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Virginia Woolf. Gesammelte Werke: Zum Leuchtturm: Roman [Taschenbuch]

Virginia Woolf
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

22. April 2009
Kaum hatte Virginia Woolf im Oktober 1924 das Manuskript zu 'Mrs Dalloway' abgeschlossen, da sah sie bereits den 'Alten Mann' vor sich, den Mr Ramsay aus 'Zum Leuchtturm', das Porträt ihres Vaters Sir Leslie Stephen. Im Januar 1927 war das Manuskript abgeschlossen. 'Ich schreibe jetzt so schnell und leicht, wie ich nur je in meinem Leben geschrieben habe . . .', vermerkt sie in ihrem Tagebuch. Wie in 'Mrs Dalloway' steht im Mittelpunkt dieses Romans eine Frau, die sehr schöne, von verschleierter Trauer erfüllte Mrs Ramsay, der Virginia Woolf Züge ihrer geliebten Mutter gibt. Mrs Ramsay hat die Begabung, Menschen, die sie umgeben, die Familie, die aus ihrem ichbezogenen Mann und acht Kindern besteht, sowie Sommergäste in einem abgeschiedenen Ferienhaus auf den Hebriden, intuitiv zu verstehen und miteinander zu verbinden. Das Verhalten dieser Menschen mit- und gegeneinander, die kleinen Ereignisse, Erinnerungen, Visionen, Beobachtungen bilden im Spiegel des Bewußtseinsstroms die Handlung des Romans. Konsequent ist die Komposition in drei Teilen. Die im ersten Teil geplante, aber mißglückte Fahrt zum Leuchtturm, die zehn Jahre später im dritten Teil nachgeholt wird, bildet motivisch eine von vielen Klammern. Dieser Roman, den Leonard Woolf ein 'philosophisches Gedicht' nannte, ist nach Meinung vieler Literaturkenner in der Virtuosität der Erzähltechnik ihr vollkommenster Roman.

Wird oft zusammen gekauft

Virginia Woolf. Gesammelte Werke: Zum Leuchtturm: Roman + Mrs Dalloway: Roman + Orlando: Eine Biographie
Preis für alle drei: EUR 26,80

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag; Auflage: 10 (22. April 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596120195
  • ISBN-13: 978-3596120192
  • Originaltitel: To the Lighthouse
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 12,1 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 205.041 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Virginia Woolf wurde am 25. Januar 1882 in London geboren und wuchs im großbürgerlichen Milieu des viktorianischen England auf. Ihr Leben lang litt sie unter wiederkehrenden psychischen Krisen. 1912 heiratete sie Leonard Woolf. Zusammen gründeten sie 1917 den Verlag ›The Hogarth Press‹. Ihr Haus war eines der Zentren der Künstler und Literaten der Bloomsbury Group. Am 28. März 1941 nahm Virginia Woolf sich, erneut bedroht von einer Verdunkelung ihres Gemüts, das Leben.

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35 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 'Zum Leuchtturm' handelt vom Vergehen der Zeit. 26. Dezember 2000
Von Ein Kunde
'Zum Leuchtturm' fesselt den Leser nicht, es strengt ihn an. Man muss aufmerksam lesen, sonst bemerkt man am Ende nicht, dass der erste Teil des Romans nur die Zeit eines Nachmittages umspannt. Dennoch fasziniert das Buch, denn der Erzähler gewährt uns einen Blick in die Gedankenwelt der Menschen. Einzig um die Gedanken geht es hier, die äußere Handlung ist Nebensache. Da gibt es die Ehe zwischen Mr und Mrs Ramsay, die voller Spannungen ist. Da gibt es den ewig missmutigen Mr Tansley, der sagt, dass Frauen weder malen noch schreiben können. Und da gibt es Lily Briscoe, die Malerin ist und eigentlich gerne allein lebt, aber mit der Erwartungshaltung Mrs Ramsays, die findet, dass eine unverheiratete Frau das beste im Leben verpasst, kämpfen muss. Letztere ist der von Woolf beschriebene 'Engel im Haus', den die Schriftstellerin 'töten' musste, um schreiben zu können. Und so ist Lily ein literarisches Abbild Virginias und die Ramsays sind ein Spiegelbild ihrer Eltern. Woolf beschreibt eindringlich die Härte und das Selbstmitleid des Vaters. Bei der Mutter ist die Skizze ambivalenter: Der Leser erkennt, dass Mrs Ramsay ihre eigene Identität zugunsten ihrer Rolle als Mutter und Ehefrau verloren hat, aber er sieht auch, dass sie die Seele des Hauses und der Familie ist und dass sie den Kindern gibt, was sie brauchen. Allen Figuren ist gemeinsam, dass sie über Zeit und Vergänglichkeit nachdenken, dass sie sich oft angstvoll dagegen wehren und sie schliesslich doch akzeptieren müssen. Bezüglich Handlung und Aktion liefert das Buch, das 1926 geschrieben wurde, nichts. Die Handlung findet im Kopf statt. Dort passiert nämlich das wirkliche Leben, sagt Woolf. Ich werde das Buch ein zweites Mal lesen und das tue ist fast nie.
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5.0 von 5 Sternen Macht süchtig! 2. Dezember 2012
Von Voss
Die Indikatoren für eine Geistergeschichte" sind sicherlich vorhanden, aber Die Fahrt zum Leuchtturm" ist keine klassische Geistergeschichte, die den Leser gruseln soll. Eher ... schön.

