Kurzbeschreibung
Die Arbeit identifiziert den Aufbau und das Management Virtueller Transaktionsgemeinschaften als eine effektive Massnahme für die Steigerung von Vertrauen in elektronische Geschäftsbeziehungen.
In sechs Kapiteln werden drei Schlüsselstärken des Konzepts Virtueller Transaktionsgemeinschaften diskutiert: (1) Soziale Aspekte und die Bildung von Vertrauen in Geschäftspartner und Medium, (2) die Potentiale für das Erzeugen wertvollen Gemeinschaftswissens (insbesondere Collaborative Filtering) und (3) die Steigerung der Käufermacht durch Nachfrageaggregation bzw. die Nutzung von Economies of Scale.
Die Analyse des sozialen Umfeldes erläutert Rollen von Gesellschaft und Staat, der Bewältigung des Wandels sowie der Bedeutung von Erziehung und ethischen Aspekten. Im Kernpunkt der Arbeit stehen Marketingansätze, die sich für das Design von Medien für die Unterstützung Virtueller Transaktionsgemeinschaften eignen.
Die Beschreibungen einer konkreten Form eines solchen Mediums (dem Partizipativen Elektronischen Produktkatalog), möglichen Geschäftsmodellen und einem Rahmenmodell für den Aufbau von Virtuellen Gemeinschaftsplattformen sollen EC-Anbietern einen prag- matischen, umsetzbaren Leitfaden an die Hand geben.
Die Ausführungen werden abgerundet durch über 20 Fallstudien zu heute existierenden Virtuellen Gemeinschaften.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Der Autor über sein Buch
Vorwort zur zweiten AuflageMit wachsender Reife des Internet Commerce beschäftigen sich die Marketingverantwortlichen in Unternehmen zunehmend mit dem Thema der Virtuellen Gemeinschaften. Derartige Gemeinschaften können zwar bewusst initiiert und gepflegt werden, doch ihre tatsächliche Entwicklung ist schwer zu beeinflussen. Der Fall Napster, der Studierende weltweit vereinte im Kampf um den freien Zugang zu diesem Service, zeigt, wie gross die Eigendynamik einer solchen Gemeinschaft sein kann.
Natürlich freut es mich, dass bereits ein halbes Jahr nach dem Erscheinen des Buchs Bedarf an einer zweiten Auflage besteht. Ich möchte allen Lesern danken, die mir in den letzten Monaten Feedback gegeben haben und mich ermuntert haben, meine Forschung in diesem Bereich weiterzuführen. Sehr fruchtbar erschien mir dabei die Diskussion über die eigentliche Definition bzw. die Abgrenzung des Begriffs "Virtuelle Gemeinschaft" wie ich sie gewählt hatte: "Virtuelle Gemeinschaften beschreiben den Zusammenschluss von Individuen oder Organisationen, die gemeinsame Werte und Interessen miteinander teilen und die über längere Zeit mittels elektronischer Medien, orts- und (teilweise auch) zeitungebunden in einem gemeinsamen semantischen Raum (gemeinsame Begriffswelt) kommunizieren."
Einige meiner Gesprächspartner waren der Ansicht, dass die Voraussetzung für eine Gemeinschaft in einer aktiven Kommunikation, also einer Interaktion zwischen den Gemeinschaftsmitgliedern liegt. Der Gemeinschaftsbegriff wie er in diesem Buch gebraucht wird ist jedoch weiter gefasst. Er ist ein Oberbegriff für das Zusammenkommen von Akteuren, die sich durch die Kommunikation über elektronische Kanäle formen. Man könnte auch von Interessengruppen oder Kundengruppen sprechen. Der Gemeinschaftsbegriff soll in diesem Zusammenhang andeuten, dass der Zusammenschluss auf Dauer ausgerichtet ist (wichtig für das Zustandekommen von Gemeinschaftswissen bzw. einem Organizational Memory) und dass eine gemeinsame Begriffswelt entsteht (z.B. durch die semantische Integration von Produktinformationen durch den Organisator der Gemeinschaft).
Die diskutierte Transaktionsgemeinschaft kann demnach bereits zustande kommen, wenn Informationen über die Mitglieder von einem Intermediär zusammengetragen werden und zum Nutzen aller Mitglieder wieder ausgewertet werden. Dabei findet keine bewusste Interaktion statt, die Teilnehmer sind sich ihrer "Mitgliedschaft" in einer Gemeinschaft nicht bewusst. Trotzdem sind sie vereint durch die gemeinsame Nutzung ihrer Profile.
Ich hoffe, dass meine Diskussion der Virtuellen Gemeinschaften Forschern wie Praktikern Spass macht und freue mich über weiteres Feedback.
Petra Schubert
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.