Dieses Jugendbuch ist wohltuend anders, es ist fantastisch, ohne sich der Fantasy zu bedienen, es ist dystopisch, obwohl die Dystopie hier ganz anders gemeint ist und die handelnden Figuren sind Menschen, keine Gestaltwandler oder ähnliches - aber es ist romantisch und vermittelt Probleme der Teenagerzeit.
Carmen Bianchi liebt ihre Stradivari steht kurz vor ihren größten Erfolg, dem Gewinn des Guarneri-Wettbewerbs. Jedoch lernt sie ihren größten Konkurrenten um diesen Titel, Jeremy King, kennen und lieben, was nicht ganz unproblematisch laufen kann. Ihre Mutter, gleichzeitig ihre Managerin, hat damals für u.a.sie ihre Karriere aufgeben müssen und setzt nun alles daran, ihre Träume durch ihre Tochter zu verwirklichen. Dass das nicht gut gehen kann, wird ihr erst zu spät klar. Und der Wettbewerb rückt immer näher...
Jessica Martinez hat ein Jugendbuch geschrieben, das sich aus der derzeitigen Masse des Genres hervortut mit seiner Andersartigkeit. Aber nicht nur deshalb ist es so gelungen, sie hat einfach einen mitreißenden Erzählstil und ihre Geschichte ist so voller Wendungen, dass man nie genau weiß, was als Nächstes auf den Leser wartet. Auf 249 Seiten führt sie uns durch schicksalhafte Wendungen, erste zarte Bande, Intrigen, Liebe zur Musik, Suchtprobleme, normale Teenager-Eltern-Probleme und krankhaften Karrierewahn. Somit deckt sie zahlreiche Themen in dieser eigentlich sehr kurzen Geschichte, doch ihr gelingt das Meisterstück, dass es nicht überfrachtet wirkt. Ganz im Gegenteil. Ihre Charaktere beschreibt sie sehr authentisch, gefühlvoll und frisch. Das Setting in Chicago ist auch gelungen, detailliert schildert sie die Geschehnisse in der Stadt.
Frisch, jugendgerecht, aber auch ernst erzählt Martinez von Carmen und Jeremy und driftet dabei niemals in Kitsch ab. Mit viel Liebe aber auch Respekt schreibt sie von der Musik, was gerade durch den derzeitigen Castingwahn ein mahnendes Beispiel sein sollte.
Kurzum: Ein Buch, das auf virtuose Art und Weise begeistert! Hoffentlich findet es viele Leser!!!