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Der Virtuose. SZ-Bibliothek Band 53
 
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Der Virtuose. SZ-Bibliothek Band 53 [Gebundene Ausgabe]

Margriet de Moor , Helga van Beuningen
3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 157 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1., Aufl. (21. April 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866155034
  • ISBN-13: 978-3866155039
  • Originaltitel: De virtuoos
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 12,6 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 90.198 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Margriet de Moor
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Virtuose
OT De virtuoos OA 1993 DE 1994Form Roman Epoche Moderne
In ihrem historischen Roman Der Virtuose erzählt Margriet de Moor in beeindruckender, zuweilen barock anmutender Sprache die Geschichte einer jungen italienischen Aristokratin, die in ihrer Liebe zu einem gefeierten Sänger die Symbiose von Musik und Liebe als Zustand rauschhaften Glücks erfährt.
Inhalt: Schauplatz des Romans ist das Neapel der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als der barocke Belcanto die Menschen faszinierte. Die ganze Stadt liegt dem jungen Sänger Gasparo Conti zu Füßen. Seine hinreißende, betörende Stimme verdankt er einem medizinischen Eingriff: Er ist Kastrat. Mit seinem Gesang und seinem androgynen Wesen übt er vor allem auf Frauen eine besondere Anziehungskraft aus.
Die Ich-Erzählerin Contessa Carlotta, eine junge, verheiratete Aristokratin und Mutter zweier Töchter, reist für eine Saison nach Neapel, um in die Welt der Musik einzutauchen. Sie hat mit ihrem Mann verabredet, den Winter in der Stadt der Oper zu verbringen, um im Frühling zurückzukehren, schwanger zu werden und den erwünschten Sohn zur Welt zu bringen. Bereits bei ihrem ersten Besuch in der Oper ziehen der Gesang und das Wesen des virtuosen Sängers Conti sie in ihren Bann. Sie erkennt in ihm jenen Jungen wieder, der in ihrem Heimatdorf aufwuchs und in dessen wunderschöne Stimme sie sich schon als Zehnjährige verliebte. Eines Tages war der Junge verschwunden, man munkelte im Dorf von Krankheit und Operation, die Zusammenhänge waren Carlotta jedoch verborgen geblieben. Nun verliebt sie sich in Conti, ja verfällt ihm und wird beherrscht von dem Drang, den Virtuosen zu verführen. Carlotta gewinnt die Zuneigung des Sängers und wird seine Begleiterin. Er erzählt ihr von den Stationen seiner Karriere und weist sie in die Geheimnisse seiner Gesangskunst ein. Sie verleben eine rauschhafte Zeit gemeinsam; Musik, Liebe und Erotik durchdringen sich und versetzen die Contessa in einen überirdischen Zustand. Die leidenschaftliche Liebe hält eine Saison lang, dann wendet sich der Virtuose von Carlotta ab, schenkt seine Gunst einem begabten Schüler, der Abbild seiner selbst ist und dem er schließlich überstürzt nach Rom nachreist. Zwar begleitet Carlotta ihn, doch sie weiß, die Zeit vollkommener Harmonie von Kunst und Leben neigt sich dem Ende zu, ein solches Glück ist nicht zu halten. Sie reist zurück aufs Land zu ihrem Mann und bringt im darauf folgenden Jahr einen Sohn zur Welt. Verstört und fahrig schickt sie sich in ihr Leben und nährt sich von dem Wissen, dass in Gasparos Gesang stets etwas von ihrer Liebe mitklingen wird.
