Aus der Amazon.de-Redaktion
Zu ihnen gehört Vishnu. Er haust auf dem untersten Treppenabsatz und ist sehr krank. Alle rechnen mit seinem baldigen Tod. Vishnus letzte Wahrnehmungen beschwören Erinnerungen an seine Kindheit und seine Jugendliebe herauf; seine Seele beginnt, sich von seinem Körper zu lösen, um die Treppen in eine überirdische Helligkeit hinaufzusteigen. Daneben lernen wir die Bewohner des Hauses kennen, ihre Ängste, Sorgen, ihren Kleinmut, ihre niederen Beweggründe, wie sie versuchen, ihren haarsträubenden Egoismus vor sich selbst zu rechtfertigen, um einen Aufstieg in die nächste Kaste zu erwirken. Ist es die Armut, die den Menschen gemein macht, ist es die Religion oder sind es einfach nur die zerplatzten Träume?
Suri erzählt anhand eines von Armut geprägten Lebens in Indien, das im Angesicht des Todes noch einmal aufflammt -- jetzt freier und reicher als alle anderen -- die ewigen Geschichten vom Krieg der Religionen, von jungen Liebenden, die noch all ihre Ideale haben und dem Bild des Scheiterns ihrer Eltern entkommen wollen, vom verirrten Suchenden, der in den Wahnsinn flüchtet, weil er die Realität nicht zu nehmen weiß oder von der Tragödie einer auf immer verlorenen großen Liebe, die den übrig Gebliebenen nur noch als Schatten seiner selbst zurücklässt. --Daphne Großmann
Kurzbeschreibung
Zu Beginn dieses meisterhaften Debütromans liegt Vishnu sterbenskrank auf der Treppe, auf der er wohnt, seine Nachbarn streiten sich darüber, wer den Krankenwagen bezahlt. Während sich die Handlung allmählich durch die Stockwerke des Mietshauses nach oben schraubt, werden wir in die Lebensdramen der verschiedenen Bewohner hineingezogen: die ständigen Zankereien zwischen den Asranis und den Pathaks; die besessene Suche Mr. Jalals, eines Muslims, nach dem Sinn von Leben und Religion, während seine Frau um seinen Verstand fürchtet; Vinod Tanejas Sehnsucht nach seiner Frau, die er schon vor vielen Jahren verloren hat; die Teenagerträume von Kavita Asrani, die sich als Heldin eines Hindi-Films sieht und eines Nachts heimlich mit dem Muslim-Jungen Salim durchbrennt. Die Geschichte dieses Mietshauses wird zu einer Metapher für die sozialen und religiösen Spaltungen im heutigen Indien, und Vishnus Aufstieg im Treppenhaus spiegelt die Wanderung der Seele durch die verschiedenen Seinsstadien wider. Seine Erinnerungen und Visionen - Erinnerungen an die schöne Padmini, die er mehr als alles andere auf der Welt liebte, obwohl sie eine Hure war; Erinnerungen an seine Mutter, die ihm alle Legenden über den Gott Vishnu beibrachte; Visionen, die an Szenen aus den heiligen Schriften des Hinduismus erinnern - bilden ein faszinierendes Gegengewicht zu den mit Witz und liebevoller Ironie geschilderten Geschichten der Hausbewohner und geben dem Leser Rätsel auf:Ist Vishnu womöglich der Gott Vishnu, nicht nur der Hüter des Mietshauses und seiner Bewohner, sondern der Erhalter des gesamten Universums?
Umschlagtext
Michael Cunningham, Autor von "Die Stunden" und Pulitzerpreisträger 1999, sagt über diesen Roman: "Er sprüht vor Leben, ist wunderbar geschrieben, hat lauter herrlich vielschichtige und sehr menschliche Figuren... Er ist außergewöhnlich."