Das Buch 'Viren, Würmer und Trojaner' bietet einen wunderbaren Einblick in die Geschichte und das Selbstverständnis der Informatik, die auf der einen Seite als eigenständiger Fachbereich zwar noch recht jung ist, aber doch schon alt genug, dass die Anfänge dieser Disziplin gerade in Vergessenheit geraten. Wer also schon immer mal wissen wollte, wie es eigentlich zur überwältigenden Monopolstellung von Microsoft gekommen ist, wer wissen will, was die Informatiker bewegt und warum nur hier die OpenSource-Bewegung entstehen konnte, der sollte dieses Buch lesen. Wie funktioniert Malware, warum sind Hacker nicht per se 'böse', und wie stark wird sich die Technisierung mit Hilfe von Computern auf die nachfolgenden Generationen auswirken, dies sind Fragen, die in diesem Buch angeschnitten werden und die der Autor fundiert und gleichzeitig erfreulich witzig diskutiert. Schon an dieser kleinen Auswahl wird deutlich, dass der Buchtitel sehr viel stärker beschränkt ist als die wirkliche Themenvielfalt des Buches, was leider ein bisschen irreführend ist.
Das Buch beruht auf einer Studium-Generale-Vorlesung an der Universität Tübingen, die von über 200 Personen regelmäßig besucht wurde, von Schulkindern bis hin zu Pensionären.
Der Autor wird in seinen Vorlesungen für seine lockere und überaus amüsante Art des Anekdotenerzählens schon lange sehr geschätzt und zeigt dieses Talent auch in diesem wunderbaren Buch, was es zu einer absoluten Empfehlung für eine lange Bahnreise macht. 'Viren, Würmer und Trojaner' ist damit die perfekte Mischung aus amüsanter Lektüre und Faktenwissen, das sich sowohl für Laien als auch für erfahrene Anwender eignet. Studenten der Informatik sollten dieses Buch als Pflichtlektüre ansehen, da es ihnen die Geschichte dieser noch jungen Disziplin vergegenwärtigt, damit sie die Informatik in die Zukunft führen können.