Wie man an den beiden vorhergegangenen Rezensionen wieder einmal eindrucksvoll erkennen kann, lässt sich über (Musik-)Geschmack eben, wenn überhaupt, nur sehr schlecht streiten.
Ich finde, Susanna formuliert es treffend, wenn sie sagt '"Wer Emmy the Great nicht mag, sollte es nicht kaufen..."
Ich habe kürzlich im Nachtprogramm von NDRinfo erstmals von Emmy the Great gehört. Es wurde der Song mit dem eigentümlichen Titel Dinosaur Sex gespielt, und ich fand ihn recht angenehm. Wohl gemerkt: Nachts wach liegend.
Mitunter neige ich zu Spontan-Downloads - leider auch in diesem Fall. Denn bei Tageslicht musste ich feststellen, dass das Album Virtue sich als ziemlich farblos entpuppte.
Für mich haben weder die Stimme noch die Songs einen nennenswerten Wiedererkennungswert; Emmy the Great ist in meinen Ohren lediglich eine weitere Kandidatin jener jungen Frauen an der Schwelle zum Erwachsenwerden, die so niedliche Stimmen haben und so nett gefühlvoll singen.
Was mich hingegen richtiggehend nervt an diesem Album, ist dessen aufdringlicher Eklektizismus. Jeder Song, seine prägenden Elemente und die Art der Komposition, kommen mir seltsam bekannt vor. Nichts überrascht mich.
Zum Hin-Hören also empfehle ich das Album nicht.
Allerdings eignet es sich erstaunlich gut als Hintergrundbeschallung, wenn Musik nicht stören soll (und wäre somit nach Bert Kaempfert eindeutig dem Genre Easy Listening zuzuordnen) - etwa wie eine schlichte Wandfarbe als Kulisse für interessantes Mobiliar.
Ehrlicherweise sollte ich abschließend gestehen: Bestellt habe ich mir das Album vor allem, weil ich fand, dass Jemand, der wie ich mit Vornamen Emely heißt, von dieser Interpretin unbedingt ein Album im Repertoire haben sollte. Somit also darf ich nach Susannas Ansicht gar keine Rezension schreiben - ihr oben zitierter Satz endet nämlich mit "...und auch keine Rezensionen schreiben".
Hab ich jetzt aber doch gemacht. Ätsch.