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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ärger im Paradies?,
Von
Rezension bezieht sich auf: Visions of Eden (Audio CD)
Lange, lange hat die Virgin Steele-Fangemeinde auf ein neues Langeisen aus dem Hause DeFeis warten müssen - gute vier Jahre sind seit den letzten Releases "Hymns to Victory" und "The Book of Burning" ins Land gezogen, umso gespannter war man natürlich auf das Endprodukt (nicht zuletzt auch wegen der doch durchwegs guten Kritiken, die man über die Bühnenproduktion des Lilith-Stoffes bereits zu hören bekommen hat) - wie schlägt sich nun "Visions of Eden" im direkten Kampf mit älteren VS-Alben?Bereits im Vorfeld gab es ja einigen Trubel bezüglich der von David DeFeis versendeten Promo-CDs, die angeblich nicht den endgültigen Mix des Albums enthielten, und dementsprechend von den Kritikern auch ziemlich verrissen wurden (siehe zB RockHard oder Metal Hammer). Nunja, jetzt steht die offizielle Endversion ja im Regal, und jeder kann sich selbst seine Meinung bilden. Ich selbst hab die Scheibe erst zweimal durchlaufen lassen, aber maße mir (auch als langjähriger Virgin Steele-Fan) mal an, trotzdem jetzt schon eine erste Meinung abzugeben. Genau das, was vorab bereits oft bemängelt wurde, ist eingetreten: Der Drumsound klingt (ob der Verwendung eines E-Drumkits) etwas künstlich und fast stoisch (im Vergleich zu den Drum-Arbeiten auf etwas den "Marriage of Heaven and Hell"-Alben), doch das war schon bei den "House of Atreus"-Scheiben der Fall. Das größte Manko ist und bleibt aber leider der Gitarrensound. Während dieser bei den Solo-Passagen (die teilweise Gitarrist Edward Pursino, teilweise Meister DeFeis höchstselbst eingespielt haben) durchaus im grünen Bereich ist, ist er sonst leider reichlich dünn ausgefallen. Eine ordentlich drückende Rhythmusgitarre vermisst man leider in 80% der Songs äußerst schmerzlich, nicht zu letzt wegen des etwas missglückten Mixes, bei dem David DeFeis, der offenbar doch noch nicht so versiert im Umgang mit ProTools und modernen Aufnahme- und Produktionstechniken ist, den Keyboard- und Vocalanteil etwas unumsichtig über die Maßen hochgeschraubt hat. Das verwundert zwar nicht - ist doch David DeFeis Mastermind und Hauptsongwriter hinter Virgin Steele, und zugleich auch Lead-Sänger und Keyboarder - doch sollte sowas einem Mann mit der Erfahrung eines David DeFeis dennoch nicht passieren. So dröhnen die (noch dazu leider noch immer relativ schlechten - hier wären auch echtere Orchester-Sounds mal wünschenswert) Keyboard-Sounds und die Stimme von DeFeis (die allerdings zu jeder Zeit über alle Zweifel erhaben ist) meistens einfach alles nieder und drängen Gitarre, Bass und mitunter sogar Schlagzeug dermaßen in den Hintergrund, dass es selbst einem glühenden Verehrer von VS wie mir etwas unangenehm auffallen muss. Gut, Virgin Steele waren bislang nie eine Band, die gerade DEN Hammer-Sound hatte; auch für mich stand immer David DeFeis Ausnahme-Stimme und sein geniales Songwriting im Vordergrund; dass da mal das Keyboard nicht die schönsten State-of-the-Art Bläser- oder Streichersounds verwendet oder die Gitarre mal nicht alles niederwälzt konnte ich da verschmerzen. Bei "Visions of Eden" gibts allerdings in der Hinsicht leider keine Besserung - eher im Gegenteil. Da war beispielsweise die Produktion von "Invcitus" deutlich knackiger (mit dem wohl "härtesten" VS-Sound bislang) und auch die etwas verwaschene "Marriage of Heaven and Hell"-Produktion kam homogener daher. "VoE" krankt eben an der Unausgewogenheit des Mixes, und, das soll nicht verschwiegen werden - dem doch auch nicht besonders tollen Gitarrensound - wenn man nämlich dann mal die Gitarre hört, hört sich das leider verdammt nach "ich-nehm-zuhause-auf-meinem-PC-auf" an - und das ist bei einer Band wie Virgin Steele einfach verdammt schade, und sie hätten