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Produktinformation
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"Visual Style" bedeutet für Bordwell in erster Linie Montage- und Einstellungsanalyse. Ohne große Umschweife zeigt Bordwell, welche Techniken der Zuschauerführung sich seit dem Stummfilm entwickelt haben. Dabei greift Bordwell auf Altbekanntes zurück. Prototypisch wird die russische "konstruktive" Montage-Schule gegen die "analytische" Tradition der amerikanischen Schule gestellt. Neben der Montageart ist das zweite Paradigma die Einstellungslänge. Und es scheint so, als sei Bordwell ständig auf der Suche nach denjenigen Regisseuren, die ihre Szenengestaltung nicht schnellen Schnitten zum Opfer fallen lassen, sondern in der Lage sind, den Zuschauer mit tiefenperspektivischen Inszenierungen und der Kunst des optischen Versteckspiels zu fesseln. Nicht zuletzt deswegen orientiert sich Bordwell auch an den Filmbeispielen von Orson Welles, Antonioni und denen des japanischen Kinos (allein dieses Kapitel ist eine Extraklasse für sich!).
Dem deutschen Publikum Tribut zollend, liegt Bordwell den Schwerpunkt in der Analyse des gegenwärtigen Kinos auf Tom Tykwers Lola rennt. Besonders erhellend ist die dadurch gewonnene Kategorie der "Bricolage-Ästhetik" freilich nicht. Der konkrete Vergleich der Einstellungen mit dem Kino der Nouvelle Vague und Genrefilmen aus Hongkong vermittelt allerdings anschaulich Strategien, den alles bestimmenden Stil Hollywoods zu unterlaufen.
Man merkt den Texten an, dass sie für einen Vortrag konzipiert waren. Trotzdem ist Visual Style in Cinema schon allein deswegen ein wichtiges und lesenswertes Buch, weil in Deutschland immer noch die Wirkung des Kinos auf die Kunst- beziehungsweise Stilgeschichte unterschätzt wird. Nicht zuletzt die anschauliche Bildgestaltung garantiert eine Gewinn bringende Lektüre. --Marcus Welsch
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