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Virtuelles Licht.
 
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Virtuelles Licht. [Broschiert]

William Gibson
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 365 Seiten
  • Verlag: Heyne (1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453118758
  • ISBN-13: 978-3453118751
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 396.615 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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William Gibson
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Produktbeschreibungen

Klappentext

Der Autor faszinierend in ihrer Klarheit und Perfektion, ist im Grunde Hightechelektrische Poesie. Für Autoren wie Gibson wurde die Science Fiction erfunden.

carpe.com

William Gibson ist seit seinem preisgekrönten Roman Neuromancer (1983) und als Erfinder des Begriffes "Cyberspace" einer der bekanntesten Sciencefiction-Autoren überhaupt. Eines seiner jüngsten Werke ist der Roman Idoru. Er schreibt aber auch Essays, Drehbücher und Gedichte -- die unter anderem auch im Web zu finden sind.

Handlung: Einige Jahre in der Zukunft von San Francisco. Die Oakland Bay Bridge gibt es längst nicht mehr -- sie dient inzwischen als Heimstatt für zahlreiche Misfits, die sich ein Häuschen nicht leisten können. Autos gibt es längst nicht mehr, dafür aber enorm leichte und robuste Fahrräder aus Pappe. Auf der Oakland Bridge wohnt auch die Heldin des Romans -- Chevette, die Fahrradkurierin -- in einer komplexen Nischengesellschaft menschlicher Streuner. Der Fan kennt die Szene aus der Verfilmung von Gibsons Story Johnny Mnemonic mit Keanu Reeves. Chevette ist ein streetwise kid und abgebrüht -- gut für sie.

Die andere Hauptfigur ist Berry Rydell, ein Ex-Polizist aus Knoxville, Tennessee. Auch in Los Angeles will er nur ein Auskommen haben und schreibt sich bei der Firma IntenSecure Armed Response als Angestellter ein: Ein privates Bewachungsunternehmen, das die Reichen und Schönen vor der Unbill des alltäglichen Verbrechens im Lande beschützen soll.

In San Francisco übernimmt Chevette die Packtasche einer anderen Art von Kurier -- dem Undercover-Agenten, der von Singapur aus operierenden Pacific Rim Company, die in Nordkalifornien wirklich den Ton angibt -- und gelangt so in den Besitz eines brisanten Stücks Hightech, einer speziellen Brille. IntenSecure schickt Berry Rydell nach San Francisco, um dort mit Kollege Lucius Warbaby (nomen est omen!) sowohl im Realen wie im Cyberspace nach der Brillen-Diebin zu fahnden. Leider scheint Rydell einen Anfall romantischer Verliebtheit zu erleiden, als er Chevette begegnet. Und flugs befindet er sich auf Kollisionskurs mit seinen Arbeitgebern, mit Kollege Warbaby und dem Undercover-Agenten. Rydell ist ein Chandler'scher Antiheld, der sich nur dank seines Instinkts auf die Seite der "Guten" schlägt -- und dafür von den Hackern à la Robin Hood in letzter Sekunde gerettet wird.

Fazit: Gibson hat im Gegensatz zu seinen vorhergehenden Romanen Neuromancer, Count Zero und Mona Lisa Overdrive einen erstklassigen Krimi geschrieben, mit Film-Noir-Kulissen und staubtrockenen Dialogen. Das dient nur dazu, seine romantische Vision der Zukunft des Jahres 2005 zu verdecken: Die Reichen haben die Erde und die Schwächeren ausgebeutet und verschanzen sich hinter festungsartigen Grundstücken und Wachdiensten. Die Armen, Ausgestoßenen, Dissidenten aber hausen im Zwischendeck der Oakland Bridge, glauben an die Macht der Gemeinschaft und die Pflicht zur Rebellion. Keine Frage, wem seine Sympathie gilt.