sich in ihrer mittlerweile 25jährigen Laufbahn durchaus Besseres verdient. Der Rest der Produktion, vor allem natürlich David DeFeis unvergleichliche Gesangparts und Chorsätze wissen aber durchaus zu gefallen und sind auch sehr transparent, ähnlich den "House of Atreus"-Scheiben. Nun aber zum Herzstück eines jeden Virgin Steele-Albums - dem Songwriting des David DeFeis. Und man muss wohl sagen: Mit "Visions of Eden" haben Virgin Steele sicher ihr bislang vertracktestes und komplexestes Werk vorgelegt, das mehr denn je nach einem Gesamtgenuss des Konzeptes an einem Stück verlangt - und das will bei VS, die ohnehin nie unbedingt für die Eingängigkeit und Simplizität ihrer Stücke bekannt waren, ja mal was heißen. Altbackenes "Strophe-Refrain-Strophe"-Songwriting sucht man auf "VoE" vergeblich - hier reiht sich überlanger Song an überlangen Song, und beim ersten Durchhören bleibt kaum direkt etwas hängen - insofern muss man sich das gesamte Album durchaus öfter zu Gemüte führen, um immer wieder neue Details und Finessen zu entdecken; doch gerade das war und ist ja irgendwie das Besondere an Virgin Steele. Am ehesten "Single-tauglich" präsentiert sich noch der Opener "Immortal I Stand", der mit einer netten Hookline im Refrain aufwarten kann, und auch ansonsten nicht allzu schräge Elemente beinhaltet. Richtig krass gehts aber dann gleich mit dem über 9-minütigen "Adorned With The Rising Cobra" weiter, in dem die Geburt von Lilith geschildert wird - für mich eines der absoluten Highlights des Albums, das trotz der Überlänge nicht langweilig wird. "The Ineffable Name" nimmt dann den Komplexitätsgrad zumindest wieder ein klein bisschen zurück, bevor mit "Black Light On Black" ein sehr interessanter Song anhebt, der mit einem schon fast jazzigen Mittelteil ganz neues Land für den Virgin Steele-Sound eröffnet! Hut ab vor der Experimentierfreudigkeit des Herrn DeFeis! Mit "Bonedust" folgt noch eine schnellere Nummer die auch durchaus zu gefallen weiß; und daran schließt der Song mit dem vielversprechenden Titel "Angel of Death" an - doch dieser ist meines Erachtens leider einer der Tiefpunkte des Albums. Allzu schleppend und träge zieht sich dieser Song durch seine immerhin stolzen 8:37... wirklich schlecht ist er ja nicht, aber bei der Länge vielleicht doch etwas mühsam. Dafür warten VS dann mit "God Above God" mit einer äußerst untypischen Nummer im 3er-Takt auf - und David DeFeis' Gesang erinnert phasenweise sogar an Steven Tyler von Aerosmith! Sehr interessante Nummer, weiß auch durchaus zu gefallen! Mit "The Hidden God" kommt nun die zweite Nummer, die neben dem Opener bereits als Stream von der VS-Homepage vorab downloadbar war - und auch dieser Song hat seine starken Momente. Mit "Childslayer" wird die Geschwindigkeit nochmal etwas hochgefahren, bevor man mit dem leider auch etwas langatmigen "When Dusk Fell" das Ende des Albums einläutet, das dann auch mit dem Titeltrack "Visions of Eden" kommt - und letzterer ist wohl einer der, ja man kann wohl sagen, seltsamsten VS-Songs, die ich je gehört habe! Vom VS-Letzter-Song-des-Albums-Bombast ist kaum was zu spüren, sehr düster, melancholisch, abgründig kommt der Song daher, und endet mit einem Cliffhanger-Finish, wie ich es kaum je erlebt habe - man darf also mutmaßen / hoffen: Virgin Steele dürften wohl bald einen Nachfolger/Abschluß zu "Visions of Eden" vorlegen - Material dürfte ja genug da sein, wenn man den Erläuterungen der Band in diversen Interviews Glauben schenken darf! Fazit: Alles in allem ist und bleibt "Visions of Eden" ein typisches Virgin Steele Album, das alte Trademarks der Band, wie abwechslungsreiches und ungewöhnliches Songwriting sowie die unverwechselbare Stimme und den ausdrucksstarken Gesang des David DeFeis mit einigen neuen Elementen verbindet, was leider (wie beim Sound/Mix) nicht immer ganz funktioniert. Unterm Strich ist "VoE" nicht zuletzt wegen