Zum Buch: Es geht auf über 100 Seiten um 5 Stunden eines Tages in einem Sommerhaus der Ramsays, die mit ihren 8 Kindern und 4 Gästen dort auf einer Hebrideninsel wohnen. Und wahrscheinlich wird das Buch niemanden begeistern können, der sehr viel Wert auf eine Handlung legt, denn es passiert im ersten längeren Teil so gut wie nichts.

Dann werden 10 Jahre aus der Perspektive des Hauses gerafft und anschließend wird ein Ausflug zum Leuchtturm unternommen, der aufgrund Schlechtwetters im ersten Teil nicht stattfinden konnte. Hört sich langweilig an? Geschmackssache.

Das Buch legt großen Wert auf die Innenansichten der wechselnden Erzählfiguren und damit bricht es schon mal mit 2 aktuellen Paradigmen über erfolgreiches Schreiben. Aber ... die gelieferten Innenansichten sind sowas von gewaltig, so saugeil geschrieben, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Wohlgemerkt: Wegen der Innenansichten! Ich war gefesselt von den Geschehnissen im kleinen Raum, den Beziehungen, den Beschreibungen kleinster Handlungen und Konfrontationen. Induktion ist hier das Zauberwort, denn Woolf gelingt es brillant aus der Beschreibung des Alltäglichen die Brücke zum Allgemeinen zu zeigen.

Ebenso spannend waren für mich die Perspektivwechsel in der fortlaufenden Handlung. Misses Ramsay beobachtet die Malerin Lily Briscoe und verfängt sich in philosophischen Gedanken, passiert die Künstlerin und ab da geht es weiter aus der Innenschau der Lily Briscoe und ihre Gedanken über ihre Beziehung zu Miss Ramsay. Und wieder: Genial! Hammer, wie Sprache da wirken kann!

Fazit: Wer sich darauf einlassen kann, wird belohnt werden, aber ich kann Leser auch verstehen, die sich davon gelangweilt fühlen. Für meinen Geschmack gibt es 10 von 10 Punkten, das war wirklich ein nachhaltiges Leseerlebnis für mich.
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10 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anspruchsvoll, aber zum Teil etwas langweilig 23. Juli 2003
Virginia Woolf's Buch "Zum Leuchtturm" zählt sicherlich zur höheren englischen Literatur, und ist ungefähr das Gegenteil von Harry Potter and the Order of the Phoenix : weder spannend noch unterhaltsam, passieren tut eigentlich nichts, aber dafür ist es anspruchsvoll und anstrengend. Wie ein gutes Musikstück von J.S. Bach, das erst beim zweiten oder dritten Hören richtig interessant wird.

Es enthält all das, was man bei Harry Potter nie finden würde : Elefantensätze oder andere Satzungetüme, die sich über ganze Abschnitte erstrecken, wunderschöne Metaphern, interessante Vergleiche und tiefgehende Gedanken. Eine Stelle über den Unterschied zwischen einem Genie und einem normalen, intelligenten Menschen hat mir besonders gefallen :

"Es war ein glänzender Verstand. Denn wenn das Denken wie die Tastatur eines Klaviers ist, in eine Vielzahl von Tönen unterteilt, oder wie das Alphabet in sechsundzwanzig aufeinander folgende Buchstaben geordnet ist, dann hatte dieser glänzende Verstand keinerlei Mühe, entschieden und akkurat, jene Buchstaben einen nach dem anderen zu durchlaufen, bis er, sagen wir, den Buchstaben Q erreicht hatte. Er hatte Q erreicht. Nur sehr wenige Menschen in ganz England erreichen jemals Q. [..] Doch nach Q ? Was kommt danach ? Nach Q kommt eine Anzahl von Buchstaben, deren letzter für das sterbliche Auge kaum erkennbar ist, sondern der rot in der Ferne glimmt. Z wird innerhalb einer Generation nur einmal von einem einzigen Mann erreicht. Wenn er jedoch R zu erreichen imstande wäre, dann wäre das immerhin etwas. [..] er konnte, ohne es zu wollen, den alten, den offenkundigen Unterschied zwischen den beiden Klassen von Männern erkennen; auf der einen Seite die Unentwegten von übermenschlicher Kraft, die, unverdrossen und hartnäckig, das ganze Alphabet der Reihe nach aufsagen, alles in allem sechsundzwanzig Buchstaben, von Anfang bis Ende; auf der anderen Seite die Begabten, die Inspirierten, die, auf wunderbare Weise, sämtliche Buchstaben blitzartig zusammenballen - das Vorgehen des Genies. Er besaß kein Genie; er erhob darauf keinen Anspruch: er besaß jedoch, oder hätte sie besitzen können, die Macht, jeden Buchstaben des Alphabets von A bis Z in genau der richtigen Reihenfolge aufzusagen. Gegenwärtig blieb er bei Q stecken. Also weiter, weiter zu R."

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