Dieses Review bezieht sich auf die US-Version des Spiels ("Touch the Dead") die Mitte Mai auf den Markt gekommen ist.
Man spielt Rob Steiner, einer Sträfling dessen Zellentür sich eines Tages wie von Geisterhand öffnet. Es dauert nicht lange bis er eine Waffe und im Anschluss direkt die ersten Zombiehorden findet, die nur eins wollen: Sein Gehirn.
Gehirn braucht man als Spieler jedoch kaum, denn wie die üblichen Light-Gun-Shooter (House of the Dead, Virtua Cop, Resident Evil - Gun Survivor/Dead Aim etc.) bewegt sich die Spielfigur auf Schienen. Man selbst kann dabei nicht eingreifen, einzig und alleine Schilder lassen dem Spieler die Möglichkeit entweder der Route nach links oder nach rechts zu folgen, etc.
Gespielt wird dabei (wie man sicher weiß oder sich denken kann) aus der Ego-Perspektive. Tippt man mit dem Stylus auf den Bildschirm wird ein Schuss abgefeuert. Damit das Spiel aber nicht zu leicht wird, muss man manuell die Magazine in die Pistole ziehen um nachzuladen. Die vollen Magazine sind am rechten, unteren Bildschirmrand, das Magazin in der Pistole wird am untern, linken Bildschirmrand angezeigt. Via Stylus wird ein volles Magazin auf das leere bzw. angebrochene rübergezogen, es folgt eine Nachladeanimation und es kann weitergeschossen werden.
Und genau das Nachladen ist es, was das Spiel enorm herausfordernd bzw. schwierig macht, denn während dem Nachladen ist man (logischerweise) wehrlos. Geht einem die Munition nun aus während man von mehreren Zombies umzingelt ist kann es ergo schnell sehr hässlich enden.
Natürlich gibt es noch andere Waffen wie beispielsweise ein Gewehr. Diese Waffen können über das Steuerkreuz ausgewählt werden (jede Richtung bedient eine Waffe). Der Unterschied ist allerdings, dass nur die Pistole über unendlich Munition verfügt, die anderen Waffen haben nur limitierte Vorräte. Neue Munition bekommt man dazu indem man z.B. umliegende Kisten oder Schränke zerschießt, in denen sie teilweise versteckt ist.
Doch leider ist dieses Spiel trotz seiner großen Ähnlichkeit kaum mit House of the Dead vergleichbar. Das fängt schon damit an, dass es keine Hintergrundmusik gibt. Die meiste Zeit hört man im Hintergrund nur düstere Soundeffekte wie Schreie von Häftlingen und ein düsteres Dröhnen, so dass das HotD-typische Automatenfeeling überhaupt nicht vorhanden ist. Dazu sehen die Räume und Gänge der Kapitel alle gleich aus. Zwar hat jedes Kapitel ein eigenes Thema (z.B. die Gefangenenzellen oder die Krankenstation), doch in diesen Kapiteln sieht alles, a-l-l-e-s gleich aus. Das selbe gilt auch für die Zombies, so kommt es nicht selten vor das man gegen 7 gleichaussehende Zombies gleichzeitig kämpft.
Auch erstaunlich ist wie lange man sich als Spieler in einem Raum aufhalten kann. Während HoTD ein sehr schnelles Spiel war läuft die Spielfigur hier furchtbar lahmarschig durch die Gegend, so dass das Spiel an manchen Stellen schon fast einschläfernd wirkt.
Beispiel:
Man kommt in einen Raum, man schaut nach rechts und sieht ein Pult mit Schaltern. Man dreht sich zurück und dann nach links, plötzlich stehen gut 5 Zombies vor dem Spieler. Man streckt alle nieder, dreht sich wieder zurück, wieder nach rechts, sieht wieder das Pult und geht ein paar Schritte darauf zu. Plötzlich dreht man sich um 90 Grad nach links da Gegner angelaufen kommen. Sind alle tot widmet man sich dem Pult vor dem wie von Geisterhand neue Zombies stehen. Sind auch die tot drückt man endlich den Schalter, dreht sich um und wird von neuen Zombies angegriffen.
Nach diesem Schema muss man sich oft gut 3-4 Minuten durch einen einzigen Raum quälen während die Spielfigur Regale oder Schreibtische begutachtet/umkreist.
Auch die Dialoge, bzw. Monologe die die Spielfigur führt wirken in ihrer Nüchternheit und Coolness so stumpf und aufgesetzt wie jene in einem x-beliebigen Dolph Lundgren Actionfilm.
Fazit:
Das Spiel ist nicht schlecht, doch es ist furchtbar monoton, nicht nur weil es darin besteht Zombies abzuschießen. Das Leveldesign ist ein Albtraum und vieles im Spiel wirkt einfach schrecklich uninspiriert und auf's schnelle Geld ausgelegt. Musik ist kaum vorhanden und die Soundeffekte sind auch nicht gerade ein Reißer.
Dazu ist das Spiel wirklich sehr herausfordernd bzw. schwer, unter anderem da man ein sehr gutes Reaktionsvermögen braucht um sich in den Zombiemassen behaupten zu können.
Meine Empfehlung: Warten bis das Spiel günstiger wird, und das auch nur wenn man auf Zombie-Action steht.