der doch sehr sperrigen Song sicher nicht unbedingt für Virgin-Steele-Einsteiger geeignet; hier eignen sich wohl die genialen "Marriage of Heaven and Hell"-Scheiben, die für mich ohnehin den Höhepunkt der VS-Diskografie darstellen, um einiges besser. Nichtsdestoweniger ist Visions of Eden ein sehr ungewöhnliches Album, das mit Sicherheit weiter vom "klassischen" Metal entfernt ist als alle bisherigen Scheiben, und schon sehr stark in Richtung Musical/Rockoper tendiert - deutlich mehr als zB die "House of Atreus"-Scheiben, wo einzelne Songs durchaus auch stand-alone-Qualitäten hatten, während man "Visions" wohl als Gesamtkunstwert, als "art pour l'art" sehen muss - einzelne Songs Stück für Stück zu zerpflücken empfiehlt sich nicht wirklich, da sie nur im Gesamtkonzept wirklich "Sinn" machen und in der Koexistenz sich gegenseitig ergänzen. Kritik darf und soll durchaus ob der etwas missglückten Produktion geübt werden; aber Lob kann im Gegenzug für das mutige Songwriting und für die Ausnahmeleistung des Herrn DeFeis an den Leadvocals ausgesprochen werden; besonders dabei hat er sich diesmal selbst übertroffen, und singt sehr ausdrucksstark und gefühlvoll - man merkt richtig, dass er "mitleidet" und es ihm wichtig ist, WAS er vermittelt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Sehr durchwachsenes Werk!,
Rezension bezieht sich auf: Visions of Eden (Audio CD)
Als bekennender, langjähriger Virgin Steele-Fan bin ich etwas zwiegespalten, was diesen neuen Output betrifft, eine musikalische Auseinandersetzung mit dem Schöpfungsmythos um Lilith, die erste Frau Adams. Fest steht, die Melodien und Arrangements sind erneut zum Großteil erstklassig und scheinen teilweise nicht von dieser Welt, so schön, düster, melancholisch, mystisch, tief- und abgründig und gleichzeitig erhaben sind sie. Zudem sind sie nicht von vorangegangenen Alben abgekupfert, sondern weitestgehend neuartig und eigenständig. Als Melodien-Kompositeur ist David DeFeis wahrlich eine Klasse für sich, ein Genius, dessen Einfallsreichtum und Kreativität keine Grenzen zu kennen scheinen. Auch die Stimme des Meisters ist wie immer über jeden Zweifel erhaben und offenbart eine große Bandbreite und Eindringlichkeit. Und die kreative Konzeption des Albums sowie das Songwriting sind stringent und durchweg hochwertig. Soviel zu den positiven Seiten.Fest steht auf der anderen Seite jedoch auch, dass bei aller kompositorischen und gesanglichen Klasse Teile der Instrumentierung sowie vor allem die Produktion/das Mixing jede Menge zu wünschen übrig lassen. Auffällig sind die (ungewohnt) tief gestimmten und darüber hinaus stark zurückgenommenen Gitarren. Bisher ein unverwechselbares Trademark der New Yorker Ausnahmeband, fallen die Einlagen von Klampfengott Edward Pursino anders als auf allen bisherigen Alben in Häufigkeit sowie Lautstärke und Intensität ab was nicht zuletzt dem unglücklichen Sound-Mix geschuldet (mehr dazu weiter unten). Dagegen sind die Drums sehr im Vordergrund, leider, wie man hier sagen muss, denn sie wirken sehr künstlich und klanglich nicht sehr voll (viel Beckeneinsatz, wenig Bass). Trotz anderslautender Versicherungen von Mr. DeFeis drängt sich der Eindruck auf, dass die Percussion von einem Drumcomputer und nicht von einem lebendigen Schlagzeuger stammt. Falls jedoch tatsächlich Frank Gilchriest für dieses Drumming verantwortlich war, dann enttäuscht er diesmal deutlich. Der Top-Drummer, der sich bei vorangehenden Alben stets durch Spielwitz, Kreativität und intelligente Breaks auszeichnete, ist hier (warum auch immer) dazu verdammt, eine meist wenig variable Rhythmuslinie zu intonieren. Das wirkt auf Dauer ziemlich monoton und uninspiriert. Über allem dominieren so stark wie nie zuvor das von David DeFeis gespielte Piano sowie die Keyboards. Das verleiht einigen Stücken einen für meinen Geschmack zu starken Klassik- bzw. 80er Jahre-Touch