Diese Zukunft hat schon begonnen! Heute verursachen Computerhacker den Firmen Schäden in Millionenhöhe und die im Computer erzeugte Wirklichkeit erscheint schöner als unsere reale Welt -- siehe den Rummel um Star Wars - Episode 1. Techniker manipulieren menschliche Gene und stellen massenhaft Klone her. Es bedarf nicht allzu viel Vorstellungskraft, um sich auszumalen, wohin der Trend unserer Gesellschaft geht, insbesondere der amerikanischen, welche der deutschen ja nur etwa zehn Jahre voraus ist. Virtuelles Licht lässt den Leser einen spannenden und unterhaltsamen Blick in eine Welt werfen, vor der uns der Autor warnt. Eindeutig gibt es für Gibson Werte, für die es sich zu kämpfen, zu rebellieren lohnt. --Michael Matzer


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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Do you see the light?, 4. September 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Virtuelles Licht. (Broschiert)
Der Roman "Virtuelles Licht", um den es hier geht, ist zeitlich in die 70er des 21. Jahrhunderts einzuordnen, und Gibson hat ihn offensichtlich vor die Ereignisse seines jüngsten Werkes "Idoru" plaziert. So wundert es die Leser die Idoru schon kennen nicht, daß Gibson immer wieder das "Little Grande" genannte Erdbeben, das die Gegend von Frisco bis L.A. in weiten Teilen in Schutt und Asche legte sowie die Zerstörung und den anschließenden Neuaufbau Tokios mit Hilfe der brandneuen Nanotechnologie ins Spiel bringt - typisch für seinen unnachahmlichen Schreibstil, mit dem er es immer wieder schafft den Leser von der eigentlichen Fährte wegzulocken und seine Stories mit interessanten Hintergrundinformationen aufzumotzen.

Wer Idoru noch nicht kennt, ist aber keinesfalls im Nachteil, eher im Gegenteil, da sich so in jenem Roman viele Zusammenhänge viel schneller erschließen, wenn man "Virtuelles Licht" schon kennt. Insofern ärgere ich mich, daß ich erst Jahre später per Zufall auf ihn gestoßen bin.

Übrigens kommt Gibsons Neigung zu sehr stark verkürzten Formen der Kommunikation seiner Charaktere (auf gut deutsch, vollständige Sätze geben diese selten von sich) untereinander hier recht heftig zum Tragen, an Dialoge wie "Kaffee?" - "Jupp" - "Willst ne Marlboro?" - "danke, Nichraucher" sollte man sich als Leser schnell gewöhnen, sonst bekommt man recht früh die Krise und legt das Buch weg. Ebenso skizzenhaft wie viele Dialoge werden hier auch wieder einmal die Charaktere gezeichnet, ebenfalls typischer Gibson-Stil - ein Regisseur, der dieses Stilmittel filmisch umsetzen würde, würde wohl zu Rückblenden in die Vergangenheit der Darsteller in Form von sehr kontrastreichen, schwarzweißen Szenen in schneller Schnittfolge greifen, wie man es aus einigen Actionstreifen her kennt.

Doch genug zum Stil, kommen wir zum Inhalt. Hauptfigur von "Virtual Light" (so der Originalname) ist ein gewisser Berry Rydell, wohnhaft in Los Angeles, der durch unglückliche Umstände von einer Zwangslage in die nächste schlittert. Der Leser erfährt im Laufe des Romans, daß Rydell in einem kleinen Kaff aufgewachsen ist, wegen einer Fernsehreportage-Serie namens "Cops in Schwierigkeiten" zur Polizei ging, dort schon nach wenigen Wochen rausflog und sich fortan bei einer privaten Sicherheitsfirma namens IntenSecure verdingte. Natürlich geht auch hier wieder etwas schief, und so sitzt Rydell nun ohne Job da und muß sich auf die Suche nach etwas neuem machen.

In der Zwischenzeit wird uns ein junges Mädchen namens Chevette Washington vorgestellt, die als Fahrradkurier in San Francisco arbeitet und auf der zum Anarchistenviertel aufgemöbelten Brücke bei einem alten Mann namens Skinner wohnt. Bei einer ihrer Kurierfahrten schlittert sie durch Zufall auf eine Party, wird dort von einem unangenehmen Kerl angebaggert und revanchiert sich bei diesem dadurch, daß sie ihm unauffällig ein Sonnenbrillenetui samt Inhalt klaut.

