Aus der Amazon.de-Redaktion
"Die neue Göttin der Geige" jubelte die "Bild-Zeitung", übertrieben gewiss, wenngleich nicht ganz zu Unrecht. Denn auch die zweite Aufnahme der jungen lettischen Geigerin Baiba Skride beweist, das sie ein großes Talent ist - trotz leidlicher Werkauswahl: Das Mozart-Rondo ist charmant aber harmlos, und auch Joseph Haydns jüngerem Bruder Michael schien es an Inspiration zu mangeln, als er sein B-Dur-Konzert komponierte. Leider verfügt auch Baiba Skride (noch nicht) über jegliches Quentchen an Leichtigkeit, Galanterie und Geistreichtum, mit denen man das durchaus solide gearbeitete wenn auch etwas eindimensionale Werk "verbessern" könnte. Entschädigt wird der Zuhörer durch eine fröhliche stellenweise begeisterte Darbietung von Franz Schuberts Rondo D 438. Eine Vollblutmusikerin ist hier am Werk. Absoluter Höhepunkt der Aufnahme ist Mozarts Violinschlager par excellence, sein 3. Violinkonzert. Überwältigend innig gelingt Baiba Skride das schmerzvolle Adagio, betörend leuchtet ihr Ton und ist doch dabei ganz klar und fein. Sie hat das, was nur wenige Musiker haben: einen ganz eigenen Ton, der sie zu einer unverwechselbaren Interpretin macht. Das ist in den heutigen Zeiten absoluter Beliebigkeit sehr sehr viel.
Teresa Pieschacón Raphael
stern
Die hochkarätig besetzte Jury des renommierten Brüsseler Königin-Elisabeth-Wettbewerbs applaudierte frenetisch, nachdem Baiba Skride ihren Vortrag beendet und gewonnen hatte. Eine Seltenheit, Klassikfreunde wissen das. Ebenso, dass die 23-jährige Lettin an der Violine wahre Wunder vollbringt. Jetzt hat sie zwei CDs (Sony Classical) eingespielt: Solo beglückt sie uns mit Stücken von Bach, Bartók und Ysaÿe, in Begleitung des Kammerorchesters Carl Philipp Emanuel Bach spielt sie Mozart, Schubert und Michael Haydn.
Das Label über die CD
Baiba Skride hatte Ihren ersten sensationellen Erfolg, als sie den ersten Preis beim Königin-Elisabeth-Wettbewerb in Brüssel gewann, einem der beiden wichtigsten Wettbewerbe für Geige weltweit. Schon damals waren auch die deutschen Medien begeistert: "..so reflektiert und raffiniert, so analytisch und eindringlich, dass alle wilden Tiere in der Manege zahm werden.",schrieb DIE ZEIT über ihr Spiel. Und die Süddeutsche Zeitung war nach Baiba Skrides Debüt bei den Münchner Philharmonikern im April diesen Jahres ihrer "lyrischen Verinnerlichung" und ihrem "ungemein beredtem Gespür für die musikalisch weitreichenden Aussagen" verfallen. Gerade debütierte Baiba Skride, die in Deutschland und im Ausland zahlreiche Konzerte gibt, auch bei den Salzburger Festspielen. Zusammen mit dem Kammerorchester Carl Philipp Emanuel Bach unter Leitung von Hartmut Haenchen hat sie Violinkonzerte von Mozart und Michael Haydn und zwei Rondos von Mozart bzw Schubert eingespielt - eine wie wir finden ungemein inspirierte Aufnahme mit sehr populärem Repertoire. (Sony)