Struktur: Der Roman ist dem Sujet entsprechend komponiert. Vor- und Rückblenden, Perspektivverschiebungen und Stilwechsel geben ihm seinen Rhythmus; die Sprache ist formvoll-endet sowie durch und durch musikalisch. Sie ist zu hören als ein Triumph des Barock, als ein letztes Aufblühen verschwenderischen ›italienischen‹ Stils, bevor die im Roman thematisierte Epochenwende zum einfachen ›französischen‹ Stil der Aufklärung einsetzt und dominiert.
Die Ich-Erzählerin Carlotta schildert das Geschehen im Ton eines tagebuchartigen Berichts, der nur in der Mitte von einem Intermezzo betitelten Kapitel unterbrochen wird. Darin wird aus der Perspektive der Amme Carlottas Ergänzendes zur Geschichte der Familie mitgeteilt und über das Ende des Buchs hinausgegriffen.
Wirkung: In den Niederlanden war Der Virtuose in seinem Erscheinungsjahr das erfolgreichste belletristische Buch. Auch in Deutschland wurde es ein großer Publikumserfolg und von renommierten Kritikern enthusiastisch aufgenommen. R. F. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Wie es Margriet de Moor gelingt, einen durch und durch sensualistischen Roman zu schreiben, der "dennoch" ein "sprachliches" (Phantastisch übersetztes!) Kunstwerk ist - das macht den "Virtuosen" zu einem nicht nur in der niederländischen Literatur seltenen Ereignis. ... Margriet de Moor, die ausgebildete Sängerin, hat gleichsam am eigenen Leib erfahren, daß Literatur und Musik dieselbe Quelle haben: die Menschliche Stimme. Indem sie nun der Sprache von der Musik zurückgibt, was diese von der Sprache hat, kann sie einen Roman erzählen, dessen Schönheit sich nicht auf der Ebene seines Gegenstandes oder gar seine "Moral" entscheidet. Mit anderen Worten: Er besitzt eine Musikalität, "obwohl" er von Musik auch handelt." Hermann Wallmann, Süddeutsche Zeitung, 21.09.94 "Ich bewundere die Holländerin Margriet de Moor. Ihr erster Roman 'Erst grau dann weiß dann blau' war eine Sensation, ihr zweiter 'Der Virtuose' ist es abermals. ... Alles spielt sich im 18. Jahrhundert ab. Was geht uns jene ferne Epoche an? Wenig. Aber was geht uns die Liebe an? Vielleicht doch mehr als andere Fragen. Und da wir in dieser Hinsicht von der deutschen Gegenwartsliteratur meist leider im Stich gelassen werden, ist es ein Glück, daß es die wunderbar sinnliche Dichterin Margriet de Moor gibt. 'Der Virtuose' ist ein Preislied auf die Lust und die Wollust." Marcel Reich-Ranicki, Stern, 29.09.94 "Ein freimütiges Bekenntnis zur Schönheit des Daseins. Die Leiden werden ohne Larmoyanz, die Passionen ohne Pathos und ohne Pedal beschrieben. Die beiden rätselhaften Mächte, die Liebe und die Musik, finden hier, trotz delikater Schwierigkeiten, zur beinahe makellosen Einheit - zumindest für eine Weile. Wir werden Margriet de Moors Buch so rasch nicht vergessen." Marcel Reich-Ranicki, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.94 "Eine Hommage an die Musik und überbordende Sinnlichkeit. Ein virtuoses Capriccio, der die Sprache zum Klingen bringt. Ein sinne -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Fader Eunuchen-Sex, 8. März 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Virtuose. SZ-Bibliothek Band 53 (Gebundene Ausgabe)
Dass Sex mit Kastraten möglich ist, hatte Hellmuth Karasek schon für das Literarische Quartett ergründet. Mit dieser Frage muss sich der Leser gar nicht mehr aufhalten. Dafür kann man sich in diesem Werk über die Vorzüge der Missionarsstellung informieren, oder darüber, dass der Höhepunkt der Liebe mit einem Eunuchen "Trockenstoß" genannt wird. Interessant!

