"Wer will, kann mich einen klassischen Geiger nennen. Ich selbst verstehe mich als einen Musiker, der einfach Musik spielt - und nicht nur eine Art von Musik". Nigel Kennedy gilt als das Enfant Terrible der Klassikszene. Frank Zappa, Jimi Hendrix, Peter Gabriel und Santana gehören ebenso selbstverständlich zu seinem Repertoire wie Vivaldi, Beethoven und Bach! "
In der ersten Phase,noch mit ordentlich gekämmten Haar, ein konventioneller, sehr guter Geiger. Das fonoforum urteilte 1989:"Orchestral sehr schlanke (Kammerbesetzung!), geigerisch ungemein wache, intelligente und vitale Aufnahmen."
Er hat diese Pfade verlassen, und ist in diese Richtung nicht zurückgekehrt. Ein Verlust?
Ich glaube,man kann respektieren, dass einer sich Anfang seiner dreissiger Jahre ernsthaft die Frage stellt, kann ich mich auf dem Pfad, den ich bisher gegangen bin, wirklich weiterentwickeln? Dem Klassikfreund wird vielleicht weder das crossover noch die ewige Wiederholung von Vivaldi op.8 nicht als Weiterentwicklung erscheinen.
Aber,Hand auf Herz,brauchen wir noch einen weiteren klassischen Geiger? Die Frage stellen heisst, sie verneinen. Es gibt so viele hervorragende GeigerInnen, dass für einen weiteren kein Bedarf. Im übrigen hat er in seiner frühen Phase ja einige Interpretationen geliefert,die auch nach Jahrzehnten noch gültig. Keine Referenzen, aber in einer Reihe mit den ganz Grossen, wie Perlman oder Heifetz.
Für kleinen Preis bekommt man eine sehr "runde" Wiedergabe beider Konzerte. Nicht exeptionell, aber doch sehr gelungen.