Mir liegt die aktualisierte Auflage 2008/2009 vor, auf die ich mich im folgenden beziehe.
Diese Art von Reiseführer bietet viel fürs Auge, also viele Karten, Bilder und anschauliche räumliche Gebäudedarstellungen (angeblich mehr als 900 auf 326 Seiten). Das ist gleichzeitig auch seine große Schwäche: zu wenig bzw. zu knapper Text, der häufig nur "Erstinformationen" enthält. Aber das genügt wohl den meisten Durchschnittstouristen für das heute übliche schnelle Abhaken von Reisezielen.
Durch die vielen Abbildungen wirkt das ganze ziemlich überfrachtet und die kleine Schrift erschwert zusätzlich eine schnelle Orientierung.
Andererseits werden gleich zwei Seiten verschwendet für "Die Schweiz auf der Karte" (S.10/11), diese wirkt aber merkwürdig "leer": es sind nur wenige Städte eingetragen und überhaupt keiner der grossen Pässe. Genau das sucht man aber auf so einer Übersichtsdarstellung. Oder wird alles als bekannt vorausgesetzt? Fast die gleiche Karte wiederholt sich dann übrigens auf der hinteren inneren Umschlagklappe, für die Ortsnamen braucht man schon fast eine Lupe. Und was soll die Abbildung blühender Kirschbäume ebenfalls über volle zwei Seiten (S. 148/149), braucht man etwa Lückenfüller?
Und wie heisst es auf der Rückseite: "Vis-à-Vis-Reiseführer überzeugen durch ihre Liebe zum Detail...". Dazu passt dann z. B. die Seite 22: in der schematischen Darstellung eines Alpengletschers wird der Schmelzwasserabfluss aus dem Gletschertor als Karstquelle bezeichnet - das ist einfach nur peinlich.
Dennoch benutze ich diese Art von Reiseführer wegen der vielen Abbildungen ganz gerne als Ergänzung zu anderen textlastigen Reiseführern - zu mehr taugt er aber nicht.