Obwohl ich mit dem kompletten Irland-Reiseführer von Lonely Planet eigentlich schon sehr gut bedient war, entschloss ich mich noch für den Erwerb des Dublin-Buches aus dem Eyewitness-Verlag: Wenn man die beiden Verlagserzeugnisse vergleicht, dann kommt dieser Stadtführer deutlich schlechter weg - Lonely Planet ist einfach nicht zu schlagen.
Das Problem mit dem Eyewitness-Buch ist sein Informationsmangel; der Stadtführer liest sich eher wie Ergänzungsmaterial aus einem historischen Museum, als ein Reiseführer für Touristen: Während Lonely Planet nicht nur Kontaktadressen und Öffnungszeiten der Sehenswürdigkeiten nennt, sondern auch immer spritzig geschriebene historische Auskünfte beisteuert, sind die Informationstexte bei Eyewitness knapp und oft dröge: Informationen zu Mosaikfassaden oder Rathausuhren gibt es überreichlich; bei den eigentlichen Lokalitäten liefert das Buch dann aber nur das Nötigste. Quasi als Ausgleich gibt es in diesem Reiseführer nur Farbfotos - selbst der Stadtplan des Zentrums ist koloriert; das sieht zwar hübsch aus, ist bei einem Stadtbesuch aber nur wenig hilfreich.
Zusätzlich fand ich den Eyewitness-Reiseführer unübersichtlich und unvorteilhaft strukturiert: Das große Vorbild Lonely Planet ordnet Unterkünfte und Restaurants nach Preisklassen und gibt auch immer eine kleine Beschreibung der Zielgruppe sowie der allgemeinen Qualität; bei Eyewitness gibt es drei staubtrockene Tabellen im Anhang, bei denen man erst mühsam Symbole und Piktogramme auswendig lernen muss, bevor man den gastronomischen Teil souverän nutzen kann.
Schlussendlich fehlten mir bei Eyewitness einfach das, wofür ich mir einen Reiseführer eigentlich kaufe: Die Geheimtipps. Interessante Geschäfte oder exotische Restaurants: Schauplätze, die einem Urlaub in einer fremden Stadt doch erst die richtige Würze geben.
Als besonders repräsentatives Beispiel sei nur das Restaurant "Gruel" im Dubliner Zentrum genannt, das 2006 als bestes Nachwuchslokal der Stadt ausgezeichnet wurde, und köstliche Gerichte für wenig Geld serviert: Bei Lonely Planet erhält das "Gruel" eine eigene Box unter der Rubrik "Der besondere Tipp" - bei Eyewitness steht es nicht einmal drin.