und lässt sie stellenweise noch synthetischer wirken. Hauptkritikpunkt ist, dass, verglichen etwa mit den House of Atreus-Alben (1999 & 2000) oder gar dem sehr starken Invictus-Album die Produktion doch recht mager und unausgeglichen und jedenfalls nicht zeit- und genregemäß ausfällt. So überragend DeFeis als Sänger und Komponist ist, als Producer fehlen ihm bislang die Grundlagen. Das ist sehr schade, denn besonders hierdurch verliert die Musik einiges an Durchschlagskraft. Als wirklich heavy kann man diese Veröffentlichung daher kaum bezeichnen, zumal sie ungewöhnlich viele ruhige, balladeske Songs und Mid-Tempo-Elemente enthält (die freilich allesamt musikalische Klasse haben). Lediglich die Songs Immortal I Stand und Childslayer sind ansatzweise Nackenbrecher im Stil von Invictus (1998) oder der Atreus-Saga. Ein bisschen wenig für Freunde der härteren Gangart und selbst hier hätte man sich einen ordentlichen Zacken mehr Power gewünscht. Damit keine Missverständnisse auftauchen, die Platte ist trotz der geschilderten Schwächen immer noch OK aber eben bei weitem nicht erstklassig. Hier wurde - in erster Linie beim Sound - vieles verschenkt. Für eine Spitzenband wie Virgin Steele ist das jedenfalls definitiv zu wenig! Hier hätte (wohl nicht nur) ich mehr erwartet, zumal nach so langer Wartezeit zum vorhergehenden Album. Bleibt zu hoffen, dass die Folgealben (es soll mindestens eine, wahrscheinlich zwei Fortsetzungen im Rahmen der Lilith-Saga geben) besser (idealerweise von einem Soundprofi) produziert und von der Instrumentierung so stark, ausgewogen und vielseitig sind, dass man sie wieder uneingeschränkt unter Heavy Metal führen kann und sie dem Prädikat Virgin Steele wieder uneingeschränkt gerecht werden. Wäre das bei Visions of Eden der Fall gewesen, dann ja dann hätte man dieses Album als einen weiteren großen Meilenstein in der langen und bewegten Karriere dieser Band bezeichnen können, denn wie gesagt, das Songwriting und die Kompositionen sind großartig. So jedoch hinterlässt die Scheibe über weite Strecken keine wirkliche Befriedigung. Vielen Metal- und VS-Fans dürfte jedenfalls der letztendliche Kick fehlen. Schlecht ist das Album bei weitem nicht, es überzeugt diesmal aber nicht auf ganzer Linie, wie man das sonst von den meisten Virgin Steele-Alben gewohnt ist. Abschließendes Fazit: Für die über weite Strecken guten bis fantastischen Melodien/Kompositionen, die einem oftmals eine Gänsehaut bescheren und den gewohnt facettenreichen Gesang gibt es von mir 4,5 von 5 Sternen), für Produktion und Instrumentierung jedoch nur 2 von 5 Sternen). Macht summa summarum 3 Sterne. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Beifall und Pfiffe,
Rezension bezieht sich auf: Visions of Eden (Audio CD)
Nachdem ich mir unzählige Male die neue Virgin Steele "Visions of Eden" reingezogen habe, kann ich nun auch meinen Senf zur neuen Scheibe loswerden:Die Songs sind - wie erwartet - Spitzenklasse und kompositorisch auf höchstem Niveau. Allerdings keine CD für Hintergrundgedudel, wer sich aber mit den Texten befasst und sich Zeit nimmt, wird die Scheibe zu schätzen wissen. Ganz stark wird es immer dann, wenn es in die epische Richtung geht oder progressive Elemente auftauchen. Mir fällt es schwer gegen den Vollblutmusiker David DeFeis Kritik zu üben, doch es gibt auch Wermutstropfen: Der Sound klingt über weite Strecken synthetisch, die Drums lieblos programmiert, die Gitarren zu oft im Hintergrund. Apropos Gitarren: Keine Credits für Edward Pursino, von dem ich sehr viel halte, alle Songs sind von David DeFeis selbst. Was mich ärgert ist, dass auf 4 Songs der Meister gar selbst die Gitarrenarbeit übernimmt. Fazit: Wer die neue Virgin Steele kauft, bekommt zu 100% David DeFeis. Es ist mehr denn je SEIN Projekt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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