Bis zu diesem Punkt erschließt es sich dem Leser nicht, in welchem Zusammenhang diese Personen und ihre Taten stehen, doch der ergibt sich sehr schnell, als Rydell urplötzlich von seinem Exboss bei IntenSecure das Angebot erhält, für zwei Privatschnüffler in Frisco als Fahrer zu jobben, die den Diebstahl einer wertvollen Datenbrille samt anschließendem bestialischen Mord am ehemaligen Besitzer dieser Brille untersuchen. Rydell nimmt das Angebot an, fliegt nach Frisco rüber, lernt die beiden Ermittler namens Warbaby und Freddie sowie zwei von Anfang an recht dubiose Polizisten der SEPD Mordkommission russischer Herkunft kennen und stolpert schon kurze Zeit später über Chevette, und der Drek fängt an zu dampfen.

Rydell, anfangs von seinem eigenen Handeln völlig überrumpelt, entwickelt in einem Anfall von Genialität und Unverfrorenheit einen halsbrecherischen Plan, die Situation sowie Chevettes und seinen Hals zu retten.

Zwischendurch erfahren wir weitere Schnippets aus dem Leben der beiden Hauptdarsteller, werden über die Hintergründe des medizinischen Siegs über AIDS anfangs des 21ten Jahrhunderts aufgeklärt (Shapely, um nur ein Stichwort zu nennen und die Neugier zu wecken) und machen die Bekanntschaft mit jemandem namens Loveless.

Gibsontypisch wird hierbei ununterbrochen zwischen den Erzählperspektiven der Hauptfiguren umgeschaltet, was auf eine spezielle, ureigene Art und Weise die Spannung aufrecht erhält und durch nicht nur einen Cliffhanger manchmal bis an den Rand des Erträglichen steigert ,-).

Unterm Strich ist Gibson damit ein durch und durch spannender und interessanter Wurf gelungen, der insbesondere mit Idoru ein nettes Gespann abgibt, zumal wir Rydell dort in einer Nebenrolle wiedertreffen und weitere Hintergründe über die Dinge erfahren, die in Virtual Light nur sehr am Rande angerissen werden (Nanotech, DatAmerica/IntenSecure). Eines störte mich bei der Lektüre aber zugegebenermaßen ganz gewaltig, und zwar die Tatsache, daß sich der anfangs als so offensichtlicher Dauerlooser dargestellte und nicht gerade mit Intelligenz Beschenkte Rydell zu einem nahezu genialen Befreiungsschlag hinreißen läßt, der wesentlich mehr Grips erfordert, als man bei der Schilderung dieser Figur vermuten würde. Hier ist Gibson meiner Meinung nach etwas verunglückt, denn Chevette halte ich von der Schilderung her für wesentlich intelligenter, und wegen dieser Rollenaufteilung verliert der Roman etwas von seiner strengen Logik und seinem Biß.

Von diesem Ausreißer abgesehen kann man "Virtuelles Licht" aber rundum als spannende Lektüre für Fans der Real-SF und des Cyberpunk empfehlen. Für Nicht-Science Fiction Fans muß jedoch wieder einmal angemerkt werden, daß dieses Werk sich nicht gerade als Einstieg in dieses Genre eignet, zumal Gibsons Schreibstil wirklich nicht als der Leichtverständlichste gewertet werden kann. Ach ja, woher der Titel des Romans und damit der Titel dieses Berichts rührt, möchte ich nicht verraten, da es große Teile der Spannung zerstören würde.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Gibson in Hoechstform - ein Buch, das Laune macht..., 30. Juni 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Virtuelles Licht. (Broschiert)
Auszug: "Chevette klaute nie was, jedenfalls nicht bei anderen Leuten, und schon gar nicht bei der Arbeit. Ausser an jenem beschissenen Montag, als sie diesem Oberarschloch die Sonnenbrille wegnahm, aber das kam daher, dass sie den Kerl einfach nicht ausstehen konnte..."

