Seichte Keyboardtupfer und ein verträumtes Saxophon eröffnen das Traumszenario. Wie verliebt harmonieren sie und verschmelzen schließlich mit Gordon Tracks Stimme in einer wahrlichen Hymne, die alles andere als von dieser Welt ist. Es ist der Beginn von Airs neuem Werk, es ist "Playground love", der Track, der in luftigen Höhen über allem schwebt, so dass man fast Höhenangst bekommt. Von einem guten Soundtrack mag man sagen, dass er den Film trifft, seine Bilder trägt. Bei Airs musikalischer Untermalung des "Jungfernselbstmord"-Films, glaubt man, bereits vor dem Kinobesuch den Film vor seinen Augen ablaufen zu sehen. Das ist Kunst, das ist Liebe, das ist Air. Die Musik ist nicht die von "Moon Safari", einer ebenfalls sehr emotionalen Odyssee, denn sie ist bedrohlicher und gerade in der Schwerelosigkeit mancher Melodie liegt eine gewisse Morbidität. Es ist wie das Laufen auf einem Seil. Immer vor Augen die Gefahr herunterzufallen. Und genau das ist auch das Thema des Films. "The Virgin Suicides" von Francis Coppola, handelt von ein paar jungfräulichen Mädchen im Highschool-Alter, deren Leben so ist, wie das Laufen auf einem Seil. Zu Beginn noch in den luftigsten Höhen, steht für die Mädchen, am Schluss der Abgrund, der Selbstmord. Auf dem Album kommentiert eine verzerrte Stimme aus dem Off den kollektiven Suizid. "They want to be alone for all time in suicide, which is deeper than death." Ein Schlussatz der Angst macht. Und doch drückt man wieder auf Play um mit Airs Musik zu träumen. Dass man am Schluss wieder abstürzt, nimmt man im Kauf.