Dieses kritische Auto des bekennenden Autokritikers und Professors für Verkehrsplanung an der TU in Wien, Hermann Knoflacher, wird nicht viele Freunde finden, schlicht und einfach deshalb, weil es zu viele Wahrheiten ausspricht über ein Werk der Technik, das auf der ganzen Welt nicht nur die Herzen der Männer höher schlagen lässt, sondern auf das kaum jemand verzichten möchte als Statussymbol, flexibles Fortbewegungsmittel und angeblicher Produzent von persönlicher (Bewegungs)- freiheit.
Die Rede ist vom Auto und vom "Virus Auto", der einscheinend unheilbar die ganze Menschheit befallen hat. Hermann Knoflacher zeichnet in diesem Buch die Geschichte dieses Fortbewegungsmittels nach und auch die Geschichte der vielen Zerstörungen, die sein Aufstieg mit sich brachte. Es ist aber nicht nur eine technische Geschichte sondern auch eine psychologische und sozialpsychologische. Denn das Auto macht etwas mit dem Menschen. Er wird anders, wenn er sich in ein Auto setzt, sagt Knoflacher und findet im Innersten des Menschen die Hauptursachen für diese unheilbar scheinende Krankheit. Dort, so zeigt er überzeugend, liegen auch die Ansatzpunkte für eine Heilung von dem "Virus Auto", für die er nicht müde wird zu werben. Eine höhere Lebensqualität für den Einzelnen und weniger Zerstörung für das Gesamte wären das Ergebnis eines solchen Gesundungsprozesses.
So richtig und wichtig die Beobachtungen und Erkenntnisses dieses Buches auch sind, ich bin skeptisch, ob sie in naher Zukunft irgendetwas bewegen können.