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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Fader Eunuchen-Sex,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Virtuose. SZ-Bibliothek Band 53 (Gebundene Ausgabe)
Dass Sex mit Kastraten möglich ist, hatte Hellmuth Karasek schon für das Literarische Quartett ergründet. Mit dieser Frage muss sich der Leser gar nicht mehr aufhalten. Dafür kann man sich in diesem Werk über die Vorzüge der Missionarsstellung informieren, oder darüber, dass der Höhepunkt der Liebe mit einem Eunuchen "Trockenstoß" genannt wird. Interessant!Carlotta, eine jungverheiratete Adlige, verliebt sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts in den Gesangsvirtuosen Gasparo, der wie sie aus dem gleichen Dorf stammt und als Preis für ein verlorenes Spiel mit Carlottas Vater im Knabenalter der Musik geopfert, das heißt kastriert wurde. Sie verführt Gasparo, als dieser sich während einer Tournee in Neapel aufhält. Ist das Liebe? Nein, denn "Musik und Sex" haben in Carlotta "Kräfte versammelt", sie sagt: "Sex ist der Kern von allem." Wenn Gasparo nicht in der Stadt ist, treibt sie es mit einem französischen Marquis oder einem sizilianischen Adligen. Und Berto, ihr Mann? Er treibt es ebenfalls mit französischen und sizilianischen Adligen. So geht das in einer Welt aus Samt, Seide, Damast und sonstiger Pracht dahin. Bis Seite 50 ist alles ganz amüsant, dann wiederholen sich Musik und Sex und Sex und Musik, bis es einem zum Hals raushängt. Irgendwann stirbt in einem Nebensatz Berto, und in einem Nebensatz gebiert Carlotta zwei Kinder. Dann geht die Handlung auch schon wieder zum Gewohnten über. Die einzige Abwechslung sind die von der ausgebildeten Pianistin und Sängerin Margriet de Moor immer wieder eingestreuten musiktheoretischen Abhandlungen. Dafür gibt es den zweiten Stern. Auch wenn der geschätzte "Literaturpapst" Marcel Reich-Ranicki in der Autorin eine "Dichterin" sieht, die "menschliches Glück" zeigt, "etwas, was wir in der zeitgenössischen Literatur heutzutage sehr selten haben", muss sich der Leser die Langeweile bei dieser Lektüre nicht unbedingt antun. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein Kastrat als Superstar,
Von Mag Wolfgang Neubacher "wolfgang_neubacher" (A - 5203 Köstendorf) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der Virtuose. SZ-Bibliothek Band 53 (Gebundene Ausgabe)
Anfang des 18. Jahrhunderts; ein Dorf in der Nähe von Neapel. Carlotta, aus verarmtem Adel stammend, ist von der Stimme des um 1 Jahr älteren Gasparo Conti verzaubert, wenn er in der Kirche singt. Doch eines Tages ist Gasparo verschwunden. Er soll seine (hohe) Stimme behalten, deshalb werden ihm die Hoden entfernt und die Samenstränge durchtrennt.Einige Jahre später trifft Carlotta - sie ist bereits verheiratet - Gasparo wieder. Dieser ist inzwischen eine gefeierter Sänger, der (nicht nur) bei den Frauen sehr beliebt ist. Zwischen Carlotta und Gasparo beginnt, von Carlotta ausgehend, eine feurige, musikalisch inspirierte Liebesgeschichte... Man merkt beim Lesen bald, dass die Autorin beruflich mit Musik zu tun hat(te). So gelingt es ihr in diesem Roman sehr gut, die Musik (und hier vor allem die Barockoper) mit Liebe und Erotik zu kombinieren. Auf diesen beiden Säulen ruht das Buch, das sich größtenteils auch ziemlich spannend liest. Gegen Schluss zeigt das Werk allerdings gewisse "Ermüdungserscheinungen" - eine gewisse Straffung hätte hier nicht geschadet. Trotz dieser (kleinen) Einwände: Ein interessantes Buch, das uns eine Gesllschaftsschicht zeigt, die durch die Franzöische Revolution hinweggefegt wird. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Simpel, schön und oberflächlich,
Rezension bezieht sich auf: Der Virtuose: Roman (Taschenbuch)
Ich habe dieses Buch mit 23 gelesen und war begeistert. Sex - so künstlerisch verführerisch dargestellt. Schönheit - so unversteckt und so wichtig. Liebe - offen und ohne Hemmungen oder Grenzen.Nun habe ich das Buch mit 38 erneut gelesen und werde es ad acta legen. Es war natürlich immer noch schön, die Sprache ist gelungen - aber es wirkt gekünstelt. Das, was mir damals so einfach und damit künstlerisch erschien, wirkt heute oberflächlich. Ich glaube es ist ein Buch für bestimmte Lebens- oder Altersstufen, schwer zu sagen wann es richtig ist. Die Authorin war immerhin bereits 52 als sie es geschrieben hat. Wer also noch nie etwas gelesen hat, das meine Schlagworte des ersten Absatzes widerspiegelt, ist bestimmt gut beraten dieses Häppchen mal zu versuchen. Wer aber große Litaratur sucht und vom Thema und der Sprache umgeworfen werden möchte, der sollte die Finger davon lassen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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