Zum Inhalt: Chevette ist Fahrradkurier in einem San Francisco der nahen Zukunft. Rydell gehoert zu einem privaten Sicherheitsdienst irgendwo in Los Angeles. Als Chevette mehr oder weniger unbeabsichtigt einen anderen Kurier beklaut, dieser auf einmal tot ist und Rydell auf die vermeintliche Moerderin angesetzt wird, stolpern die beiden Hals ueber Kopf in eine Verschwoerungsgeschichte, die sie den Kopf kosten koennte...

Zum Buch: In den 80'ern hat William Gibson mit seinen Kurzgeschichten und seiner Neuromancer-Triologie ein Stueck SF-Geschichte geschrieben. Selten war eine Welt so dreckig und hoffnungslos, selten die Protagonisten so kaputt und uneins mit sich selbst. Mit diesem Buch hat Gibson dagegen die Welt von Neuromancer und die Generation-X-Attituede seiner vorherigen Werke verlassen und einen Neuanfang gewagt, der nur so sprueht vor Lebensfreude und Optimismus. Seine Charaktere sind liebevoll gezeichnet und wundervoll verschroben, selbst die Nebenfiguren sind interessant gemacht. Die Handlung verlaeuft Gibson-typisch in drei Handlungsstraengen, die nach und nach verwoben werden. Dabei ist Gibson wieder erstaunlich dicht, schafft es mit wenigen Worten, viel kalifornische Atmosphaere zwischen den Zeilen wehen zu lassen. Ein Buch voller schoener Ideen, das regelrecht gute Laune macht. Fuer den hammerharten Cyberpunk-Fan wahrscheinlich eine Enttaeuschung, fuer alle anderen unbedingt lesenswert. <font size="-1" face="geneva, arial, helvetica">(Dies ist eine <b>Amazon.de an der Uni</b>-Studentenrezension.)</font>

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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Spannende Unterhaltung, nicht nur fuer Gibson Fans..., 13. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Virtuelles Licht. (Broschiert)
William Gibson hat es wieder einmal geschafft, mich einige Tage zu faszinieren, länger liest man an diesem Buch nicht. Es ist einfach zu gut. Wer Gibson kennt, wird sofort den typischen Aufbau mit mehreren Handlungssträngen erkennen, der schon die zum Kultbuch erhobene Neuromancer-Trilogie durchzieht. "Virtuelles Licht" beschreibt eine Welt, wie sie in naher Zukunft aussehen könnte, ganz anders als die meisten anderen von Gibsons Büchern. Die Geschichte spielt in "SoCal" und "NoCal", den beiden Teilstaaten, die aus dem ehemaligen Kalifornien hervorgegangen sind. Durch den Diebstahl einer vermeintlich gewöhnlichen Sonnenbrille gerät Chevette Washington, ein Fahrradkurier aus San Francisco, in grösste Schwierigkeiten, die sie mehrere male fast das Leben kosten. Mit Hilfe des Sicherheitsangestellten Berry Rydell, im Grunde ein Versager, schafft sie es in einer gewagten Aktion, diese Schwierigkeiten zu bewältigen ...

Die Beschreibung der Städte und Landschaften, sowie des kulturellen Lebens, wie Gibson es sich in der Zukunft vorstellt, sind wie gewohnt brilliant und mit grösstem Einfallsreichtum geschrieben (Paradebeispiel die Brücke in San Francisco...). Ich hatte den Eindruck, William Gibson schlägt mit seiner Welt um 2005 eine Brücke zwischen der Gegenwart und der Welt aus der Neuromancer- Trilogie, die man, falls noch nicht geschehen, unbedingt ebenfalls lesen sollte. 4 Sterne deswegen, weil Neuromancer noch eine Spur besser ist :-) (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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