Anne-Sophie Mutter leistete schon als Jugendliche beachtliches auf ihrer Violine, wovon man sich auf dieser CD überzeugen kann. Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert zählt zu den Kronjuwelen seines Genres, was schon nach einmaligem Hören verständlich wird. Das melancholische Hauptthema des ersten Satzes ist ein wahrer Ohrwurm und gleichzeitig eine phantasievolle Melodie voll romantischer Schönheit. Gekonnt versetzt der Komponist den Hörer in höhere Sphären, wobei Anne-Sophie Mutters Meisterschaft auf ihrem Instrument den Hörgenuss entscheidend unterstützt; denn trotz des hohen Gehalts der Musik sind auch die technischen Anforderungen an den Solisten nicht gering, so dass sowohl Inhalt als auch Form erst einmal bewältigt werden wollen. Der jungen Künstlerin fiel dies anscheinend nicht schwer, denn das Ergebnis ist absolut makellos.
Der zweite, ruhige Satz des Konzerts lässt den Zuhörer mit einem liedhaften Hauptthema entspannen, wonach die übermütige, beschwingte Musik des Finales der Solistin noch einmal ihre ganze Virtuosität abverlangt.
Max Bruchs Violinkonzert Nr. 1, das ebenfalls auf der CD enthalten ist, ist zwar nicht so bekannt wie das Mendelssohn'sche, aber ebenfalls ein meisterhaft komponiertes Werk, das wiederum kongenial vom Gespann Mutter/Karajan eingespielt worden ist.
Ich kann diese CD daher nur empfehlen: Sie bietet wunderschöne Musik zu einem wirklich günstigen Preis.