Der niederländische Blues-Gitarrist, Sänger und Songschreiber Hans Theessink (* 5. April 1948 in Enschede) lebt bekanntlich in Wien. Inspiriert durch Aufnahmen von Blueslegenden wie Big Bill Broonzy und Leadbelly brachte er sich Anfang der 1960er das Gitarrespielen bei und trat mit der "Silly Skiffle Group" in seiner Heimatgegend und auch im benachbarten Deutschland auf.
1970 macht Theesink mit Next morning at sunrise seine erste Aufnahme. Seitdem hat er zahlreiche Alben herausgebracht und tritt regelmäßig auf wichtigen Blues-, Jazz- und Folk-Festivals in Europa und Amerika auf. Wenige Wochen vor dem Tod von Austropop-Legende Georg Danzer, schenkte dieser Theessink seine Lieblingsgitarre mit dem Beisatz, er möge gut auf sein Baby aufpassen. Am 29. 6. 2007 spielte Theessink dann erstmals live auf dieser Gitarre - u. a. auch den Danzer Song "Freiheit".
Zu seinem 60. Geburtstag im April erfüllte sich Theessink nun einen großen Wunsch und nahm mit Terry Evans ein gemeinsames Album auf (Sony BMG). Schon vor ziemlich genau einem Jahrzehnt hatten die beiden Ausnahmekünstler bereits die Idee, gemeinsam eine CD einzuspielen, aber es dauerte bis 2008, bis sie endlich ins Studio gingen. Dann jedoch brauchten die beiden Vollprofis nur zwei Tage, um ihre "Visions" einzuspielen. Gefühlvoll, ehrlich und auf höchstem Niveau präsentieren sich Theessink und Evans auf diesem unvergleichlichen Blues-Album: zwei Stimmen, zwei Gitarren und eine gemeinsame Vision ...
Mit 20 Alben, einer DVD und permanent ausverkauften Konzerten ist Hans Theessink wahrscheinlich der erfolgreichste Blues-Export nicht nur aus Wien, sondern aus ganz Europa: Seine tiefgründigen und emotionalen Songs berühren ein Publikum in allen Ländern der Welt. Bemerkenswert auf "Visions" die wie immer höchst "familiäre" Atmopshäre, die elektrische Gitarren-Arbeit von Richard Thompson auf "Mother earth" und der Fats-Domino-Komposition "Let the four winds blow" (der zweite Gastmusiker ist übrigens Phil Bloch, Percussion) und der (gesprochene) Bo-Diddley-Beitrag zum Willie Dixon-Titel "You can't judge a book by the cover". Krönender Abschluss: "Come to the river". Höchst empfehlenswert!