Reiseführer über den Norwesten der USA - Oregon und Seattle - gibt es leider nicht viele, daher ist die Auswahl etwas begrenzt. Dieser Reiseführer bezieht sich nur auf diese Gegend, während sich der Nordwesten in anderen Büchern meist den Platz mit Kalifornien teilen muss und dabei oft zu kurz kommt.
Dieses Buch ist anhand einer Reiseroute aufgebaut und beschreibt übersichtliche Tagestouren, die mit durschnittlich 250 Meilen ganz gut zu bewältigen sind. Dabei werden auch Landstriche erwähnt, in die sich sonst Touristen eher selten aufmachen. Ein Pluspunkt also für den Individualreisenden.
Leider kommen beim Lesen des Buches schnell Stresszustände auf, man hat das Gefühl, die Sehenswürdigkeiten werden am laufenden Band abgehakt. Häufig entsteht auch der Eindruck, dass irgendein altes Haus oder ein Berg als Sehenswürdigkeit herhalten musste, weil gerade nichts anderes da war. "Normale" Highlights werden dabei oft verpönt.
Leider wird gerade in Städten auch mehr Wert auf die Gastronomie und Hotellerie als auf Museen oder Sehenswertes gelegt. Die Hotelauswahl ist dabei sicherlich handverlesen und jenseits des Motel-Einerlei angesiedelt - ein weiterer Pluspunkt. Mir fehlt aber etwas die Begeisterung für die kulturellen Dinge.
Oft ist der einfache Schreibstil gespickt mit sarkastischen Bemerkungen oder Freudenjubel, die der Leser (wenn er noch nicht da gewesen ist) nur schwer einschätzen kann und die nur verunsichern.
Fazit: Guter Ansatz, aber man hätte es besser machen könenn.