Wieder einmal überrascht Virgin mit einer passablen Story. Das Konzept ist bereits bewährt. Ein prominenter Name entwickelt ein Konzept, das von Carey, einem Autoren, der u.a. auch schon für Marvel (X-Men) und Vertigo (Hellblazer) mit Erfolg gearbeitet hat.
Die Story selbst lebt von der düsteren Atmosphäre, die Hyrapiet sichtlich entgegenkommt und die so die Handlung mitträgt.
Die Story selbst verliert sich an der einen oder anderen Stelle in Andeutungen. Hier hätte man Vater und Sohn Cage sowie Carey ein paar Seiten mehr gegönnt. So ist Bussard zwar ein eiskalter Geschäftsmann, der den Wiederaufbau New Orleans' nicht gerade vorantreibt, aber er ist nicht in die Machenschaften Saint-Claires involviert. Wollten die Cages und Carey lediglich kritisieren, dass es Unternehmen gab, die zumindest versucht haben, an Katrina zu verdienen, so ist es ihnen gelungen, auch wenn sie sich hierbei nicht eindeutig festlegen. Als etwas störend kann man auch die vielen französischen Ausdrücke empfinden, sofern man der französischen Sprache nicht mächtig ist. Hierdurch dürfte sich der ein oder andere Leser in einigen Panels ausgeschlossen fühlen. Dies gleicht auch Hyrapiet mit seinem feinfühligen Artwork nicht aus.
Gelungen ist mit Sicherheit die überraschende Wendung um Messenger, der Gabriel nur als sein Instrument benutzt hat, um sein eigenes Altern durch das Opfern junger Mädchen zu hemmen.
Der Plot drängt sich förmlich für eine Verfilmung auf und wer genau hinsieht, erkennt rasch, an welchen Schauspieler die Autoren und der Künstler gedacht haben. Allerdings müsste dann die Story um die ein oder andere inhaltliche Schwäche erleichtert werden. So agieren die Detectives Julien und Land ein wenig zu klischeehaft, ohne dass aber deren Hintergründe beleuchtet würden.
Panini veröffentlicht die Story in einem Tradepaperback, der das Lesen ohne Unterbrechung ermöglicht. Dies erleichtert das Verständnis für den Plot, der ein Muss für Liebhaber des Big Easys der Fans von Nicolas Cage ist. Insgesamt hat Virgin aber noch ein ganzes Stück Arbeit vor sich, wenn sie wirklich, wie angekündigt, die Großen der Zunft attackieren wollen.