Carlotta, eine jungverheiratete Adlige, verliebt sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts in den Gesangsvirtuosen Gasparo, der wie sie aus dem gleichen Dorf stammt und als Preis für ein verlorenes Spiel mit Carlottas Vater im Knabenalter der Musik geopfert, das heißt kastriert wurde. Sie verführt Gasparo, als dieser sich während einer Tournee in Neapel aufhält. Ist das Liebe? Nein, denn "Musik und Sex" haben in Carlotta "Kräfte versammelt", sie sagt: "Sex ist der Kern von allem."

Wenn Gasparo nicht in der Stadt ist, treibt sie es mit einem französischen Marquis oder einem sizilianischen Adligen. Und Berto, ihr Mann? Er treibt es ebenfalls mit französischen und sizilianischen Adligen. So geht das in einer Welt aus Samt, Seide, Damast und sonstiger Pracht dahin.

Bis Seite 50 ist alles ganz amüsant, dann wiederholen sich Musik und Sex und Sex und Musik, bis es einem zum Hals raushängt. Irgendwann stirbt in einem Nebensatz Berto, und in einem Nebensatz gebiert Carlotta zwei Kinder. Dann geht die Handlung auch schon wieder zum Gewohnten über. Die einzige Abwechslung sind die von der ausgebildeten Pianistin und Sängerin Margriet de Moor immer wieder eingestreuten musiktheoretischen Abhandlungen. Dafür gibt es den zweiten Stern.

Auch wenn der geschätzte "Literaturpapst" Marcel Reich-Ranicki in der Autorin eine "Dichterin" sieht, die "menschliches Glück" zeigt, "etwas, was wir in der zeitgenössischen Literatur heutzutage sehr selten haben", muss sich der Leser die Langeweile bei dieser Lektüre nicht unbedingt antun.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ein Kastrat als Superstar, 15. Mai 2007
Von 
Mag Wolfgang Neubacher "wolfgang_neubacher" (A - 5203 Köstendorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Virtuose. SZ-Bibliothek Band 53 (Gebundene Ausgabe)
Anfang des 18. Jahrhunderts; ein Dorf in der Nähe von Neapel. Carlotta, aus verarmtem Adel stammend, ist von der Stimme des um 1 Jahr älteren Gasparo Conti verzaubert, wenn er in der Kirche singt. Doch eines Tages ist Gasparo verschwunden. Er soll seine (hohe) Stimme behalten, deshalb werden ihm die Hoden entfernt und die Samenstränge durchtrennt.

Einige Jahre später trifft Carlotta - sie ist bereits verheiratet - Gasparo wieder. Dieser ist inzwischen eine gefeierter Sänger, der (nicht nur) bei den Frauen sehr beliebt ist. Zwischen Carlotta und Gasparo beginnt, von Carlotta ausgehend, eine feurige, musikalisch inspirierte Liebesgeschichte...

Man merkt beim Lesen bald, dass die Autorin beruflich mit Musik zu tun hat(te). So gelingt es ihr in diesem Roman sehr gut, die Musik (und hier vor allem die Barockoper) mit Liebe und Erotik zu kombinieren. Auf diesen beiden Säulen ruht das Buch, das sich größtenteils auch ziemlich spannend liest. Gegen Schluss zeigt das Werk allerdings gewisse "Ermüdungserscheinungen" - eine gewisse Straffung hätte hier nicht geschadet.

Trotz dieser (kleinen) Einwände: Ein interessantes Buch, das uns eine Gesllschaftsschicht zeigt, die durch die Franzöische Revolution hinweggefegt wird.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Simpel, schön und oberflächlich, 23. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Virtuose: Roman (Taschenbuch)
Ich habe dieses Buch mit 23 gelesen und war begeistert. Sex - so künstlerisch verführerisch dargestellt. Schönheit - so unversteckt und so wichtig. Liebe - offen und ohne Hemmungen oder Grenzen.

Nun habe ich das Buch mit 38 erneut gelesen und werde es ad acta legen. Es war natürlich immer noch schön, die Sprache ist gelungen - aber es wirkt gekünstelt. Das, was mir damals so einfach und damit künstlerisch erschien, wirkt heute oberflächlich.

Ich glaube es ist ein Buch für bestimmte Lebens- oder Altersstufen, schwer zu sagen wann es richtig ist. Die Authorin war immerhin bereits 52 als sie es geschrieben hat. Wer also noch nie etwas gelesen hat, das meine Schlagworte des ersten Absatzes widerspiegelt, ist bestimmt gut beraten dieses Häppchen mal zu versuchen. Wer aber große Litaratur sucht und vom Thema und der Sprache umgeworfen werden möchte, der sollte die Finger davon lassen.
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