraklasse für sich!).

Dem deutschen Publikum Tribut zollend, liegt Bordwell den Schwerpunkt in der Analyse des gegenwärtigen Kinos auf Tom Tykwers Lola rennt. Besonders erhellend ist die dadurch gewonnene Kategorie der "Bricolage-Ästhetik" freilich nicht. Der konkrete Vergleich der Einstellungen mit dem Kino der Nouvelle Vague und Genrefilmen aus Hongkong vermittelt allerdings anschaulich Strategien, den alles bestimmenden Stil Hollywoods zu unterlaufen.

Man merkt den Texten an, dass sie für einen Vortrag konzipiert waren. Trotzdem ist Visual Style in Cinema schon allein deswegen ein wichtiges und lesenswertes Buch, weil in Deutschland immer noch die Wirkung des Kinos auf die Kunst- beziehungsweise Stilgeschichte unterschätzt wird. Nicht zuletzt die anschauliche Bildgestaltung garantiert eine Gewinn bringende Lektüre. --Marcus Welsch

Kurzbeschreibung

Mit diesem Buch erscheint zum ersten Mal eine deutschsprachige Ausgabe der anschaulichen Lehre David Bordwells, die sich gleichermaßen an Fachleute und Laien richtet. Am Beispiel von vier ausgewählten Perioden der Filmgeschichte gibt der berühmte amerikanische Filmprofessor einen Überblick über die Kunst der Filmgestaltung. INHALT: Die Zeit des Stummfilms. Der frühe Tonfilm. Die Fünfzigerjahre. Die Neunzigerjahre. "Durch den theoretischen Hintergrund seines Autors wird VISUAL STYLE IN CINEMA zu einem Solitär. Eine Kunstgeschichte des laufenden Filmbildes." (FAZ) "Bordwell bleibt in seinen Untersuchungen stets nah an den behandelten Filmen und zeigt damit, dass Filmtheorie nicht unbedingt schwer verständlich sein muss." (Süddeutsche Zeitung) "Bestechend ist die Zordnung des gut lesbaren Textes zu der zwar kleinformatigen, aber reichhaltigen Bebilderung, die ganze Szenen der besprochenen Filme in zahlreiche und detailliert kommentierte Einzelbilderreihen auflöst. Filmtheorie wird so gut nachvollziehbar." (ekz-Informationsdienst) "In diesem Buch ist Bordwell, der Bildgelehrte, ganz nah dran am Gegenstand. Ein Kinoübersetzer, der den Lesern die Sprache des Films vermittelt. Das alles ist mit scharfem Auge beobachtet. Von Bordwell lernen, heißt deshalb vor allem: sehen lernen." (Frankfurter Rundschau) "Didaktisch meisterhaft gemacht." (FAZ)

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Wie kann man so unglaublich viel Wissen, Analyse und praktische Anwendung in so wenig, dermaßen gut formulierten Text packen? Und diesen noch anschaulich und übersichtlich bebildern?

Hier geht es um alles, was das Bild des Films ausmacht: räumliche Inszenierung, Licht, Kameraeinstellungen und -bewegungen, Bildkomposition, Schnitt. Wie hängt dies alles zusammen, wie hilft es die Geschichte zu erzählen und wie hat es sich im Lauf der Jahrzehnte entwickelt?

Ich habe schon einen riesen Haufen Papier zum Thema Film gelesen. Aber wenn ich jemandem *ein einziges* Buch empfehlen müsste, wäre es dieses!
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11 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Format:Taschenbuch
Ob man "Visual Style in Cinema" zu Recht mit dem Untertitel "Vier Kapitel Filmgeschichte" versehen hat, sei dahingestellt -- aber dafür kann der Autor nichts. Die Bedeutung des Schauspielers klammert Bordwell nämlich bewusst aus. Das ermöglicht ihm natürlich überhaupt erst, die Bedeutung der Kamera in allen Aspekten sauber herauszuarbeiten, aber ob sich eine Geschichte des Films ohne Schauspieler und Drehbuchautoren schreiben lässt?
"Visual Style in Cinema" basiert auf einer Vortragsreihe in München 1999, in der Bordwell aufzeigte, welche technischen Möglichkeiten es gibt, Raum und Zeit im Film zu strukturieren, und mit welchen Verfahren sich die Aufmerksamkeit der Zuschauer lenken lässt -- ohne dass es diesem bewusst ist. Vor allem im ersten Kapitel, das dem Stummfilm gewidmet ist, findet sich viel Grundlegendes -- etwa die oft vernachlässigte Erkenntnis, dass sich der Film mehr von der Malerei als vom Theater abgeschaut haben mag; in beiden Künsten geht es schließlich darum, die Wahrnehmung des Betrachters zu steuern.
Es mag ja eine Binsenweisheit sein, dass das Kameraobjektiv nur scheinbar objektiv ist, und dass im Film genauso wie in der erzählenden Literatur verschiedene Perspektiven auf verschiedene Weisen konstituiert werden können. Bordwells Verdienst liegt darin, dass er die verschiedenen Verfahren, Traditionen und Tendenzen in Relation zueinander setzt, Entwicklungen und Zusammenhänge aufzeigt.
Bordwells Argumentation beruht stark auf der Gegenüberstellung verschiedener, mitunter konträrer Montage-Traditionen einerseits und mis-en-scène (die Handlung etwickelt sich bei längerer gleichbleibender Kameraeinstellung) andererseits; er interpretiert Filmgeschichte offenbar vor allem als ein Wechselspiel dieser beiden Grundströmungen.
Die vier Kapitel sind nicht alle gleich überzeugend -- so helfen z.B. im vierten Kapitel ausführliche Bezugnahmen auf "Lola rennt" nicht so recht weiter, wenn man nach der Lektüre dieses Kapitels rekapitulieren will, was Bordwell hier verdeutlichen wollte. Weniger nebulös ist sein Kapitel über den Stummfilm, wo die verschiedenen Möglichkeiten "ausgetestet" wurden, und wo sich für vieles prototypische Beispiele finden, das gilt auch für seine Überlegungen zum frühen Tonfilm, wo er u.a. auf die kameratechnischen Voraussetzungen eingeht, die das Starkino mit begründen halfen. Interessant zu lesen ist auch sein Kapitel über den japanischen Film der 1950er Jahre. Mangels detaillierter Kenntnis kann ich allerdings nicht beurteilen, inwieweit Bordwell hier Substanzielles zusammenfasst.
Nicht nachvollziehbar sind die Kapitelüberschriften: So liest man unter "Die Fünfzigerjahre" nahezu ausschließlich Interessantes übers japanische Kino, und "Die Neunzigerjahre" beginnen mit Otto Premingers "River of No Return" ("Fluss ohne Wiederkehr"). Da war man im Lektorat wohl allzusehr auf griffige Schlagworte bedacht.
Wenig nachvollziehbar erscheint mir der Anhang mit Bordwells Literaturempfehlungen zu den einzelnen Kapiteln -- einige Standardwerke sind enthalten, andere wiederum fehlen... Da fehlt ein Kommentar!
Erfreulich ist allerdings, dass die deutsche Übersetzung die englischen Fachbegriffe in Klammern enthält. Weniger erfreulich ist mitunter der Satzbau. Ausufernde Satzgefüge haben in Sachbüchern nichts zu suchen.
David Bordwell gilt als Autor von Standardwerken. Auch wenn diese nicht in deutscher Übersetzung vorliegen, so sollte man sie doch der vorliegenden Essaysammlung vorziehen, denn vermutlich sind sie systematischer aufgebaut.
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