Produktinformation
|
|
Trotz aller Komplexität sind die Songs sehr eingängig und bleiben dennoch auch beim 20sten mal hören interessant. Bereits der Start der CD ist ein Highlight: Das Keyboard leitet nahtlos vom ruhig gehaltenen Intro in den brachialen Beginn des ersten Tracks "Vem styr symmetrin" über. Man achte sich vor allem auf die Drums, absolut stark! Ein genialer Song, der die weitere Marschrichtung bekannt gibt. "A metaphysical drama" beginnt wieder eher ruhig und baut eine ungeheure Spannung auf. Total überraschend und gänsehauterzeugend dann der Akustikgitarreneinsatz nach 4 Minuten - Wahnsinn! Der nächste Titel "Universums dunkla alfabet" ist wiederum sehr komplex arrangiert und hat einen genialen Refrain. Auch hier wird der Hörer durch einen "magischen" Einsatz der Akustikgitarre überrascht. Unglaublich auch der Gesang von Vintersorg, eine variablere Stimme habe ich selten gehört (der singt tatsächlich ALLES auf dieser CD!!). "E.s.p. mirage" ist vermutlich der schrägste Song auf der CD, wartet er doch mit einigen elektronischen Effekten auf, die vermutlich vor allem den hartgesottenen Black Metalleren ziemlich schräg einfahren dürften... "Spegelsfären" beginnt mit Akustikgitarre und zeigt im Refrain deutliche skandinavische Folkloreeinflüsse. "The Explorer" ist wieder ein sehr komplexer, mehrteiliger Song. Sogar mehrstimmigen Gesang kriegt man hier zu hören. "A star-guarded coronation" ist eine ruhige Ballade mit toller Melodie und einigen elektronischen Effekten, die dem Song eine ganz spezielle Note geben. Im Outro dürfen dann alle Musiker nochmals so richtig "Gas geben" - der Abschluss einer faszinierenden CD, die bei mir nun schon seit einiger Zeit beinahe ununterbrochen im Player rotiert. Allen experimentierfreudigen Rock und Metal Fans möchte ich dieses Album wärmstens ans Herz legen. Für mich persönlich ists die Überraschung des Jahres, und ich werde definitiv in Zukunft vermehrt auch ein Auge auf die Veröffentlichungen in diesem für mich neuen Genre haben.
Wo also soll man diese CD einordnen? Der Gesang von Vintersorg schwankt nach wie vor zwischen den cleanen Vocals, wie sie schon "Till Fjälls" auszeichneten und tiefsten Growls und Shouts, die uns aus dem Black Metal bekannt sein sollten. Die instrumentale Seite ist jedoch eine Wissenschaft für sich. Während man sich bei den Lyrics offensichtlich an mathematischen und physikalischen Problemen festhält (der Opener "Quotation" (zu Deutsch: Zitat) wiederholt immerzu ein Zitat des Physikers J.C.Maxwell), ist die Melodieführung im Genre nach wie vor einzigartig (von Borknagar einmal abgesehen).
Die sehr komplexen Songstrukturen haben zweierlei Auswirkungen: Auf der einen Seite sind sie sicherlich nicht jedermanns Sache, wie viele Zerrisse seitens der Fans aus der Frühphase der Band bezeugen und auch die auf den ersten Blick seltsamen Hooklines erschließen sich einem erst nach und nach - und selbst dann nicht jedem, reinhören sollte man also unbedingt vor dem Kauf des Albums.
Andererseits machen sie die Platte zu einem einzigartigem Hörerlebnis, in dem sich Mal für Mal neue Facetten auftun. Wem dieses avantgardistische Musikgebräu zusagt, der wird mit Melodien für die Ewigkeit belohnt. Denn trotz dem nur noch sehr spärlichen Einsatz der Folk-Elemente gewinnt das hymnische Potenzial der Songs ungleich dazu. Obwohl viele der Titel (u.a. "Vem Styr Symmetrin?", "A Metaphysical Drama") sich bereits beim ersten Hördurchlauf in den Gehirnwindungen des Hörers festsetzten, kann man erst nach vielen Rotationen den Song in seiner Gesamtheit erfassen. So ist es für mich ein großer Bonus, dass die Band sowohl für Fans dieser Gattung leicht zugänglich ist, als auch komplex arranangiert zu Werke geht. Das eine Band diese zwei Kriterien auf sich vereinigt gibt es nicht oft und wäre allein schon 5 Sterne wert. Dass die Band aber zusätzlich noch dermaßen eigenständig agiert, macht sie zu einem Vorreiter der Metalszene, einem avantgardistischen Moment im einheitlichen Gros der Death und Melodic Death-Szene.
Wem der Metal-Einheitsbrei im Nu Metal und Metalcore gegen den Strich geht, der sollte undbedingt eine Blick riskieren. Wer jedoch schon "Cosmic Genesis" nicht mochte, wird wohl auch mit "Visions From The Spiral Generator" nicht wirklich glücklich werden.
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|