Die vorliegende Sammlung "kontrafaktischer" Geschichtsverläufe konzentriert sich auf ein Zeitalter, das seit jeher von Mythen umrankt und nur selten von „gesicherten historischen Erkenntnissen" gesegnet ist : die Welt der (griechischen und römischen) Antike.
Überraschend mutig sind die Gedankenspiele der sonst nicht gerade als sonderlich modern wirkenden Zunft von Altphilologen um den Herausgeber Brodersen : Wie wäre z.B. die Weltgeschichte bei einem frühen Tod von Kaiser Augustus verlaufen ? Hätte die „Republik" gesiegt ? Ebenso reizvoll ist die Fragestellung, ob ohne die „Bekehrung" Konstantins` des Großen das Christentum eine kleine, verfolgte Sekte geblieben wäre. Die Ergebnisse dieser überaus horizonterweiternden Untersuchungen sind teilweise überraschend.
Fazit :
Auch bei einem Minuspunkt wegen der ermüdenden „Konjektural-Biographie des Thukydides" kann die 170 Seiten starke Aufsatzsammlung kontrafaktischer Geschichte insgesamt nur empfohlen werden.