"Im Visier" stellt eine für den Laien unfassbare Beschreibung des BND dar. Das Buch liest sich wie ein surrealer Agententhriller, eine Lektüre, die man nach spätestens zwei Tagen durchgelesen hat bzw. haben muss.
Die Aktualität des Themas gebietet eigentlich die Lektüre dieses Werks, das zahlreiche Parallelen und auch Verbindungen zu aktuellen BND-Skandalen erahnen lässt. Als Geheimdienst-Laie und Bürger mit einem gewissen Maß an Vertrauen in den Rechtsstaat wird einem etwas mulmig, was dieser "Geheimdienst" alles zu "veranstalten" in der Lage ist.
Angesichts der Diskussion, die momentan im Gange ist, bekommt man ein sehr differenziertes Bild von einer Behörde, die immer wieder in die Schlagzeilen gerät. Jedem, der dieses Buch lesen sollte, dürfte sich eine andere - auch nach "Bedingt dienstbereit" - weitere Perspektive in der Beurteilung des BND erschließen.
Ansonsten erzählt der Autor seine schier unfassbare Geschichte mit viel Humor, was dem Leser die Geschehnisse noch realistischer erscheinen lässt und sehr viel Spaß beim Lesen bereit, dass man teilweise einfach schmunzeln muss. Selbstverständlich handelt es sich um eine subjektive Betrachtung, aber letzten Endes ist es nur empfehlenswert sich eine Analyse des Zustandes des BND zu Gemüte zu führen, die bis zur Affäre um die Führung journalistischer Quellen in den Medien nur selten bis gar nicht vertreten wurde. Man lernt somit die andere Seite der sauberen Behörde kennen und kann sich so ein eigenes Bild von dem deutschen Auslandsgeheimdienst bilden.
Gerade in Anbetracht dieser Tatsache, dass der Leser ein anderes Bild als das in der Öffentlichkeit oft vertretene zu sehen bekommt, zeichnet dieses Buch aus.
Einziges Manko des Werkes ist an einigen Stellen eine etwas vage Darstellung, die aber wohl nur zu gut nachzuvolziehen ist, aber auch die Einreihung der beschriebenen Vorfälle in die "Foertsch-Affäre" etwas Schwierigkeiten bereitet.
Trotz dieser kleinen Schwächen lässt sich sagen, dass der Autor mit seinem thematisch spannenden Werk den Leser an seinen Gefühlen und Enttäuschungen teilhaben lässt, was mindestens ebenso interessant sein dürfte.