Zur Story: Vidyadhar Patwardhan (Amitabh Bachchan) und seine Frau Sumitra (Sharmila Tagore) genießen in Indien ihr Rentendasein als Ehepaar mit Mittelklasseeinkommen. Er arbeitete früher bei einer Fluggesellschaft, sie war 15 Jahre lang Direktorin an einer Schule. Das bekommt Vidya auch oft gehörig zu spüren, denn zu gerne zeigt ihm Sumi, wer die Hosen im Haus anhat.
Eigentlich leben die Beiden ein sehr ruhiges Leben, bis der Lebensmittelhändler von Gegenüber beschließt, seinen Laden aufzugeben. Kurze Zeit später zieht dort Ali (Sanjay Dutt) mit seiner Truppe ein und eröffnet eine Autowerkstatt. Das sorgt bei Vidya für mächtig Frust, denn von nun ab kann er sich keinen Mittagsschlaf mehr gönnen, die Mechaniker sind in ihrer Arbeit einfach zu laut.
Als er ihn versucht, darauf anzusprechen, reagiert Ali mit Spott auf die Beschwerde des "alten Mannes" und macht sich fortan lustig über Vidya. Erst die strenge Hand Sumi's kann Ali Einhalt gebieten und fortan werden er und Vidya richtig gute Freunde.
Dann kündigt sich Besuch an: der einzige Sohn des Paares, Amar (John Abraham) kehrt nach seinem Studium nach Hause zurück. Und er hat eine Überraschung für seine Eltern, denn in London hat er Jenny kennengelernt, die er heiraten möchte. Kurze Zeit später heiraten die Beiden und alles scheint perfekt zu sein, denn sogar die Tatsache, dass Jenny keine Inderin ist, macht dem Elternpaar nichts aus.
Als Jenny und Amar's Eltern eine Überraschungsparty organisieren wollen, schicken sie Amar auf eine Junggesellenabschiedsparty, um ungestört alles vorbereiten zu können. Dann geschieht das Unfassbare: als Amar beobachtet, wie der Sohn eines Ministers vor seinen Augen eine Tänzerin erschießt, greift Amar mutig ein - und wird ebenfalls erschossen.
Doch nicht nur die Trauer reißt sowohl Jenny als auch Sumi und Vidya in eine große Krise. Denn es soll noch schlimmer kommen; die Tat soll verschleiert werden, da das Image des Ministers rein bleiben soll. Bei einer Hausdurchsuchung wird dann in Amar's Tasche Kokain "gefunden", Jenny und Amar gelten plötzlich als Drahtzieher eines Drogenhändlerrings. Und die Mörder von Amar sind plötzlich Drogenbosse, die selbst bei der Verhaftung von der Polizei erschossen werden.
Nun gilt für Vidya nur noch eins: die Unschuld seines Sohnes zu beweisen und seinen Ruf zu rehabilitieren. Und der wahre Mörder soll für seine Tat bestraft werden. Aber immer wieder scheint sich das Schicksal gegen sie zu stellen...
Mehr sei nicht verraten, aber diesen Film kann ich uneingeschränkt jedem Filmliebhaber empfehlen - und ich sage bewusst Filmliebhaber, nicht nur Fans von indischem Kino! Mahesh Manjrekar hat es mit seinem Film geschafft eine Geschichte zunächst sehr humorvoll, dann nach dem Bruch ins Dramatische wunderbar herzzerreißend zu inszenieren. Das Ganze allerdings ohne zuviel auf die Tränendrüse zu drücken.
Natürlich ist es vor allem auch der Besetzung zu verdanken, dass "Viruddh" so gut gelungen ist. So ist das Spiel zwischen Amitabh Bachchan und Sharmlia Tagore wunderbar, John Abraham und Sanjay Dutt übernehmen in dem Film zwar recht kleine, aber sehr ausgefeilte Nebenrollen.
Einen Soundtrack, wie in Bollywood Filmen sonst üblich, gibt es hier nicht, stattdessen ist die Musik als Hintergrund eingebaut. Und auch das tut dem Film gut, da er sich dadurch viel mehr auf die Story als auf Effekthaschereien mit Songinszenierungen konzentriert.
Fazit: "Viruddh" muss man gesehen haben - zumindest als Fan von gut gemachten, mitreißenden Dramen. Denn das ist der Film - erstklassiges Kino, das einfach zu Herzen geht. :-)