Ein interessantes, spannend zu lesendes Buechlein, das ich gerne weiterempfehle. Da Viren nur aus dem Allernoetigsten bestehen, naemlich aus ihrer genetischen Information, benoetigen sie zu ihrer Vermehrung den Syntheseapparat des Wirts. Wie der Autor selbst erklaert, hat man deshalb bei ihrer medizinisch motivierten Untersuchung viele der molekulargenetischen Erkenntnisse ueber Zellen gewonnen, die die gentechnologischen Fortschritte unserer Zeit erst ermoeglichen. So lernt der Leser nicht nur viel Wissenswertes ueber Virenerkrankungen wie AIDS, Herpes oder Hepatitis, sondern gleich auch noch einige Grundlagen der Molekulargenetik, insbesondere etwas ueber die Ursachen von verwandten Erkrankungen wie Krebs oder BSE. Und da der Autor sich auch bestens in der Geschichte seines Fachs auskennt und zudem sehr spannend schreibt, kann er dem Leser eine breite Perspektive bieten, in der sich insbesondere viele der Details verbinden, die man ueber die noch recht junge Geschichte von AIDS, BSE oder Ebola aus den Medien kennt.
Kleiner Kritikpunkte betreffen die gewoehnungsbeduerftige Darstellung, in der Kernaussagen per Fettdruck hervorgehoben werden; das Fehlen von schematischen Darstellungen (zB von DNA, RNA, Ribosomen und Proteinen), wie sie heute in jedem Biologielehrbuch vorkommen, und die den Text, der diesbezueglich eine gewissen Vorbildung voraussetzt, sicherlich verstaendlicher machen wuerden; einige Wiederholungen, die unnoetig erscheinen; und die zeitweilig etwas zu unkritisch wirkende Sicht auf die Entwicklung der eigenen Disziplin.