Dass Herr Louis überwiegend sehr brauchbare Bücher schreibt, kann man aus den zahlreichen positiven Rezensionen seiner Bücher bei amazon wohl unterstellen und das ist auch bei diesem Werk so. Daher möche ich (als Hobbyprogrammmierer für Laien verständlich) in der Rezension versuchen herauszustellen, für welche Zielsetzungen sich dieses Buch eignet und für welche nicht.
Bei der Windowsprogrammierung in C-Varianten gibt es mittlerweile für Laien kaum mehr zu überblickende Möglichkeiten. Diese unterscheiden sich u.a. in ihrer Nähe zur Maschinensprache (ASM), die der Rechner direkt verarbeiten kann. Das vorliegende Buch beschäftigt sich mit der Windowsprogrammierung auf einem hohen Abstraktionsniveau (weit weg von ASM) mit den sog. WindowsForms. Diese sind Teil der .NET-Bibliotheken, welche seit XP standardmäßig mitinstalliert werden. Daraus ergeben sich folgende Konsequenzen:
Vorteile:
+ Man kriegt mit relativ wenig Programmcode ein Fenster unter Windows auf den Bildschirm (ein leeres Fenster sogar mit Mausklicks :-)
+ Man kann Eingabefelder, Buttons etc. in Visual C++ mit der Maus zeichnen und braucht nur noch programmieren, was z.B. beim Mausklick passieren soll
+ C++ ermöglicht auch die WIndowsprogrammierung OHNE .NET, sodass man für ein "tieferes" Abstraktionslevel schon Vorkenntnisse hat
+ Im Vergleich zu anderen vergleichbar abstrakten Sprachen wie z.B. Visual Basic oder C# (sprich: sharp) laufen die Programme etwas schneller (ca. 1/3)
Nachteile:
- Man kriegt durch die Programmierung kaum etwas davon mit, wie Windows eigentlich wirklich funktioniert
Für wen ist also dieses Buch?
- Für alle, die möglichst komfortabel unter Windows programmieren und sich die Möglichkeit für ein "direkteres" und "tieferes" Programmieren später offenhalten wollen.
Und für wen nicht?
- Wenn man gar keine Vorkenntnisse im Programmieren hat, eine möglichst einfach zu erlenende Sprache sucht und einem egal ist, was hinter den Kulissen passiert, ist Visual Basic wahrscheinlich geeigneter
- Wenn man verstehen will, was zwischen Windows und Anwendung abläuft, sollte man an direkte Windows-API Programmierung in C denken (und das Buch mit gleichnamigem Tiltel :-) oder an "Art of Assembly". Komplexe Programme wird man so aber nicht schreiben wollen
- Wenn man unabhängig von der .NET-Schnittstelle sein, aber trotzdem die Annehmliichkeiten von C++ nutzen will, kommen eher die MFC-Bibliotheken von Microsoft oder das entsprechende Pendant von Borland in Betracht